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integration fördern : Flüchtlingen ein Zuhause geben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

120 interessierte Besucher nehmen am Gesprächsabend des Flüchtlingsbeirats Bereich Dänischer Wohld teil. Weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für Betreuung werden gesucht.

Als Habtom auf Bitten von Claudia Bruweleit, Vorsitzende des Flüchtlingsbeirates im Bereich Dänischer Wohld, das Mikrofon ergreift und von seiner Flucht aus Eritrea erzählt, ist es still. Rund 120 Gäste im Gemeindesaal des Pastorats hörten dem 23-jährigen Medizinstudenten zu, als er von Verfolgung und Haft berichtet sowie von seinem Entschluss, sein Heimatland zu verlassen. Seit knapp drei Monaten ist er einer von 16 Asylbewerbern, die im Amtshaus Schinkelerhütten untergebracht. Ab Oktober leben im Amtsbereich Dänischer Wohld insgesamt 56 Flüchtlinge, die einer Betreuung bedürfen. Der Flüchtlingsbeirat kümmert sich um die Betreuung der Menschen. „Wir wollen Türen öffnen und Zeit schenken“, begrüßte Claudia Bruweleit am Mittwochabend die Anwesenden, unter ihnen auch Amtsvorsteher Kurt Arndt, Amtsdirektor Matthias Meins und Torsten Döhring, stellvertretender Flüchtlingsbeauftragter des Landes. Letzterer informierte über das komplizierte Verfahren, das Asylsuchende in Deutschland zu durchlaufen haben.

„Willkommenskultur leben“ lautete das Thema des Abends. Der rund 20-köpfige Flüchtlingsbeirat betreut die Asylsuchenden in vielerlei Belangen, von der Begleitung zum Arztbesuch über Behördengänge, beim ersten Einkaufen und steht für Gespräche zur Verfügung. Aber auch die Kräfte der Helfer sind nicht unendlich. Deshalb sucht der Flüchtlingsbeirat, der in Kooperation von Amt und Kirchengemeinde entstanden ist (wir berichteten) dringend neue Mitstreiter.

Dennis (22) ist Aserbaidschaner und hat als solcher in Russland gelebt. Er berichtet, dass er mehrere Male verprügelt worden sei – Polizei konnte oder wollte nicht helfen. In Deutschland erhofft er sich, ohne Angst zu leben, einen Schulabschluss zu machen und einen Beruf zu ergreifen. Er trainiert im GTV den Karatesport und spricht schon einige Worte Deutsch. Dank eines Deutschkurses und dank Peter Nentwig, dem Kordinator zwische n Flüchtlingsbeirat und Sportvereinen.

Seit einem Jahr ist Adelheid Lais Mitglied im Flüchtlingsbeirat. Die 64-Jährige ist einer der Paten einer Familie mit drei Kindern (11, 12 und sieben Monate) und berichtete von ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Fehlende Sprachkenntnisse stellten für sie kein Problem dar, „mit Herz und Humor“ sei alles zu lösen. „Ich wünsche mir für die Flüchtlinge, die ihre Heimat verloren haben, hier ein neues Zuhause“, erklärte die Gettorferin.

Es ging am Mittwochabend um die Suche nach Anregungen, neuen Gedanken und neuen Wegen in Bezug auf die Flüchtlingsarbeit im Dänischen Wohld. In Tischrunden waren die Besucher aufgefordert, ihre Ideen zu sammeln und auf Karten festzuhalten, die anschließend an Stellwänden zu lesen waren. Die Vergabe von Sprach- , Fahr- und Familienpatenschaften mit gleichaltrigen Kindern, die Bereitstellung von Praktika für junge Erwachsene, die Einrichtung einer Internetbörse für Mobliliar und die Schaffung eines zentralen Treffpunktes in Gettorf waren einige der Vorschläge an diesem Abend.

Eine frohe Botschaft hatte Amtsvorsteher Kurt Arndt, der das „Riesenproblem“ der Wohnungssuche für Asylbewerber ansprach, parat. Der Amtsausschuss hatte sich in seiner Sitzung unmittelbar vor der Veranstaltung für eine Anhebung der 20 000 Euro, die das Amt zurzeit für die Betreuung der Flüchtlinge bereitstellt, ausgesprochen.

Kontakt: claudia.bruweleit@kkre.de, beim Amt:

gnutzmann@amtdw.de

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erstellt am 19.Sep.2014 | 08:11 Uhr

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