jubiläums-fiesta : Flamenco – Fest für die Sinne

Anmut, Eleganz und Leidenschaft – die Flamencotänzerinnen der „Los Balticos“ zogen das Publikum mit ihren Tänzen, hier eine „Guajira“, in ihren Bann.
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Anmut, Eleganz und Leidenschaft – die Flamencotänzerinnen der „Los Balticos“ zogen das Publikum mit ihren Tänzen, hier eine „Guajira“, in ihren Bann.

Die „Los Balticos“ zeigten eine ganz besondere Matinee anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums im Samain. Weit über 100 Besucher erlebten pure Leidenschaft in Gesang, Tanz und Musik

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19. Januar 2015, 07:07 Uhr

Sie gehen nicht, sie schreiten auf die Bühne – stolz, zugleich anmutig und elegant. Sie warten auf ihren Meister, denn ohne die Flamenco-Gitarre sind die Tänzerinnen ein Nichts. Rayko Schlee beginnt zu spielen. Sein Temperament, seine Leidenschaft für andalusische Musik springt sofort auf die Damen über. Sie beginnen zu tanzen – zuerst nahezu zögernd, dann immer lebhafter. Als Kristina „la Peliroja“ mit ihrer tiefen, erdfarbenen, warmen Stimme die ersten spanischen Wörter singt, ist es nicht nur um die Tänzerinnen oben auf der Bühne geschehen. Auch das Publikum sitzt wie gefesselt auf seinen Plätzen. Jetzt erbeben die Bühnenbretter unter den Füßen der Tänzerinnen. Das Klackern ihrer Flamencoschuhe fordert die absolute Aufmerksamt eines jeden Anwesenden ein. Den Fächer in der rechten Hand raffen sie im Takt der Melodie ihre vielfarbigen Röcke. Ihre Körper zeigen eine Anmut und Leidenschaft, die mitreißend ist. Das Klackern wird lauter, die Füße bewegen sich in einer eleganten Schnelligkeit, die einem den Atem verschlägt. Ihre Finger spreizen sich zu Verrenkungen, ihre Augen lassen ihren Stolz erahnen – Flamenco ist eine Komposition von Gitarre, Gesang und Tanz und spiegelt ein Lebensgefühl wider, das von Leichtigkeit, Anmut, Eleganz und Leidenschaft geprägt ist – die Tänzerinnen versprühen pure Lebensfreude, die alle im Saal an diesem Sonntagvormittag ansteckt.

Über 110 Frauen und auch Männer haben gestern den Weg ins Tagungshaus Samain gefunden, um die Matinee der „Los Balticos“ anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums zu erleben. Unter der Leitung von Doris Schlüter widmen sich rund 20 Tänzerinnen und zwei Tänzer aus und um Eckernförde jeden Mittwoch spanischen Liedern und dem aus Andalusien stammenden Flamencotanz (wir berichteten). Eigens für ihre Matinee waren auch Profis angereist, die sie unterstützten – nicht nur in ihrem ureigenen Metier und ihrem Wissen, sondern vor allem durch ihre inspirierende Art. La Mona aus Berlin hatte noch am Freitag und Sonnabend – rund 14 Stunden lang mit den Damen am letzten Schliff der Choreografie gefeilt. Charmant führte La Mona auch durchs Programm und gab einige kurze Erklärungen zu den Tänzen. So beschreibt die „Guajira“ ein Lebensgfühl – morgens nach einer Tasse Kaffee mit dem Liebsten einen Spaziergang am Strand zu machen – leicht und doch leidenschaftlich.

Immer wieder spornte La Mona, die selbst im Sitzen eine Leidenschaft für den Flamencotanz offenbart, die Tänzerinnen an. Besonders sichtbar wurde das, als Doris Schlüter allein auf der Bühne einen „Tientos“ tanzte, ein Tanz, der sehr viel Dramatik in sich birgt und von der Tänzerin sehr viel Ausdruck erfordert. La Mona geleitet Doris Schlüter förmlich auf die Bühne, die im Augenblick des Gesangs von Kristina, des Gitarrenspiels von Rayko und des Cajonspiels von Matthias Hasselberger sich vor den Augen des Publikums in eine andere verwandelt – in eine stolze, leidenschaftliche Andalusierin.

Susanne Krey (56), Tanja Gerstmann (47, beide aus Damendorf) und Birka Peter (48, aus Eckernförde) sind echte Fans der „Los Balticos“ sowie der Sängerin Kristina „la Peliroja“ (Amsterdam) und des Gitarristen Rayko Schlee (Berlin)– „zum Niederknien“, so Susanne Krey. „Man spürt so viel Herzblut bei allen“, sagt Tanja Gerstmann. Das mögen alle im Saal gespürt haben, denn der donnernde Applaus, die Begeisterungsrufe wollen an diesem Sonntag einfach nicht nachlassen.

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