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SELTENES PHÄNOMEN AM STRAND : Fischsterben am Hundestrand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf einer Länge von 100 Metern, kurz vor der WTD, verendeten am Donnerstag Dorsche und Schollen. Laut Experten ist die Ursache ein zeitweiliger niedriger Sauerstoffgehalt im Wasser der Eckernförder Bucht gewesen.

Eckernförde | Anglern und Spaziergängern, die gestern Morgen am Hundestrand vor der WTD spazieren gingen, bot sich ein ungewöhnlicher Anblick. Hunderte von Fischen lagen im Flachwasserbereich und am Wassersaum am Strand. Dorsche in jeder denkbaren Größe – unter ihnen auch Exemplare von bis zu 40 Zentimetern – zappelten noch hin und her oder waren bereits verendet. Ein merkwürdiges Verhalten zeigten auch über 100 Schollen, die scheinbar gezielt im Schwarm Richtung Strand schwammen. Einige trieben bereits bauchoben, während die meisten sich im nur wenige Zentimeter tiefen Wasser aufhielten. Eine weitere Merkwürdigkeit dieses Phänomens: Nur ein kleiner Teil des Hundestrandes, nur wenige Meter von der WTD entfernt, war von dem Ereignis betroffen. Das Fischsterben war auf 100 Meter begrenzt. Für die Möwen ein Festmahl– in Schwärmen fischten die Vögel ihre Beute ab.

Unter den Fischen, die im Flachwasser und am Strand um ihr Leben rangen, befanden sich auch Flunder, Hering, eine Aalmutter sowie ein gefleckter Lippfisch. Hannah Sliwka, stellvertretende Leiterin des Ostsee Info-Centers (OIC) hat für dieses seltsame Vorkommnis eine Erklärung. Gestern Morgen herrschte Niedrigwasser. Aufgrund eines realtiv starken Westwindes war das sauerstoffarme Tiefen- wasser der Ostsee nach oben gedrückt worden. Für die Fische stellte das ein Problem dar: Sie bekamen nicht genug Sauerstoff. So wurde gestern Morgen auf Höhe des OIC ein Sauerstoffgehalt von 32 Prozent gemessen. „Am Hundestrand kann der Sauerstoffgehalt an der Stelle noch geringer ausgefallen sein“, sagt die Expertin. Als Reaktion auf den geringen Sauerstoffgehalt suchen die Fische die Wasseroberfläche auf, da dort der Sauerstoffgehalt höher ist. Für die Anlandung im Flachwasser oder am Strand vermuten Hannah Sliwka und Marco Knaup, Techniker im OIC, als Ursache Strömungsverhältnisse. Sind die Fische geschwächt, sind sie zudem ein leichtes Spiel der Wellen. Das Wasser kehrte tagsüber wieder in die Bucht zurück. Bereits gegen Mittag herrschte in der Ostsee vor dem OIC wieder ein Sauerstoffgehalt von 41 Prozent. Das Phänomen des Fischsterbens, das nach Auskunft der Experten ein- bis zweimal im Jahr vorkommt, war mit dem Anstieg des Sauerstoffgehalts gestern Abend beendet.

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