Flatrate wird zur Fleet-Ratte

Die „Fleet-Ratte“ im Netz. Diese kreative Strickarbeit von Hannelore aus dem Schwarzwald sorgte für große Erheiterung.
Die „Fleet-Ratte“ im Netz. Diese kreative Strickarbeit von Hannelore aus dem Schwarzwald sorgte für große Erheiterung.

Begriffsverwirrung um eine Telekom-Pauschale

shz.de von
20. Juli 2018, 19:28 Uhr

Hannelore (80) und Sohn Klaus (52) besuchten im Spätsommer letzten Jahres unsere Galerie in Maasholm, und erklärten glaubhaft, für die anerkannt schönen Acrylbilder in ihrer Wohnung keine entsprechenden Wandflächen verfügbar zu haben. Stattdessen wechselten dann einige Bild-Postkarten den Besitzer.

Mutter und Sohn waren aus dem nördlichen Schwarzwald angereist und erteilten uns mit großer Begeisterung und entsprechendem Erfolg Nachhilfeunterricht in Sachen Urlaubsqualität der Region Halbinsel Maasholm/Angeln, mit seiner typischen Landschaft unter den überraschend weitflächigen Ostseestränden. Dem Erstbesuch in der Galerie folgten noch einige gemütliche Teestunden und der Beginn einer zarten Freundschaft. Diese verstärkte sich in den folgenden Nachurlaubswochen per Brief und ausgiebigen Telefonaten.

Wir würgten allerdings alle ankommenden Anrufe immer umgehend ab, nachdem wir Hannelore von unserer Pauschalvereinbarung mit der Telekom (kurz: flatrate) berichtet hatten und riefen also spontan zurück. Hannelore bedankte sich regelmäßig für die Rückrufe, sparte sich aber die Frage, was eine „Fleet Räit“ sei, noch etwas auf. Sohn Klaus erklärte ihr dann (vermutlich telefonisch, was die akustische Übermittlung sicher etwas beeinträchtigt hat), was denn „Fleet Räit“ bedeutet.

Weihnachten stand vor der Tür und wir Maasholmer drucksten etwas ratlos herum, weil wir Probleme hatten, den ansonsten für Weihnachten typischen Päckcheninhalt (von Hannelore) zu identifizieren. Wir konnten uns auf das eindeutig Selbstgestrickte keinen Reim machen und baten Hannelore – etwas peinlich berührt, jedoch verbunden mit einem artigen Dankeschön – um Aufklärung und Bedeutung der Stricksachen.

Hannelore überraschte uns mit einer völlig unbegründeten Entschuldigung: Sie habe 14 Tage im Krankenhaus verbracht. Es sei wenig bestrickend gewesen, demzufolge sie ganz gegen ihre sonstigen Intentionen nur eine Kleinigkeit zustande gebracht habe (sonst waren es schon mal herrliche Socken). Was es denn nun sei? Dazu endlich Hannelore: Das ist doch die „Fleet-Ratte“, von der wir und Sohn Klaus doch immer gesprochen hätten.

Begleitet von schallendem Lachen vollzogen wir die Anatomie des nun possierlichen Tierchens nach, wobei die perligen Knopfaugen dann auch als typisch rattig erkannt wurden.


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