zur Navigation springen

Suche nach Wohnraum : Flüchtlinge sollen bald in der Insel-Kirche wohnen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Zuweisung für das Amt Schlei-Ostsee wurde um 62 auf 197 Personen erhöht. Das Amt sucht noch Wohnraum für die Unterbringung von 33 Menschen.

Damp | Deutschland rechnet bundesweit mit 800  000 Flüchtlingen. Diese Zahl führt auch zu einer höheren Rate für den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Jetzt wird mit einer Zuweisung von 2700 Flüchtlingen gerechnet. Betroffen ist auch das Amt Schlei-Ostsee. Bis Ende des Jahres muss für 197 Asylsuchende (bisher 135) Wohnraum gefunden werden. Grund genug für Amtsdirektor Gunnar Bock, Amtsvorsteher Rainer Röhl, Ordnungsamtsleiter René Kinza, Sozialarbeiter Carsten Scheller, Propst Sönke Funck und den Koordinator für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Rendsburg Eckernförde, Walter Wiegand, sowie Bürgermeister Horst Böttcher sich auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen.

Es sollen nicht nur entsprechende Unterkünfte bereit gestellt werden. Auch die Integration der Flüchtlinge, angefangen bei der Sprache, ist allen Beteiligten ein wichtiges Anliegen. Amtsdirektor Gunnar Bock lobte die Zusammenarbeit mit den Gemeinden: „ Es ist das ausgesprochene Ziel der Verantwortlichen der Amtsverwaltung und der Gemeinden, die Qualität der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge trotz der erhöhten Aufnahmequote nicht zu verringern.“ Eine Unterbringung in Containern, Zelten oder Sporthallen soll es im Amtsbereich Schlei-Ostsee nicht geben. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen in dem ehemaligen Kirchengebäude „Die Insel“ im Ostseebad Damp getroffen. Die Anmietung des Gebäudes vom Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde für die Unterbringung von 13 Personen steht kurz bevor. Eine endgültige Entscheidung wird durch den Kirchenkreis am 7. September erfolgen. Zusätzlicher Wohnraum wurde ebenfalls in Kosel für elf Personen und zwei kleine Wohnungen für je vier bis fünf Personen in Damp angemietet. Auch das ehemalige Amtsgebäude in Vogelsang- Grünholz soll zum Teil für die Unterbringung von Flüchtlingen umgebaut werden. Seit Jahren steht der eine Flügel des Amtsgebäudes leer, hier könnten ab November bis zu 18 Personen untergebracht werden.

Aufgrund des steigenden Betreuungsbedarfs ist das Amt dankbar für jede private Initiative. So teilte René Kinza mit, dass sich im Amtsgebiet ein Ehepaar bereit erklärt habe, zwei Flüchtlinge in ihrem Wohnhaus ein neues Zuhause zu bieten und sich um die Menschen zu kümmern. So werde in Kürze ein Vater mit seinem neunjährigen Sohn aus Syrien dort untergebracht.

Die Zahlen zeigen, wie dringend notwendig neuer Wohnraum ist: Von Januar bis August erfolgte die Unterbringung von 106 Personen amtsweit. Das Amt rechnet bis Ende des Jahres also noch mit der Zuweisung von 91 Flüchtlingen. Freie Wohnungen gibt es zurzeit noch für sechs Personen, mit der neuen Wohnungsplanung inklusive des Amtsumbaus entsteht Platz für 52 Personen. So besteht immer noch ein Restbedarf an Wohnraum für 33 Personen.

Es wird jetzt bereits an einem Konzept erarbeitet, um der Zuweisung für 2016 gerecht zu werden. Dabei betonen sowohl Kreis als auch das Amt, dass eine „konsequente Durchführung aufenthaltsbeendender Maßnahmen für die Personen, die ausreisepflichtig sind, unerlässlich ist, damit Wohnraum für neue Flüchtlinge frei wird“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Geld wird dringend benötigt – darauf verweist nicht nur Bürgermeister Böttcher, der sich freuen würde, wenn einige Gemeinden, die nicht so belastet sind, sich mit Spenden beteiligen würden. Das Engagement von Amt und Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde ist da. Propst Sönke Funck berichtet aus der Arbeit der Kirche, die sich in der Verantwortung sieht: „Helfer beim Helfen zu helfen, ist uns ein ganz wichtiges Anliegen, denn oft kommen die ehrenamtlichen Helfer an ihre Grenze. Aus diesem Grund wurde Walter Wiegand als Koordinator für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis eingestellt“, so der Propst. Gar nicht genug könne man den Ehrenamtlern danken, so Bürgermeister Böttcher: „Das schnelle Agieren ist wichtig. Die Menschen mitzunehmen fängt bei der Sprache an. Erhöhen sich die Zahlen der Flüchtlinge, werden wir auch hier investieren müssen.“ Postitiv ist für ihn, dass in der Gemeinde Fremdenfeindlichkeiten nicht an der Tagesordnung seien: „Bis auf einen Fall, mit dem ich sehr lange über das Thema gesprochen habe und danach nichts mehr gehört habe, ist dies bei uns gar kein Thema!“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen