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Was macht eigentlich ....? : Firma und Familie anstatt Politik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heute in der Serie: Gettorfs ehemaliger stellvertretende Bürgermeister Jens-Uwe Delfs

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Gettorf | In einer Serie besuchen wir Persönlichkeiten, die früher im Dänischen Wohld gewirkt haben und berichten in loser Folge, wie sich ihr Leben verändert hat. Heute in der Reihe „Was macht eigentlich…?“: Jens-Uwe Delfs aus Gettorf.

Er hat viel zu tun. Trotz der geschäftlichen Verpflichtungen nimmt sich Jens-Uwe Delfs Zeit für ein Interview. Er trägt ein kurzärmeliges, kariertes Hemd, graue Hosen und Sonnenbrille. Vier Jahre ist es her, seit sich der 48-jährige Dachdeckermeister, Betriebswirt und Geschäftsführer der traditionsreichen Gettorfer Dachdeckerfirma Delfs & Sohn, aus der Kommunalpolitik verabschiedet hat. 2003 hatte er sich von der CDU für die Kommunalpolitik begeistern lassen. Zuerst hatte die CDU noch die absolute Mehrheit mit zehn Sitzen, verlor bei den anschließenden Wahlen aber drei davon. „Als wir die absolute Mehrheit hatten, konnten wir auch was bewegen“, erzählt Jens-Uwe Delfs. Danach wurde es mühsamer. Er war Vorsitzender des Bauausschusses und stellvertretender Bürgermeister. Bis er 2010 nach einem Zerwürfnis mit der CDU aus der Kommunalpolitik ausstieg. „Das war eine Lebenserfahrung“, meint er heute rückblickend. Mehr möchte er dazu auch gar nicht sagen.

Seine betriebswirtschaftlichen Zahlen zeugten davon, dass er ab da mehr Zeit für die Firma hatte. „Die Politik hat wahnsinnig viel Zeit gekostet“, erinnert er sich. „Der Posten des Bauausschussvorsitzenden ist nach dem Bürgermeisteramt wohl einer der arbeitsintensivsten in der Kommunalpolitik.“ In den Zeiten, wo sie bald jeden Tag mit der Planung von neuen Baugebieten und dem Sky-Markt beschäftigt waren, da sei die Familie deutlich zu kurz gekommen. Und die Firma auch. 2008 wurde Richtfest der neuen Halle gefeiert, dann das Zerwürfnis mit der Partei, die Kinder in der Pubertät und später der Neubau. „Alles eine stressige Zeit“, sagt er. Jetzt ist Ruhe eingekehrt.

Die Firma ist von acht auf zwölf Mitarbeiter angewachsen. Mehr will er auch nicht: „Meine Frau Anja und ich machen das Büro alleine.“ Und sie bilden schon den Nachwuchs aus. Malte Flemming, der im Betrieb gelernt hat, macht gerade seine Meisterschule in Flensburg. Jens-Uwe Delfs unterstützt das, die Firma übernimmt Schulgeld und Prüfungsgebühren. Und Malte Neumann, der Lebensgefährte der älteren Tochter Marina, absolviert ein duales Studium zum Hochbauingenieur bei der Baufirma Sievers in Kropp und an der Fachhochschule Lübeck.

Immer in Erinnerung wird Jens-Uwe Delfs der Auftrag zur Eindeckung des Kirchturms 2012 bleiben. „Das hat mir, meiner Familie und unseren Mitarbeitern sehr viel bedeutet“, betont er. „Es macht uns alle immer wieder stolz, wenn wir das tolle Gesamtwerk mit Turm und Flügel betrachten und sagen können, das haben wir gemacht. Das war ein Auftrag, den man in dieser Form höchstens einmal im Leben bekommt.“ Jetzt, wo ihre Töchter aus dem Haus sind, nehmen er und seine Frau sich auch Zeit zum Verreisen, etwa nach Mallorca oder in die Dominikanische Republik. Zudem haben sie das Geo-Caching, die moderne Form der Schatzsuche, für sich entdeckt. Ausgestattet mit einem Global Positioning System (GPS)-Empfänger und Koordinaten aus dem Internet versuchen sie, Schätze zu finden, die jemand anderes an ungewöhnlichen Plätzen versteckt hat. Jens-Uwe Delfs schwärmt und gesteht: „Wenn man die erste Dose gefunden hat, kommt das Fieber.“









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