Walsichtung : Finnwal hält Angler in Atem

Anglern gewährte der in der Eckernförder Bucht gesichtete Finnwal einen kurzen Blick auf seinen Rücken.
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Anglern gewährte der in der Eckernförder Bucht gesichtete Finnwal einen kurzen Blick auf seinen Rücken.

Ein über zehn Meter großer Meeressäuger hält sich seit mindestens 1. Mai in der Eckernförder Bucht auf. Er ist mehrfach gesichtet worden. Ein Angler aus dem Emsland hat ein Video gedreht.

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05. Mai 2015, 06:32 Uhr

In der Eckernförder Bucht schwimmt ein Wal. Mehrere Augenzeugen haben mittlerweile die Walsichtung vom 1. Mai durch einen Mitarbeiter des Ostsee-Info-Center (OIC) bestätigt. Auch gestern war der Meeressäuger noch vor Eckernförde unterwegs. Fischermeister Eckhard Michelsen hat den Wal um kurz nach 11 Uhr von der Strandpromenade aus in Höhe der Galerie Nemo in etwa 300 Metern Entfernung entdeckt. „Die Wasseroberfläche war hell, plötzlich wurde es schwarz, und der Wal tauchte für wenige Sekunden auf“, berichtete Michelsen. Auch am 1. Mai war er unterwegs, diesmal mit seinem Kutter „Ecke 4“ und Gästen an Bord. Und die, so der Fischermeister, „haben alle den Wal gesehen“, nur er und sein Sohn nicht: „Wir haben wohl in die falsche Richtung geguckt“, meinte er trocken.

Der Wal ist da, nur ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Buckelwal, sondern ein Finnwal, auszumachen an der typischen kurzen Finne kurz vor der mächtigen Schwanzflosse. Diese Identifizierung geht besonders gut aus dem Video hervor, das Angler Markus Tombrink am 1. Mai mit seiner Handykamera gemacht hat. Der Emsländer, der das verlängerte Wochenende mit seinen Freunden für einen Angeltrip im 400 Kilometer entfernte Eckernförde genutzt hat, war am Nachmittag gegen 16 Uhr mit einem Angelboot und den Kollegen Christian Nüsse und Wilfried Rosteck auf der Bucht zwischen Marinehafen und Steilküste Altenhof unterwegs, als plötzlich direkt vor dem Bug ein Wal zum Ausblasen an die Oberfläche kam. Das Trio traute seinen Augen nicht. Aber der Wal war schnell wieder verschwunden. Aber nur für drei bis vier Minuten, dann tauchte er (oder ein anderes Tier) steuerbord in etwa 20 Metern Entfernung für drei Sekunden wieder auf. Doch diesmal hatte Markus Tombrink sein Handy gezückt und den Moment des auftauchenden Finnwals für die Nachwelt und als Beweis festgehalten, kein Anglerlatein zu erzählen (Video siehe auch www.shz.de). Großer Jubel, als der mächtige Rücken des etwa zehn Meter langen Meeressäugers die Wasseroberfläche durchbrach und für ein paar Sekunden sichtbar wurde, welch gewaltiges Tier unter Wasser nach Heringen und Sprotten jagt. Die Eleganz des großen Meeressäugers war für die drei Angler aus dem Emsland ein faszinierender Anblick. „Wir haben nicht schlecht gestaunt“, sagte Markus Tombrink unserer Zeitung schon etwas gefasster mit drei Tagen Abstand. Und wenige Minuten später war der Wal ein drittes Mal innerhalb weniger Minuten präsent. Diesmal in Höhe des Marinehafen, wo er eine große Dunstwolke ausstieß.

Ebenfalls Augenzeuge ist Oliver Graßmann. Der Präparator und Mitarbeiter des Ostsee-Info-Centers hatte den Wal am vergangenen Freitag entdeckt. Graßmann war gerade auf dem Seesteg neben dem OIC und hat Muschelreste ins Riff geworfen, als er gegen 10.20 Uhr etwa 200 Meter von der Küste entfernt bei glatter See neben einer Netzfahne auf ein leichtes Kräuseln gesehen hat. „Das Wasser wurde auf einmal so blubberig, als ob Taucher eine Party feiern würden“, beschreibt Oliver Graßmann die Szenerie sehr anschaulich. Das Blubbern dürften die Luftbläschen gewesen sein, die Finnwale wie einen Zaun um einen Fischschwarm setzen, um ihn zu fixieren und dann mit seinem großen Maul zu verschlingen. Dann schwamm der Wal schräg in Richtung Ufer auf den OIC-Mitarbeiter zu, schob seinen gewaltigen Rumpf an die Oberfläche und stieß eine Blaswolke aus. Graßmann schätzt den Körperdurchmesser auf zwei Meter, was auf eine Körperlänge über zehn Metern schließen lässt.

Walexperte Dr. Andreas Pfander hat sich das Video von Markus Tombrink ebenfalls angesehen. Er schätzt den jungen Finnwal auf zehn bis elf Meter. Die geringe Tiefe der Eckernförder Bucht sei „kein Problem“. Finnwale seien exzellente und schnelle Schwimmer, die den Heringsschwärmen folgen und auch ihren Weg aus der Bucht heraus finden werden.

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