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Brandserie : Feuerteufel hält Wehren weiter in Atem

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In Klein Wittensee und Damendorf gingen in der Nacht wieder Strohlager in Flammen auf. Polizei intensiviert Tätersuche und hofft auf aufmerksame Bürger.

Keine Verschnaufpause für die Brandschützer in den Hüttener Bergen. Auch in der Nacht von Montag auf Dienstag mussten die Feuerwehrleute brennende Strohballen in Damendorf und Klein Wittensee löschen. Dass ein Brandstifter für die Dauereinsätze der Wehren verantwortlich ist, daran zweifelt längst keiner mehr. „Seit dem Holzbunger Feuer vor ein paar Tagen sind wir intensiver in die Ermittlungen eingestiegen“, teilte Rainer Wetzel, Sprecher der Polizeidirektion Neumünster auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Eine Sonderkommission sei daher gebildet worden.

Nach dem Brand in Holzbunge, wo vor einer Woche rund 200 Ballen in Flammen aufgingen, brachen in der Nacht von Sonntag auf Montag in Holtsee gleich zwei Feuer in Strohlagern aus. Rund 300 Einsatzkräfte aus 21 Wehren waren mehr als 20 Stunden vor Ort. Eine ruhige nach gab es dann nicht für die Kameraden. Gegen 2 Uhr wurden rund 100 Brandschützer aus Damendorf, Hütten, Ascheffel, Osterby und Groß Wittensee alarmiert. Auf einem Reiterhof brannten in der Halle etwa 150 Ballen Stroh lichterloh. „Das Feuer war gleichmäßig verteilt, das war Brandstiftung“, sagt Hofbesitzer Ingo Steinacker. Er schätzt den Schaden auf rund 50 000 Euro für die halle und 7500 Euro für die Ballen. Keine vier Stunden später rückten die Wehren Bünsdorf, Holzbunge, Borgstedt und Brekendorf aus, um in Klein Wittensee einen weiteren Strohbrand in den Griff zu bekommen. Hans-Claus Schleth hatte dort zwar nur 20 Ballen gelagert, Opfer der Flammen wurde aber auch die Feldspritze und ein Saatgutanhänger. „Die Landwirte, die jetzt ihr Stroh einholen, haben alle ein mulmiges Gefühl“, sagt Ströh angesichts der Brandserie. Auch er habe noch am Abend zuvor mit Bekannten über seine Sorgen gesprochen.

Die Polizei hat die Tatorte genau inspiziert und Spuren gesichert, so Wetzel. „Es soll auch zu den Zeiten vermehrt Streife gefahren werden“, kündigte der Polizeisprecher an. Vor allem hoffen die Beamten aber auch Unterstützung aus der Bevölkerung. Wer Ungewöhnliches bemerkt, gerade in der Nähe landwirtschaftlicher Betriebe, sollte die Polizei alarmieren. „Lieber einmal mehr die 110 anrufen“, betonte er. Auch Brände aus der älteren Vergangenheit würden bei den Ermittlungen nach dem Brandstifter hinzugezogen werden. Und davon gibt es viele: Am 14. Januar und am 5. Februar brannten Strohballen in der Nähe einer Biogasanlage in Ahlefeld-Bistensee und am 18. Februar brannte eine leerstehende Kate in Danendorfer komplett nieder, im November 2012 standen in Borgstedt Strohballen in Flammen und am 27. November wurde ein Haus im Groß Wittenseer Schlaukweg Opfer der Flammen. In allen Fällen schied ein technischer Defekt als Ursache aus. In Damendorfer hatte die Polizei im Februar auf einen 45 bis 50 Jahre alten Mann konzentriert, der bei den Löscharbeiten geholfen hatte.

 

„Die Kameraden sind an der Leistungsgrenze“, sagte gestern Kreiswehrführer Mathias Schütte. Viele Brandschützer seien mehrere Stunden im Dauereinsatz, es werde aber darauf geachtet, dass die Leute auch ausgetauscht werden. Schüttes Dank geht aber auch an die Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern und Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren keine Steine in den Weg legten, um zu den Einsätzen zu gelangen. „Wenn diese Brandserie etwas Gutes hervorbringen sollte, so Schütte, „dann, dass deutlich wird, dass es zu dem flächendeckenden Netz der Feuerwehren keine Alternative gibt.“ Jede örtliche Feuerwehr habe ihre Daseinsberechtigung, sagte Schütte, das hätten die letzten Einsätze gezeigt.


 

 

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erstellt am 27.Aug.2013 | 14:37 Uhr

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