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Wirtschaft regional : Festtagsgenuss mit gutem Gewissen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hof Kubitzberg züchtet Enten und Gänse nach Bioland-Richtlinien für die Weihnachtszeit

Ein leckeres Essen in bester Qualität und eine gute Tat für Mensch und Tier – wie das unter einen Hut zu bringen ist, zeigt der Hof Kubitzberg in Altenholz. Dort werden Gänse und Enten nach den strengen Richtlinien von Bioland für die Weihnachtszeit herangezogen. Und jeder Euro, der im Hofladen ausgegeben wird, unterstützt die Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Denn Hof Kubitzberg beschäftigt zurzeit 60 Mitarbeiter, die wegen einer psychischen Erkrankung oder Behinderung keine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausführen können. Die Organisation ist darauf ausgerichtet, die Mitarbeiter in den unterschiedlichen Produktionsbereichen zu beschäftigen.

Doch nicht nur die Mitarbeiter bekommen in der anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung eine besondere Behandlung. Auch die Tiere leben anders als ihre Artgenossen in der konventionellen Landwirtschaft. Auf Hof Kubitzberg werden die Gänse jeden Morgen auf die Weide getrieben und abends wieder hereingeholt, um sie vor dem Fuchs und anderem Raubwild zu schützen. Im Stall bekommen sie zusätzlich Kleegras und ein Gemisch aus Hafer, Weizen und Erbse oder Ackerbohne aus eigenem Anbau. Dies ist besonders wichtig, da Gänse Pflanzenfresser sind, die ihr Futter hauptsächlich an Land suchen. Sie können täglich bis zu einem Kilogramm Gras fressen. Bei Bioland ist deshalb ein Grünauslauf von mindestens 15 Quadratmetern pro Gans Pflicht. In der konventionellen Gänse- und Entenhaltung sind weder der Auslauf auf der Weide, noch Einstreu im Stall vorgeschrieben. Auch Zugang zu einer Wasserstelle ist nicht obligatorisch – bei Bioland ist das Pflicht. Gerade Enten brauchen Wasser, um sich zu waschen, zu schwimmen und um kleine Schnecken, Kaulquappen oder Käfer zu suchen. Im Gegensatz zu den vegetarischen Gänsen, sind Enten echte Raubtiere, die ständig auf der Suche nach einem Leckerbissen sind. Auf Hof Kubitzberg haben sie einen kleinen Fließgewässerteich. So wird sichergestellt, dass sich keine Keime oder Krankheitserreger darin ansammeln. „Zudem können sich unsere Flächen mehr als ein halbes Jahr erholen, da wir Gänse und Enten nur vom Sommer bis zur Schlachtung Ende November halten“, erklärt Mitarbeiter Simon Schmitz. In der konventionellen Geflügelhaltung kommt es durchaus vor, dass Mastgeflügel mit mehreren Durchgängen „das ganze Jahr hindurch“ produziert wird oder dass die Tiere nie den Stall verlassen dürfen.

Die Haltung nach den strengen Bioland-Richtlinien und den Einsatz für Menschen mit Behinderung wissen die Kunden zu schätzen: „Unsere Bio-Gänse und -Enten werden jedes Jahr komplett verkauft“, freut sich Simon Schmitz. In diesem Jahr werden auf dem Betrieb rund 140 Gänse und 80 Flugenten gehalten. „Die Vorbestellungen starten Mitte Oktober, und bis Ende November sind die Tiere größtenteils schon reserviert“, erzählt der 32-Jährige. „Am Anfang dachte ich, dass es ein Nachteil ist, dass die Schlachtkörper unterschiedlich groß sind, aber unseren Kunden gefällt es gut, dass sie sich eine Gans oder Ente in der Größe ihrer Wahl aussuchen können. Ob einen Braten für vier Personen oder eine große Familienfeier, wir können alles anbieten“, berichtet Schmitz. Das Schlachtgewicht der Gänse liegt im Durchschnitt bei 4,2 Kilogramm. Die Enten bringen ausgeschlachtet im Mittel 2,8 Kilogramm auf die Waage.

Bei ihrer Schlachtung sind die Gänse und Enten zwischen 21 und 23 Wochen alt. Damit werden die Tiere in der ökologischen Haltung fast doppelt so alt wie in der konventionellen. Das langsamere Wachstum fördert die Fleischqualität, und die Tiere haben weniger Probleme beim Laufen und der Ausübung des tiergerechten Verhaltens. Außerdem nehmen sie mehr Grundfutter auf und benötigen weniger Mastfutter bis zur Schlachtreife. So können die Gänse und Enten artgerecht auf der Weide grasen und zusätzlich Schnecken und Käfer im Teich „jagen“.


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