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lange Nacht der kirchen : Feurige Tango-Rhythmen lassen die Herzen schneller schlagen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die lange Nacht der Kirchen im Eivind-Berggrav-Zentrum zieht rund 200 Besucher an. Musikalische Höhepunkte und persönliche Bekenntnisse begeistern das Publikum.

Das Eivind-Berggrav-Zentrum im Ortsteil Stift nahm am Sonnabend, 19. September, in diesem Jahr das dritte Mal an der „Nacht der Kirchen“ teil und hatte allerhand zu bieten. „Willkommen“ war das Thema dieser Nacht, und willkommen fühlten sich die rund 200 Besucher im gut gefüllten Zentrum. So gab es interessante Wortbeiträge zu jeder vollen Stunde zum gewählten Thema aus den Bereichen Demenz, Geburt, Jugend, Behinderung und Eindrücke eines Flüchtlings – musikalische Beiträge sorgten für eine Entspannung. Dazu trug auch die Illumination der Kirche bei. Unzählige Windlichter auf der Empore tauchten den Innenraum in ein warmes Licht, fahrbare Scheinwerfer gaben dem Altarraum angenehme Helligkeit.

Die Kantorei führte unter der Leitung von Kantorin Susanne Schwerck die „Misa Tango“ des zeitgenössischen argentinischen Komponisten Martin Palmeri auf, ein ungewöhnliches Werk, in dem der Komponist die sakralen Elemente der Messe mit typischen Tangorhythmen zusammenführte. Bereits im Januar hatte die Kantorin durch Kollegen von dem Stück gehört. Es habe ihre Neugier geweckt und sie habe angefangen, sich mit dem Stück zu beschäftigen und es mit ihrer Kantorei einzustudieren, berichtete sie. Unterstützt wurde der Chor von der Mezzosopranistin Anja Eva Kreutzfeldt und einem typisch besetztem Tangoorchester, bestehend aus Piano, Bandoneon und Streichern. Anja Eva Kreutzfeld bestach durch ihren vollen, warmen Sopran, das Orchester begleitete souverän und der Chor meisterte auch die rhythmisch schwierigen Fugen problemlos. Die Tangorhythmen und die typischen Instrumente versetzten den Zuhörer ins Träumen, so dass er beim Zuhören heißblütige argentinische Tangotänzer vor seinem geistigen Auge sehen konnte. Das Publikum zeigte seine Begeisterung immer wieder durch Szenenapplaus und nachdem der letzte Akkord verklungen war, gab es langanhaltenden Beifall.

Chorsänger Cornelius Kellner musste sich erst mit diesem Stück anfreunden „Anfangs hatte ich starke Vorbehalte“ gab er zu, aber je mehr der Chor das Stück erarbeitete, desto mehr konnte auch er sich damit anfreunden. Zuhörerin Susann Meißner war bereits zum dritten Mal in der Nacht der Kirchen in Altenholz „Hier werden immer ganz besondere musikalische Highlights geboten“, schwärmte die Kielerin. Im Anschluss ließen die Schüler Lucy Christensen (17) und Fiete Mischke (13) das Publikum an ihren ganz persönlichen Gedanken zum Thema „Bin ich willkommen?“ teilhaben. Die 17-Jährige verglich das Leben mit einer Reise in einem Boot, das mal an Inseln, mal am Festland ankommt. Fiete berichtete eindrucksvoll von seinen Erfahrungen in der Schule – keine schönen Erlebnisse, aber nach einem Schulwechsel fühlte er sich angekommen und willkommen. Die Jugendlichen hätten die Texte alle selber erarbeitet, berichtete Pastor Dirk Große.

Weiter ging es wieder mit Musik, das Duo „Luxusappartement“, bestehend aus Berit Lux und Andy von Minden, intonierte besondere Songs aus den Bereichen Rock, Pop und Soul auf sehr beeindruckende Weise. Wer eine Pause von der Musik und den spirituellen Perlen brauchte, war im Vorraum der Kirche bestens aufgehoben, ein reichhaltiges Fingerfood-Buffet, Getränke mit und ohne Alkohol und viele Stehtische luden zum Verweilen ein. Bemerkenswert an diesem Abend war die Tatsache, dass trotz der vielfältigen zeitgleichen Angebote im Kieler Raum so viele Kieler der Kirche in Altenholz den Vorzug gaben.




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