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Versicherungsverein zieht Bilanz : Feuer und Stürme vermiesen die Jahresbilanz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hüttener Versicherungsverein muss tief in die Verlustrücklage greifen . Mitgliederzahl beträgt 2676

Bis zum Herbst sei alles normal gelaufen, erinnert sich Peter Nass, Vorstandsvorsitzender des Hüttener Versicherungsvereins, noch gut. 2013 schien ein normales Versicherungsjahr zu werden. Doch dann wirbelten die Stürme „Christian“ und „Xaver“ innerhalb von nur wenigen Stunden die Zahlen und Pläne des Vereins durcheinander. „Allein Christian verursachte 575 Schäden, Xaver knapp 100, berichtete Geschäftsführer Sven Tietgen gestern beim Pressegespräch. Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, beschädigten Gebäude und verursachten somit Schäden in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Doch damit nicht genug: Eine Brandserie im Kreis Rendsburg-Eckernförde versetzte die Feuerwehren fast dauerhaft in Alarmbereitschaft. Innerhalb einer Woche brannten vier Strohlager – allesamt Mitglieder des Hüttener Versicherungsvereins. Die Schadenshöhe betrug hier etwa 275 000 Euro. „In allen Belangen ein Ausreißer-Jahr“, sagt Nass rückblickend. Dennoch ist der Verein glimpflich davon gekommen. Dabei zeigten die Verantwortlichen fast seherische Fähigkeiten. „Im Jahr zuvor haben wir unsere Rückversicherung umgestellt“, sagt Karl-Friedrich Schafmeister vom Vorstand. Die Risiken wurden neubewertet und für außerordentliche Schadenfälle ein höherer Prozentsatz rückversichert. Dadurch blieben dem Versicherungsverein rund 100 000 Euro erspart.

Insgesamt sind es Schäden von gut 1,8 Millionen Euro, die der Verein zu regulieren hat. Das ist in etwa das Doppelte der Beitragseinnahmen in 2013. Etwa 1,4 Millionen Euro übernimmt der Rückversicherer, bleiben rund 400 000 Euro bei de Hüttener hängen. „Der Jahresverlust beträgt 166 000 Euro“, sagt Tietgen. Auf der Mitgliederversammlung am Sonnabend, 1. März, 10 Uhr, in Güby wird vorgeschlagen, diese Summe der Verlustrücklage zu entnehmen. Diese beträgt zum jetzigen Stand etwa 635 000 Euro.

Die Schadenquote des Vorjahrs lag 2012 bei 68 Prozent, 2013 waren es 187 Prozent. Allein bei der verbundenen Gebäudeversicherung sorgten 665 Schäden für einen Anstieg der Schadenquote von 67 auf 185 Prozent, fünf Brandschäden trieben die Quote bei der Feuerversicherung in die Höhe – 181 Prozent (2012: 7%).

Welche Auswirkungen die Bilanz auf die Verträge und Prämieren haben werden, konnte der Vorstand noch nicht sagen. Fest stehe aber, dass bei den Rückversicherern mit höheren Prämien für den Versicherungsvereins zu rechnen sein werde. „Es muss aber nicht unbedingt an der Höhe der Prämie angesetzt werden“, betonte Schafmeister, sondern auch an Umfang oder Selbstbeteiligung. Dies werde nicht übers Knie gebrochen, sondern Thema auf der Versammlung sein und in Abstimmung mit den Mitgliedern erfolgen.

Aber vielleicht hatten die Stürme auch ihr Gutes? Das Team der Versicherung habe in den Tagen danach hervorragend gearbeitet, sagt Nass. Die Mitglieder hätten gesehen, dass es keine Hotline sei, sondern ein Mitarbeiter vor Ort, der sich kümmere. Nach den Bränden wurde die Gelegenheit genutzt, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen, um die Verträge auf den Prüfstand zu stellen. Durch Entwicklungen auf den Höfen, hätte sich viel verändert, beispielsweise der Viehbestand oder auch der Fuhrpark. In vielen Fällen konnte zum Vorteil des Versicherungsnehmers nachgebessert werden. „Das war Werbung für den Verein“, so der Vorsitzende.

 

 

 

 

 

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erstellt am 26.Feb.2014 | 09:36 Uhr

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