Drehort Eckernförde : Filmdreh - schwere Jungs am Jaichhafen

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Regisseur Tonio Stintzing (2. v. l.) mit seinen Hauptdarstellern Ivo Kortlang und Charles Rettinghaus, Bootsbesitzer Werner Trapp (v. l.), seinem Team und den Komparsen, unter ihnen auch Matthias Huber (auf dem Boot r.) und Oliver Folge (Präsident MC Atrox, hinten l.) sowie die Atrox-Mitglied Ingo Koch, Ronald Lux und Ralph Janssen (v. l.). Fotos: karkossa-schwarz
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Regisseur Tonio Stintzing (2. v. l.) mit seinen Hauptdarstellern Ivo Kortlang und Charles Rettinghaus, Bootsbesitzer Werner Trapp (v. l.), seinem Team und den Komparsen, unter ihnen auch Matthias Huber (auf dem Boot r.) und Oliver Folge (Präsident MC Atrox, hinten l.) sowie die Atrox-Mitglied Ingo Koch, Ronald Lux und Ralph Janssen (v. l.). Fotos: karkossa-schwarz

Mittwoch (heute) war der erste Drehtag: Der Eckernförder Regie-Student Tonio Stintzing wählt das Ostseebad als Schlüsselszene seiner Abschlussarbeit aus. Am Donnerstag dreht das 25-köpfige Team auf dem Wasser.

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05. Dezember 2018, 10:44 Uhr

Eckernförde | Das Ostseebad als Ort kuttentragender, harter Jungs auf Motorrädern, die ihren Lebensunterhalt mit Geldwäsche, Waffen- und Drogenverkauf finanzieren? Ein Motorboot im Jaichhafen, auf dem es zu einer dramatischen Begegnung zwischen Ziehvater und Sohn kommt, in der eine Schusswaffe im Spiel ist? In dem Film mit dem Arbeitstitel „Rezan“ ist das der Fall. Seit gestern dreht ein waschechter Eckernförder Jung’ zwei Szenen seiner Abschlussarbeit im Ostseebad.

Tonio Stintzing hat an der Peter-Ustinov-Schule sein Abitur gemacht. Der 24-Jährige studiert an der Filmhochschule in Köln das Fach Regie. Für sein Abschlussprojekt hat er gemeinsam mit Produzent Christian Schäfer und Drehbuchautor Glenn Büsing eine Geschichte entworfen, die im Rockermilieu der Motorradgangs angesiedelt ist. Gedreht wird in Kneipen und Vororten von Köln. Die Schlüsselszene dreht Stintzing in Eckernförde. „Die Szene spielt irgendwo in einer Stadt an der Ostsee. Mit Eckernförde als Drehort möchte ich meine emotionale Verbundenheit zu meinem Heimatort unterstreichen“, erklärt der 24-Jährige. Der Inhalt des Films, der auf 30 Minuten angelegt ist, in Kürze: Er zeigt drei Tage im Leben des 24-jährigen Rezan (Ivo Kortlang), die sein bisheriges Denken und Fühlen komplett infrage stellen. Rückblenden führen den Zuschauer in die Vergangenheit.

Per Zufall entdeckt Rezan bei einem Geldwäscheauftrag, dass sein Ziehvater, Motorradclub-Präsident Kai (Charles Rettinghaus), vor 17 Jahren seinen leiblichen Vater erschossen hat, was jedes Mitglied des Clubs und seiner Familie weiß, aber verheimlicht. Rezan sinnt zunächst auf Rache – aber wird er wirklich zu einem Mörder wie sein Ziehvater? Zwei Drehtage hat das 25-köpfige Team Zeit, die Szenen in Eckernförde im Kasten zu haben. „Die Tiefen der Charaktere in einem Kurzfilm auszuloten und zu zeigen, ohne den Zuschauer zu überfordern, ist eine echte Herausforderung“, sagt Produzent Christian Schäfer.

Kein Motorradclubpräsident ohne schwere Jungs – die hat Regisseur Tonio Stintzing in Oliver Folge, Ronald Lux und Ralph Janssen vom MC Club Atrox Eckernförde sowie in Matthias Huber gefunden. Die vier standen gestern Vormittag am Jaichhafen geduldig als Komparsen zur Verfügung. Für die Schlüsselszene auf dem Boot, auf dem es zum Showdown zwischen Rezan und Ziehvater Kai kommt, hat SCE-Mitglied Werner Trapp seine „Saturn“ zur Verfügung gestellt. Heute will das Team von dem Schiff aus die Szenen auf dem Wasser vor dem Segelclub Eckernförde drehen. Es geht um Rezans Kinderzeit, als er das Opti-Segeln gelernt hat. Auch hier ist ein Eckernförder beteiligt. Pit oder Kjell Hansen werden die Optimisten-Jolle segeln, in der ein Junge sitzt, der die Rolle des kleinen Rezans spielt, der das Segeln lernt. „Wir hoffen auf gutes Wetter, so wie gestern“, sagt Tonio Stintzing. Seinen Schauspielern Ivo Kortlang (bekannt aus „Club der roten Bänder“) und Charles Rettinghaus (bekannter Synchronsprecher unter anderem für Jamie Foxx, Billy Zane, Jean-Claude Van Damme und Robert Downey Jr.) gefällt Eckernförde ausnehmend gut, hat es sich gestern doch von seiner besten Seite gezeigt.

Sind die Szenen im Kasten, wird der Film drei bis vier Monate im Schneideraum bearbeitet. Tonio Stintzing rechnet mit einer Fertigstellung im Frühsommer 2019. Dann geht sein Streifen auf Filmfestivals auf Reisen. „Aber ich möchte ihn auch gern in Eckernförde zeigen“, versichert der angehende Regisseur. Die Eckernförder dürfen gespannt sein.

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