Nachnutzung : FlaRak-Gelände – Spielwiese für Ideen

Eine umfangreiche Konzeptidee als Naturerlebnisraum stellte Sabine Noth-Stöcks vor.
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Eine umfangreiche Konzeptidee als Naturerlebnisraum stellte Sabine Noth-Stöcks vor.

Im Tourismusausschuss wurden acht Ideen und Konzepte von Bürgern und Gemeindevertretern zur möglichen Nachnutzung des FlaRak-Geländes in Kleinwaabs vorgestellt. Allen gemeinsam ist der Erhalt der Fläche in Gemeindehand.

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04. Juni 2014, 11:07 Uhr

Waabs | Auf dem rund elf Hektar großen ehemaligen FlaRak-Gelände könnte eine ganze Menge geschehen, das ergab die erstmalige Vorstellung von acht Konzeptideen bei der mit rund 30 Bürgern besuchten Sitzung des Ausschusses für Tourismus am Montagabend im Schwansener Hof. Allen gemeinsam ist der sorgsame Umgang mit dem Naturgrundstück, der Einsatz des Geländes für Urlauber wie für die Waabser, nur geringes zusätzliches Verkehrsaufkommen als auch der Erhalt der Fläche in Gemeindebesitz. „Ich bin begeistert, wie viele tolle Vorschläge kamen“, stellte Ausschussvorsitzende Elvira Brief (SPD) fest.


Fläche bleibt in Gemeindebesitz


Wichtig war aber auch allen Ideenvorstellern, dass mit dem Gelände eine teilweise Wertschöpfung zu Gunsten der Gemeindekasse erfolgen soll, denn, das war wiederholt zu hören, auch wenn das Areal nur so daliege, koste es Unterhaltung. Alle Vorschläge zeichneten sich dadurch aus, dass alles in kleinen Schritten zu realisieren sei, da es keinen Zeitdruck gebe, wie Heinz Haller (WGW) feststellte

So schlug Bürgerin Rosemarie Lumack vor, dass auf der Fläche Gelegenheit für zahlreiche Freizeitangebote wie für Drachenflieger, für Seifenkistenrennen, für Modelbaufreunde, als Verkehrsübungsplatz für Kindergärten oder als Treffpunkt mit Grillhütte wäre.

Mehr Aufwand wollte Nis Juhl (CDU) treiben, der vorschlug, das Areal als Veranstaltungsgelände herzurichten. Ein erster Schritt wäre der Bau eines Sanitärgebäudes, wahlweise die Erweiterung des vorhandenen in der Alten Wache der Anlage. In einem zweiten Schritt könnte eine feste Bühne errichtet werden, so dass die Anlage auch gewisse Erträge erwirtschaftet.

Einen Park der Regionen als Erlebnispark war die Idee des Bürgers Günther Bothe. Er könne sich vorstellen, dass in den vorhandenen so genannten Splitterboxen aus Beton die 21 Regionen des Landes sich präsentieren. Natur zum Erleben, eine Aussichtsplattform, die Anbindung des Areals in die Landschaft und an das Reit- und Radwegnetz, sowie den Erhalt von Möglichkeiten für Veranstaltungen und Zeltlager, waren seine Ideen.

Bruno Kruse (CDU) schlug vor, das Areal zu halbieren. In einem Bereich sollten Veranstaltungen möglich sein, es sollte Platz für den Erhalt von Biotopen und Naturräumen sein und es sollten Parkplätze und auch Wohnmobilstellplätze errichtet werden. In der Alten Wache könnten ein Infozentrum und sanitäre Anlagen unterkommen. In dem anderen Bereich stellt er sich vor, dass kleine, reetgedeckte Ferienhäuser auf großen Grundstücken eingebunden in die Landschaft entstehen könnten. Er machte sich für eine ausgewogene Nutzung zwischen Tourismus sowie Erhalt und Pflege der Natur stark. Anders als alle anderen würde er es begrüßen, wenn der derzeit dort noch befindliche Bauhof in das Gewerbegebiet Fuchsberg umgesiedelt würde.

Einen akkuraten Konzeptentwurf stellte Sabine Noth-Stöcks (WGW) vor. Ihr schwebt ein Erlebnispark vor, der eine E-Bike-Ladestation, Reiterboxen samt Koppel und Blockhütten für Gäste bereit hält. Darüber hinaus stellt sich die Architektin vor, dass ein großer Irrgarten entsteht, ein Veranstaltungsplatz mit Tribüne, ein Rosengarten mit Café und wenigen einfachen Übernachtungshütten, ein Aussichtsturm und ein Arboretum (Baummuseum) entstehen. Mit einem Barfußpark, einem Naturspielplatz und -lehrpfad könnten vorhandene Biotopelemente integriert werden. „Es sind alles nur Visionen“, sagte sie, und vieles sei kombinierbar. Sie schlug vor, einen Landschaftsplaner zu beauftragen.

Ganz ähnlich sah das Konzept von Elvira Brief (SPD) aus, die zusätzlich auch Kunst und Künstler auf das Gelände führen möchte. Ihr schwebt zusätzlich ein Meer der Steine, ein Dorfmuseum und ein Amphitheater vor. In der Alten Wache könnte ein Café entstehen. Auch sie hält Wohnmobilplätze wie auch Parkplätze für sinnvoll. In ihrem Konzept waren Ideen einer Magisterarbeit zum FlaRak-Gelände eingeflossen.

Die Bürger Heidrun und Helmut Böcker sowie Uwe-Jens Nonnsen hatten ebenfalls eine Idee eingereicht, waren aber urlaubsbedingt nicht da. Grundsätzlich neues schlugen sie nicht vor, so Brief kurz. Als achte stellte Frederike zu Lynar-Lassen die Ideen der WGW vor, die unter dem Stichwort Entschleunigung ganz ähnliche Idee vortrug, wie sie bereits vorgestellt wurden. „Wir sind für kleine Schritte und dass das Gelände im Gemeindebesitz bleibt“, sagte sie. Vor allem der Reitverein sei auf Parkplatzflächen angewiesen, sonst könnten keine Turniere mehr stattfinden, stellte sie zugleich als Vorsitzende des Reitvereins fest.

Bürgermeister Udo Steinacker (CDU) dankte den Bürgern für ihre Ideen. In den Fraktionen werde man darüber beraten, wobei auch weiter Ideen beigesteuert werden könnten. Beschlüsse würden in der Gemeindevertretung gefasst, in einer Einwohnerversammlung könnte das Konzept noch mal vorgestellt werden, warf Brief ein.

Standpunkt:

Große Visionen als Wegweiser

 Beachtlich, welche Ideenvielfalt  für das ehemalige Militärgelände an der Waabser Steilküste in Wort und Bild vorgestellt wurden. Man könnte fast meinen, alles sei möglich. Technisch  spricht da sicher nichts gegen, aber praktisch?  Über Investitionen wurde Montagabend nicht gesprochen, es hätte sicher die Aussicht auf eine Realisierung getrübt.  Viel Natur erhalten und besondere touristische Ausrufezeichen setzen kostet Geld, das  verdient werden muss, im Idealfall auf der Fläche selber.  Hier wird die Zukunft zeigen, wie viel „vermarktet werden“ muss, um  möglichst viel Natur und Freiraum für die  Waabser und ihre Gäste zu erhalten. Der Startschuss ist geglückt, die Laufstrecke aber noch lang. Aber es gibt Visionen, das ist ein guter Wegweiser.

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