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integration fördern : Flucht aus Eritrea – Habtom und Dejen erzählen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Flüchtlingsbeirat im Amtsbereich Dänischer Wohld braucht tatkräftige Unterstützung. Auf einem Gesprächsabend am Mittwoch, 17. September, sollen neue Ideen für eine Willkommenskultur entwickeln werden.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 06:58 Uhr

Sie haben ihre Heimat verlassen und kommen aus Ländern, in denen Krieg herrscht oder sie verfolgt wurden – aus religiösen, politischen oder ethnischen Gründen. Immer mehr Menschen aus afrikanischen Ländern, Irak, Syrien oder von anderen Krisenorten der Welt suchen den Weg nach Europa. Auch nach Deutschland, auch nach Schleswig-Holstein, wo sie weder die Sprache beherrschen noch die Kultur des Landes verstehen. Seit zwei Jahren trägt die Kirchengemeinde Gettorf die Integrations- und Flüchtlingsarbeit im Bereich des Amtes Dänischer Wohld. Die rund 20 ehrenamtlich Tätigen unterstützen die Asylbewerber bei ihrer Ankunft im Amt, begleiten sie zu ihren Wohnungen und beim ersten Einkauf, sind Ansprechpartner für Behörden- und Arztbesuche. „Sie sind Paten für diese Menschen – Türöffner in unsere Welt“, erklärt Pastorin Claudia Bruweleit aus Schinkel, Vorsitzende des Flüchtlingsbeirates. Aber auch Helfende bräuchten Unterstützung, so Bruweleit. Die Arbeit habe zu einer starken seelischen und körperlichen Belastung der Helfer geführt, so dass dringend Unterstützung gesucht wird.

Und die ist nötig, da auch die Zuweisungsquote des Amtes Dänischer Wohld auf 56 erhöht worden ist. „Das bedeutet, dass wir in diesem Jahr noch Wohnraum für 33 Menschen finden müssen, die auch betreut werden müssen“, erklärt Svantje Gnutzmann, Flüchtlingsbeauftragte im Amt.

Aus diesem Grund lädt der Beirat am Mittwoch, 17. September, 19.30 Uhr, zu einem Informationsabend im Gettorfer Gemeindehaus, Pastorengang 15, ein. Zu Gast sind der stellvertretende Flüchtlingsbeirat des Landes Schleswig-Holstein, Thorsten Döhring, und zwei junge Asylbewerber, die zurzeit im Amtshaus in Schinkelerhütten leben. Habtom (23) und Dejen (23) kommen aus Eritrea. Sie haben sich bereiterklärt, von sich und ihren Schicksalen zu erzählen. Habtom hat Medizin studiert und will in Deutschland sein Studium wieder aufnehmen.

„Wir wollen, dass die Bürger ihre Skepsis gegenüber Flüchtlingen verlieren, damit wir die Menschen auffangen können und sie integrieren können“, fordert Christian Schnarke aus Altwittenbek, Mitglied im Kirchengemeinderat. Das Ziel des Infoabends – „mehr Breite in der Akzeptanz und in der Willkommenskultur zu schaffen.“

Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller und Heidemarie Siegmon aus Neudorf engagieren sich seit Beginn des Beirates. Die ehemalige Lehrerin unterrichtet die Erwachsenen in Deutsch. „Wir wollen über gemeinsame Ideen neue Mitstreiter gewinnen“, umreißt Claudia Bruweleit Ziel des Gesprächsabends. Denn ohne die Bevölkerung ginge es nicht.

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