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Berühmter Stubentiger : Findus – der Dieb, dem keiner etwas übel nimmt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Elke Pistor hat das Buch „111 Katzen, die man kennen muss“ geschrieben. Findus ist einer der Protagonisten

Er stibitzt Wäsche frisch von der Leine, schleppt Handtücher, Unterhosen, Socken, T-Shirts und Putzlappen durchs Dorf und legt sie vor die eigene Haustür. Es handelt sich um Findus, den braun gestromten Kater von Familie Gertz aus Revensdorf. Seine ungewöhnliche Angewohnheit katapultierte ihn im Sommer 2013 in die Schlagzeilen und machte ihn zu einer kleinen Berühmtheit. Zeitungen, Radio und Fernsehstationen berichteten über ihn. Beobachtet aber hat ihn bisher noch niemand auf seinen diebischen Streifzügen. Und natürlich bekommen die rechtmäßigen Eigentümer ihre Wäschestücke zurück.

Wie im vergangenen Jahr angekündigt, ist nun ein Buch erschienen, in dem Autorin Elke Pistor neben vielen anderen Anekdoten auch die von Kater Findus festgehalten hat. „111 Katzen, die man kennen muss“ heißt das Buch. Elke Pistor hat Familie Gertz ein Exemplar zuschicken lassen. Mit Widmung, zeigt Markus Gertz. „Mit schnurrigem Dank“ steht da auf der ersten Seite. Er hat das Buch schon gelesen, findet es amüsant. „Man erkennt aber schon, dass sie Krimibuchautorin ist“, merkt er an. Die Geschichte über Findus sei sehr spannend erzählt. Kater Findus hat es sich derweil neben ihm in der Sofaecke gemütlich gemacht, schläft schon fast. „Wenn der Kater wüsste, was das so alles nach sich gezogen hat“, sagt Markus Gertz, streicht ihm über das Fell und lacht.

Elke Pistor hatte bei der Recherche zu ihrem Buch ebenfalls über die Medien von Kater Findus aus Schleswig-Holstein erfahren und Markus Gertz über die Feuerwehr Gettorf ausfindig gemacht. Sie wollte die Geschichte über Findus aus erster Hand hören. Elke Pistor lebt in Köln, hat Pädagogik studiert, ist als Autorin und Publizistin tätig, schreibt Kurzgeschichten und Kriminalromane. In ihr Buch geschafft haben es außer Kater Findus weitere 110 bemerkenswerte Katzen: Fräulein Sinner, die wohl einzige Katze mit Universitätsstudium, Fritz, die Katze auf Helge Schneiders Katzeklo, Tiger, der Amerikas meistgesuchten Verbrecher überführte, Mr. Lee, der vierbeinige Starfotograf oder Choupette Lagerfeld, die durch ihre Berufstätigkeit mehr Geld scheffelt als der Durchschnittsverdiener im Fürstentum Monaco.

Ja, Findus sei schon ein mystisches Geschöpf, bestätigt Markus Gertz. Er hat so seinen Dickkopf. Jetzt im Winter sei er ruhiger, gesteht er. Aber erst am Sonntag lagen wieder Handschuhe und eine Mütze vor der Tür. Vieles stibitze Findus von ihrer Zeitungsfrau. Die findet ihre Sachen dann morgens bei ihnen vor der Haustür wieder. Im Dorf kennt ihn jeder. Inzwischen ist Findus auch das Maskottchen der Jugendfeuerwehr Revensdorf geworden. „Er kommt oft ins Feuerwehrhaus und beobachtet uns, wenn die Jungs und Mädels ihren Dienst tun“, verrät Markus Gertz, der die Jugendlichen als Jugendwart betreut. So richtig erklären kann sich die Familie diese seltsame Angewohnheit bis heute nicht. Vielleicht hat es ja mit Dankbarkeit zu tun. Denn Findus, damals erst wenige Wochen alt, war in eine Zwischenwand eines Schuppens gefallen und wäre wohl elendig zugrunde gegangen, wenn die Kinder nicht sein Maunzen gehört hätten. Sie demontierten die halbe Wand, um ihn zu retten und adoptierten ihn. Hannes, der heute elfjährige Sohn des Hauses, hat ihn damals großgezogen. Markus Gertz vermutet: „Wahrscheinlich zeigt sich Findus mit seinen Geschenken dafür bis heute dankbar.“
> „111 Katzen, die man kennen muss“, Elke Pistor, 240 Seiten, Fotografien, ISBN 978-3-95451-830-2, Emons-Verlag, 16,95 Euro.

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