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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 17:42 Uhr

Finissage mit literarischer Weltreise

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nicht nur mit dem Pinsel – Volker Altenhof kann auch mit der Schreibfeder gut umgehen

Verbindet man mit Volker Altenhof in erster Linie farbgewaltige Malerei, zeigte der Künstler aus Altenhof bei der Finissage am Mittwochabend in der Galerie 66 eine völlig andere Seite: Literarische Skizzen von den unterschiedlichste Orten der Welt. „Ich bin natürlich eher der Maler als der Literat“, beschreibt sich der 64-jährige Künstler. Was die Zuhörer im voll besetzten Saal zu hören bekamen, waren Kurzgeschichten zu Selbsterlebtem, beobachtet beim Betreten einer Tankstelle im australischen Outback, Gespräche an Bord eines Passagierdampfers, einer Schlauchbootexpedition im Regenwald des Amazonas und nicht zuletzt einen wolkenbruchartiger Regenfall in der Wüste Jemens.

Zu Beginn stimmte Galerist Falko Windhaus die Zuhörer mit einer Bilderreihe aus dem Atelier Altenhofs und der Vernissage Anfang Oktober ein, bevor der Künstler selbst aus seinen eng handschriftlich beschriebenen Skizzenbüchern mit bildhaften Formulierungen die Zuhörer in den Bann zog. Das Beschriebene erinnerte in seiner Bildhaftigkeit nicht selten an Filmszenen, wie etwa die „selbst gebaute Tankstelle mit ausgelagertem Restaurant“, wo der kaffedürstende Reisende lapidar mit einem „Help Yourself“ aufgefordert wurde, seine Tasse mit Kaffeepulver und Heißwasser aufzufüllen.

„Es sind Dinge, die danach schreien, konserviert zu werden“, so der Autor, der seine Aufzeichnungen ähnlich einem Tagebuch macht, dabei auch manches Bild zwischen die Absätze skizziert. Rund 13 Jahre war Altenhof in allen Ecken der Welt unterwegs, hat Hochzeiten in Indien erlebt und ist vor dem Hochwasser in der Wüste geflüchtet, das sich in Wadis (trockenes Flussbett) zu reißenden Flüssen verwandeln kann und hat Menschen erlebt, bei denen die Kalaschnikow zum täglichen Gebrauch gehört.

Am Ende gab es viel Applaus, und so mancher hätte gerne weitere literarisch hochwertig formulierte Kurzgeschichten aus fernen Ländern gehört. An diesem Abend hat der Maler Volker Altenhof bewiesen, dass er nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit der Schreibfeder ein gutes Händchen hat.



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erstellt am 21.Nov.2014 | 06:21 Uhr

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