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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 18:24 Uhr

Fliehkräfte und Störfeuer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Misstrauen statt Miteinander, Eigennutz statt Einsicht, Rückzugsgefecht statt aufrichtiger Reue – das Wahljahr ist noch nicht ganz vorbei, da steht das Bürger-Forum bereits vor einer schweren inneren Zerreißprobe. Dr. Reinhard Jentzsch hat sich und seine Fraktion durch seinen Bürgerpark-Kauf, vor allem aber durch sein Auftreten in der Aktuellen Stunde der Ratsversammlung in eine schier ausweglose Situation gebracht: Mit ihm will bis auf seine vier Fraktionskollegen kaum einer mehr Politik machen. Und das will nur knapp sieben Monate nach der Kommunalwahl einiges heißen.

Eine Entschuldigung, ja, die gab’s. Aber keine richtige, eher eine vorgeschobene, um den Schein zu wahren. In seinem Kopf bewegten ihn ganz andere Gedanken: Was wollt Ihr eigentlich von mir? Was hab’ ich euch getan? Es mag ja sein, dass ihm seine Verfehlungen rund um den dubiosen Bürgerpark-Deal bis dahin nicht wirklich bewusst waren, und er tatsächlich nur Gutes für Eckernförde will – aber wer weiß das schon? Nur glauben wird ihm das nach der Nummer am Dienstagabend im Ratssaal erstmal keiner mehr. Ob der tiefe Graben zwischen Jentzsch und der ihn offenbar noch tragenden Fraktion auf der einen und dem großen politischen Rest auf der anderen Seite überhaupt jemals wieder wird schließen lassen, muss sich zeigen.

Fest steht: Ohne ihn wär’s leichter. Nur langsam geht dem Bürger-Forum, das aus dem Stand fünf der 27 Ratsmandate gewann, das politische Personal aus. Auch das dürfte ein Grund für die nach außen hin geschlossenen Reihen sein. Ob sich Reinhard Jentzsch und das Bürger-Forum damit einen Gefallen tun, steht auf einem anderen Blatt.

Die Hoffnungen des Bürger-Forums ruhen nun ganz auf den breiten Schultern des Fraktionsvorsitzenden und neuen Bauausschussvorsitzenden Matthias Huber, der sich vor und hinter den Kulissen nach Kräften bemüht, die politischen Fliehkräfte und internen Störfeuer im Zaum zu halten.

Fast zu viel für einen allein.

Platzte der Ratssaal am Dienstag noch aus allen Nähten, verirrten sich am Donnerstag nur etwas mehr als eine Handvoll Bürger, um sich über die Lärmaktionsplanung informieren zu lassen und selbst etwas beizusteuern. Und das war überaus interessant. Neben der Frage, wie man die Belastung der Anwohner der lautesten Straßen reduzieren kann, berichteten Bürger teilweise von unglaublichen Szenen und hirnloser Raserei, die sich auf Eckernfördes Straßen abspielen. Wenn keiner kontrolliert, werde weitergerast. Nur durch mehr Polizeipräsenz oder fest installierte „Starenkästen“ oder Blitzsäulen würde sich das Gefährdungspotential spürbar verringern und auch die Lärmbelastung minimieren lassen.

Man muss es nur wollen.

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