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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 01:45 Uhr

Flohmarkt mit Herz sucht neue Bleibe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rosi Moltzen und Silke Jürgensen müssen den Edeka-Parkplatz räumen und sind nun auf der Suche nach einem neuen Flohmarktplatz

von
erstellt am 10.Okt.2015 | 06:44 Uhr

Eckernförde | Viele Jahre war der Kakabellenplatz die ideale Veranstaltungsfläche für den Flohmarkt für gute Zwecke, den Rosi Moltzen und Silke Jürgensen 1998 aus der Taufe gehoben haben. Als die Wohnmobile kamen, mussten sie weichen, zunächst nach gegenüber an den Grünen Weg, dann auf den Edeka-Parkplatz in der Sauerstraße. Nach zwei Flohmarkt-Jahren ist dort jetzt auch Schluss: der Markt braucht die Flächen selbst, hat man Rosi Moltzen und Silke Jürgensen gesagt. Die hätten dort gerne weiter ihre monatliche Flohmärkte von 6 bis 16 Uhr abgehalten, doch die Entscheidung steht.

Jetzt suchen die beiden Initiatorinnen händeringend einen neuen Platz in Eckernförde, möglichst zentral und möglichst gut mit dem Auto und dem Stadtverkehr erreichbar. „Viele Familien und ältere Leute, die auf unseren Flohmärkten ihre Sachen verkaufen, sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen“, sagt Rosi Moltzen. Sie und ihre Freundin Silke Jürgensen haben bereits einige mögliche Flohmarktplätze wie den Preußer-Parkplatz oder den Parkplatz des Hagebaumarkts im Blick und werden das Gespräch mit der Stadt und den Eigentümern suchen. Und da sie nicht wissen, ob sich diese Wünsche realisieren lassen, bitten sie alle anderen Firmen, Geschäftsinhaber und Besitzer von innerstädtischen Plätzen oder Hallen, die das Projekt unterstützen möchten, sich bei Silke Jürgensen unter Telefon 0173/5689948 zu melden. Die beiden sind für jede Unterstützung und jeden Hinweis dankbar.

Der Flohmarkt für gute Zwecke ist zu einer wichtigen Einrichtung besonders auch für Familien mit weniger Einkommen und ältere Menschen geworden. Sie stehen hinterm Verkaufsstand und kommen als Besucher. Weit über 1000 Gäste sind jedesmal dabei, die Zahl der Händler hängt vom Platzangebot ab: am Kakabellenplatz waren es bis zu 179, bei Edeka waren es 80.

Weitere Besonderheit: Rosi Moltzen und Silke Jürgensen spenden die gesamten Standeinnahmen von 3 Euro pro Meter Verkaufsfläche für wohltätige Zwecke. Im Laufe der 17 Jahre haben die beiden auf diese eise bereits 67  400 Euro spenden können. Unterstützt wurden zahlreiche Einrichtungen wie die Eichhörnchen-Schutzstation, viele Vereine, das AWO-Spielmobil, es wurde auch mal ein Teil für den Skaterpark finanziert und auch persönliche Hilfen für weniger begüterte Familien gekauft. „Viele kleine Beträge gehen so weg“, sagt Rosi Moltzen. Auch durchaus unkonventionell: Als einem jungen Mann mit wenig Geld der Kühlschrank kaputt ging, wurde ihm Geld für einen neuen geliehen – er zahlt den Kaufpreis in Raten zurück.

Rosi Moltzen und Silke Jürgen pflegen einen Flohmarkt mit Herz für die kleinen Leute. Und Kinder liegen den beiden Frauen besonders am Herzen: „Kinder sollen nicht leiden“, sagt Silke Jürgensen, egal ob es neue Kleidung und Schulsachen sind, eine gesponserte Klassenfahrt, die bestandene Fahrradprüfung auf einem neuen „Gebrauchten“ oder der Zuschuss zu einer Delfin-Therapie. Die strahlenden Kinderaugen reichen Rosi Moltzen und Silke Jürgen als Lohn für ihren Einsatz: „Das ist einmalig“, sagen sie.

Nun hoffen sie, dass sie ihr gutes Werk an einem anderen Ort weiterführen können. Es soll möglichst nicht wieder ein Übergangsquartier sein, sondern eine dauerhafte Bleibe. Die monatlichen Flohmärkte finden meist am Wochenende in der Zeit von April bis Oktober statt. Neben dem eigentlichen Flohmarkthandel – keine Händler und keine Neuwaren – stehen vor allem der soziale Kontakt und die menschlichen Begegnungen im Mittelpunkt. Vor allem für die älteren Menschen sei der Flohmarkt für gute Zwecke eine wichtige Veranstaltung, um unter Leute zu kommen, sagen die Initiatorinnen, die derzeit noch eine stille Reserve von 1300 Euro haben, die wohltätigen Zwecken zugeführt werden sollen.

„Wir wollen die 20 Jahre noch voll machen – mindestens“, haben sich Rosi Moltzen und Silke Jürgensen zum Ziel gesetzt.

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