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ruhestand : Flotter Abschied: Eine Kapitänin geht von Bord

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach fast 22 Jahren wird die Schulleiterin der Jungmannschule, Jutta Johannsen, in den Ruhestand verabschiedet. Die Laudatoren loben ihr positives Wirken für die Schule.

Eckernförde | Zum Glück hat Jutta Johannsen (65) den „Pensionsentwicklungsstandest“ (PEST) bestanden, so dass die Schulleiterin der Jungmannschule als „Ruhestandsazubi“ keine Einbußen bei ihrer Pension befürchten muss. Das Schulleitungsteam forderte von seiner Chefin einen erneuten Nachweis der pädagogischen Fähigkeiten, bevor sie sich endgültig Pensionärin nennen durfte. Einfallsreich, lustig und mit viel lobenden Worten und Dankesbekundungen wurde Jutta Johannsen gestern Mittag in der Aula der Jungmannschule in den Ruhestand verabschiedet. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Big Band und die Bläserklasse unter der Leitung Jörgen Roggenkamp.

Sie ist bislang die erste und einzige Frau, die an der Spitze der 1905 gegründeten Jungmannschule stand und diese fast 22 Jahre geleitet hat. Eine Schulleiterin, die mit ihrer energischen und direkten Art große Fußstapfen hinterlässt, wie in allen Reden anklang – zum Wohle der Schüler, des Kollegiums und der Schule. In ihre Amtszeit fällt nicht nur die Auszeichnung als Europaschule und die Öffnung der Schule für Projekte außerhalb, sondern auch diverse An- und Umbauvorhaben (zum Beispiel Bau der dritten Sporthalle ). „Sie haben große Leidensfähigkeit während der Sanierungmaßnahmen bewiesen“, dankte Bürgermeister Jörg Sibbel im Namen der Stadt, die Schulträgerin der Jungmannschule ist. Der Bürgermeister dankte Jutta Johannsen für ihre „außerordentlich verdienstvoll Arbeit als Schulleiterin“, die der Jungmannschule zu „einem hohen Ansehen in der Öffentlichkeit“ verholfen habe. Im Namen des Ministeriums für Schule und Berufsbildung dankte Dr. Gabriele Romig der scheidenden Schulleiterin für ihr „forderndes und fördernes Wirken“ und überreichte ihr die Urkunde.

„Deine Tür war immer offen, dich hat Tranzparenz ausgezeichnet“, sagte Jens Wollschläger. Er war 18 Jahre als stellvertretender Schulleiter Jutta Johannsens Kollege. Ihrem „preußischen Durchsetzungsvermögen“ sei es zu verdanken, dass die Jungmannschule den Titel Europaschule trage. Mit diesem Vermögen habe sie auch die vielen Sitzungen über die Jahre hinweg geleitet und das Prinzip erkannt: „Eine Schulleiterin macht nicht jeden Fehler selbst.“ Johannsen habe jedem Kollegen eine Chance gegeben. Der Vorsitzende des Elternbeirates, Ingo Tiedemann, dankte der Schulleiterin ebenfalls für die konstruktive Zusammenarbeit. „Sie galten in Elternkreisen als harter Hund“, sagte er, „aber Sie haben uns beteiligt und uns zugelassen – und wir konnten immer gemeinsam lachen – für die Jungmannschule.“

Eine Sitzung der Fachschaft Kunst habe nie länger als eine Stunde gedauert, verrieten die beiden Kunstlehrerinnen Karoline Rosenbusch und Ulrike Thoms in einem öffentlich auf der Bühne gehaltenen Zwiegespräch. Die Zuhörer erfuhren, dass die Schulleiterin in einer Handarbeits-AG gerne Socken für ihre Enkel gestrickt habe. Ihrer Aussage „Frau Johannsen ist flott“ stimmten alle Anwesenden mit großem Beifall zu.

So war auch eine energische Jutta Johannsen, die von ihrem Sohn Ole begleitet wurde, am Ende der zweistündigen Veranstaltung sichtlich gerührt. Den krönenden Schlusspunkt setzte ein Film, der nahezu alle Schüler zeigte, die sich fröhlich winkend verabschiedeten.

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