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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 08:12 Uhr

Fest der Begegnung : Flüchtlinge sagen Danke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein syrischer Koch ist Ideengeber für das Fest im Gemeindehaus Karby. Mithilfe zweier Frauen aus Syrien und dem Kosovo bereitet der Dörphofer orientalische Gerichte für 70 Personen.

Karby | Fremdartige Gerichte, wie das arabische Nationalgericht „Mlochiya“ oder „Hirak il isba“, stehen auf den Tischen , es duftet nach orientalischen Gewürzen, arabische, englische, serbische und deutsche Wortfetzen sind zu hören. Über den Nachmittag bis in den frühen Abend hinein sind rund 80 Menschen aus Syrien, Irak, Eritrea, dem Kosovo und aus Deutschland am Donnerstag zu Gast in dem Gemeindehaus der Karbyer Kirchengemeinde. Eingeladen und initiert hat dieses Fest nicht der Willkommenskreis, sondern ein Kreis aus Flüchtlingen. Ideengeber ist Weiam Issa. Seit knapp drei Monaten lebt der ehemalige Chefkoch aus Damaskus (Syrien) in der Gemeinde Dörphof. Er wolle einfach nur danke sagen, erklärt der 33-Jährige auf Englisch, und sich für die freundliche Aufnahme in dem fremden Land bei allen in der Kirchengemeinde Karby bedanken.

Von Weiam stammt die Idee, die Schwansener zum Essen einzuladen. Mithilfe seines Freundes Momen und Elsbeth Müller, der Koordinatorin des Willkommenskreises, kaufte er in Kiel die Zutaten und stellte sich zweieinhalb Tage in seine Küche, um zu kochen. Elsbeth Müller besorgte große Kochtöpfe. Unterstützung erhielt er von Freundin Emma Amer (33) und von Edlire Musu. Die 37-Jährige ist aus dem Kosovo geflohen und lebt seit acht Monaten in Dörphof. Sie hat „Tyrkisch Manti“ und „Albanien Burer“ zubereitet. Das Geld für die Zutaten stammt aus dem Spendentopf des Willkommenskreises.

Jeder Gast trägt ein Namensschild, das seinen Namen in deutscher und arabischer Schrift zeigt. Viel Gelächter ist zu hören, wenn die Schwansener versuchen, die Namen ihrer neuen Mitbürger auf Arabisch auszusprechen. Dass diese sich integrieren wollen, zeigt das Beispiel von Edlire. Die Mutter dreier Kinder besucht seit Mai zweimal in der Woche den Deutschunterricht und spricht bereits gut Deutsch: „Unser Essen ist ein kleines Geschenk für die große Hilfe hier“, sagt sie.

Zwei der Gäste sind Monja Globig und Sonja Blaase. „Man möchte doch schon mal wissen, wer in Höxmark oder Dörphof wohnt und Kontakt halten“, beschreibt die 42-Jährige aus Brodersby ihre Motivation, an diesem Nachmittag teilzunehmen. Monja Globig (38) ist Mitglied im Willkommenskreis. Die Karbyerin unterrichtet zweimal in der Woche ehrenamtlich Deutsch in Höxmark.

Neben den vielen Gesprächen und dem guten Essen gibt es an diesem Nachmittag auch Musik und einen Videobeitrag. Mohamed al Trabishi stellt den Gästen die größten Städte Syriens vor. Unter den Gästen befindet sich auch Volker Schimkus, Sozialarbeiter des Amtes Schlei-Ostsee. Er betreut die Flüchtlinge. Schimkus berichtet von der Hilfe der ersten Flüchtlinge, die ihre neuankommenden Landsleute teils unterstützen. „Das wirkt beruhigend auf die Neuankömmlinge“, so Schimkus.

 

 

 

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erstellt am 17.Okt.2015 | 07:41 Uhr

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