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Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 06:50 Uhr

hilferuf : Feuerwehr ruft nach den Müttern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Strander Wehr hat ein massives Problem in der Tageseinsatzbereitschaft. Am Dienstag, 15. April, findet ein Mütter- und Frauentag am Übungsabend statt.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Es ist früher Nachmittag in Strande, alles ruhig und friedlich. In einem Einfamilienhaus spielen zwei Kinder im Obergeschoss in ihren Zimmern, Mutter oder Vater räumt unten die Küche auf. Plötzlich sieht die Mutter Rauch im Flur – es brennt – die Kinder oben bemerken nichts. Eine starke Rauch- und Wärmeentwicklung versperrt den Treppenaufgang – die Kinder sind eingeschlossen. Ein Horrorszenario. Die Mutter ruft die Feuerwehr unter 112 an. Es dauert Minuten, bis drei Feuerwehrmänner vor Ort sind. Drei Feuerwehrmänner von insgesamt 30 Mitgliedern. Mehr stehen tagsüber für einen Einsatz nicht zur Verfügung. Für Gemeindewehrführer Michael Feindt und Bürgermeister Dr. Holger Klink Grund genug, selbst Hilfesignale in Sachen Mitglieder zu senden. Denn „von der Sache her dürfen wir erst mit einer Truppenstärke ab sechs Leuten ausrücken“, so Feindt. Und die sei einfach nicht gegeben (wir berichteten). Die primäre Aufgabe der Wehr, Menschenleben zu retten und Gefahren abzuwehren, könne nicht mehr geleistet werden.

Bis auf den letzten Stuhl war der Raum im Feuerwehrgerätehaus besetzt – Wehr und Gemeinde hatten zur Einwohnerversammlung geladen. Einziges Thema: Feuerwehr Strande. Bürgermeister und Wehrführer nahmen erfreut zur Kenntnis, dass besonders viele Frauen den Weg ins Gerätehaus gefunden hatten. Seien es doch gerade sie, die häufig tagsüber vor Ort seien und daher eventuell für einen Einsatz infrage kämen. An dem Abend ging es um die Frage, ob Mütter sich vorstellen könnten, sich in der Wehr zu engagieren, wenn für eine Kinderbetreuung in der Zeit gesorgt wäre. Verschiedene Modelle, von einer Babysitterbörse bis zur Hortbetreuung, wurden angesprochen. Anke Feindt und Bärbel Keller , die Mütter beider Wehrführer, stellten sich spontan für die Kinderbetreuung zur Verfügung.

Acht Hände gingen in die Höhe, als der Bürgermeister die entscheidende Frage stellte, wer sich eine Mitarbeit in der Wehr vorstellen könne. Darunter auch Katrin Kutsch (47) und Gunda Block (46). Kutsch hat vier Kinder im Alter von 23, 21, 17 und sechs Jahren. Block ist Mutter von drei Kindern (13, zehn und sechs Jahre). Über einen Eintritt denkt auch Jana Zeilinger (35), Mutter zweier Kinder (drei Jahre und vier Monate) nach. Susanne Schmidt (39) hat gerade ihren Mitgliedsantrag unterschrieben.

Am Dienstag, 15. April, ist Mütter- und Frauentag im Feuerwehrhaus. Ab 19 Uhr steht der Wehrführer für die Beantwortung aller Fragen zur Verfügung. „Ich bin froh über jede Frau und jeden Mann, die / der den Weg zur Feuerwehr findet“, so Feindt.

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