Brandbekämpfer unter Druck : Feuerwehr nimmt höchste Stufe

Sicht gleich Null: Zwei Atemschutzgeräteträger in der völlig verqualmten Maschinenhalle.
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Sicht gleich Null: Zwei Atemschutzgeräteträger in der völlig verqualmten Maschinenhalle.

Surendorfer Einsatzkräfte bekommen als vierte im Kreis Roten Hahn V

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10. Juni 2014, 06:00 Uhr

Geschafft! Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Surendorf in den vergangenen Jahren die Stufen I bis IV der Leistungsbewertung Roter Hahn des Landesfeuerwehrverbandes erfolgreich absolviert hatte, wagten sich die Mitglieder am Sonnabend an die Stufe V – die höchste überhaupt. Neben dem theoretischen Teil zu Beginn der Prüfung und der Begutachtung von Fahrzeugen und Material durch die Prüfungskommission – die Mitglieder kamen aus dem ganzen Land, außer aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde – galt es, drei Aufgaben zu meistern.

Während die Szenarien der ersten beiden Aufgaben – eine technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall sowie die Höhenrettung einer verletzten Person mit anschließender Selbstrettung aus der Höhe – von der Feuerwehr Surendorf selbst ausgearbeitet wurden, wurde die dritte Übung von der Prüfungskommission vorgegeben. Die erste Übung verlief verhältnismäßig unspektakulär. Ein unter einem Auto liegender Verletzter wurde erstversorgt und, nachdem das Fahrzeug mit Hilfsmitteln angehoben wurde, geborgen und an das Kieler DRK, das in die Übungen eingebunden war, übergeben. Bei der zweiten Übung, der Höhenrettung, die auf dem Hof Petersen im Roggenkamp stattfand, wurde eine verletzte Person aus dem ersten Stockwerk mit Eigenmitteln der Surendorfer Wehr geborgen. Hierbei zeigte sich auch, dass bei der angewandten und durchaus beeindruckenden Technik des „Leiterhebels“ von den Aktiven auch verschiedene Knoten beherrscht werden müssen. War es weise Voraussicht, ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Prüfungskommission oder einfach nur hintersinniger Humor, dass auf der Trage mit dem Verletzten auch ein roter Hahn mit einer „5“ geborgen wurde? Nach der Mittagspause am Gerätehaus ging es dann wieder zum Hof Petersen, wo die dritte Übung stattfand. Die Prüfungskommission hatte einen Entstehungsbrand mit einer vermissten Person in der Maschinenhalle des Hofs vorgegeben. Hier kam nun alles zum Einsatz, was man gemeinhin mit dem Begriff „Feuerwehr“ verbindet: Atemschutzgeräteträger in einer völlig vernebelten Halle, die Rettung und Versorgung der vermissten Person und natürlich reichlich Wasser zum Löschen und zum Verhindern des Übergreifens der Flammen auf benachbarte Gebäude.

Amtswehrführer Diedrich Bock vom Amt Dänischenhagen zeigte sich unmittelbar nach Abschluss der Übungen zufrieden. „Ich bin sehr zufrieden. Das ist gut gelaufen, und auch auf von den Prüfern geänderte Situationen wurde schnell reagiert. Man merkt, dass sich die Kameraden während des Trainings mit der Materie beschäftigt haben, was letztendlich auch Sinn der Sache ist“, so Bock. Fünf Monate hatte sich die Wehr laut Ortswehrführer Heinfried Ahrens vorbereitet, in den vergangenen Wochen hatten sie jeden Dienstag etwas „fabriziert“. Und auch wenn die Männer und Frauen angesichts der Temperaturen ordentlich ins Schwitzen kamen, hat es allen sichtlich Spaß gemacht. Und Spaß, so der Leiter der Prüfungskommission, Hans-Günter Wichelmann von der Freiwilligen Feuerwehr Honigsee im Kreis Plön, gehört auf jeden Fall dazu.

26 von 31 Aktiven hatten an der Prüfung teilgenommen, womit die vorgegebene Quote von 75 Prozent erfüllt war. Zufrieden zeigte sich auch Ahrens: „Die genaue Punktzahl haben wir zwar noch nicht, aber den fünften Stern haben wir schon bekommen, und der ist auch schon auf dem Schild. Die Übungen haben wir mit gutem Erfolg gemeistert und mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden“.

Seit Sonnabend ist die Surendorfer Feuerwehr die Erste im Dänischen Wohld, die den Roten Hahn Stufe V erreicht hat. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist sie nach den Wehren Wittensee, Norby und Holzbunge die vierte Wehr mit der Auszeichnung. Für die Surendorfer Bürger, von denen einige die Übungen interessiert verfolgten, sicher ein beruhigendes Gefühl.

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