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Green Screen in Eckernförde : „Festival der Zuschauer“ – auch ohne Kino

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel forderte bei der Eröffnungsveranstaltung von Green Screen eine „zählbare Unterstützung“ durch das Land. Kultusministerin Anke Spoorendonk appellierte derweil daran, Verantwortung für die Natur zu übernehmen.

Eckernförde | Grüne Warteschleife, modische Brille seines Lieblingsoptikers, Anzug aus einem großen Kaufhaus und jede Menge lockere Sprüche auf den Lippen – Festivalleiter Gerald Grote begrüßte die Gäste am Donnerstagabend in der ausverkauften Stadthalle gewohnt eloquent und humorvoll. Die Idee, ausgerechnet das Bürgerliche Gesetzbuch als Realsatire zu zitieren, muss einem erst einmal einfallen – Grote fiel sie ein, und er brauchte den einen oder anderen Paragraphen zur Eheschließung nur zu zitieren. Und so machte Grote die amüsierten Gäste mit Paragraph 1314 BGB vertraut, in dem die Aufhebungsgründe für eine Ehe im schönsten Juristendeutsch beschrieben werden: „Eine Ehe kann ferner aufgehoben werden, wenn 1. ein Ehegatte sich bei der Eheschließung im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehender Störung der Geistestätigkeit befand; 2. ein Ehegatte bei der Eheschließung nicht gewusst hat, dass es sich um eine Eheschließung handelt.“ Grote verschonte in einer fiktiven Meldung auch die Bahn nicht: Ein pünktlich in Kiel einfahrender Regionalzug aus Eckernförde hat in einer Art Dominoeffekt den gesamten Fahrplan durcheinander gebracht – Folge: Irritationen allerorten, die Folgezüge fuhren pünktlich.

Ob Grote diese Beispiele bewusst oder unbewusst eingestreut hat, bleibt sein Geheimnis.

Die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk (SSW) jedenfalls nahm den Ball auf und meinte, dass die Zuschneidung ihrer Ressorts eben nicht zufällig sei, Justiz und Kultur hätten schon etwas miteinander zu tun. „Green Screen öffnet uns die Augen für eine Welt, die neben unserem Alltag besteht. Die Filmemacher als Beobachter mit der Kamera helfen uns bei diesem Perspektivwechsel. Mit viel Tiefgang schärfen ihre Filme unsere Sinne für die Natur, deren Teil wird sind.“ Die Welt der Natur sei Heimat- und Weltkunde in einem. „Das Begreifen der sensiblen Komplexität unseres blauen Planeten und der globalen Folgen für uns alle, wenn der Raubbau an dieser Natur ungehindert fortschreiten darf.“ Die Green-Screen-Botschaft sei eindeutig: „Dass wir alle zusammen etwas für unsere eine Natur tun müssen und Verantwortung für ihren Schutz übernehmen.“

Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel erhielt großen Beifall für sein Bekenntnis zum möglichst zügigen Neubau eines neuen Kinos am Bahnhof und die Zusicherung, mit den künftigen Betreibern eine Mitnutzung durch Green Screen zu vereinbaren. Green Screen habe Eckernförde zum Treffenpunkt für Filmemacher aus aller Welt gemacht, und es sei „das Festival der Zuschauer“. Mit über 13 000 Besuchern sei Green Screen wohl „weltweit das meistbesuchte Naturfilmfestival“. Sibbel bat die Landesregierung um „zählbare Unterstützung“ und dankte allen ehrenamtlichen Helfer für ihre „großartige Unterstützung“.

Bevor im Stadthallenrestaurant das von mehreren Sponsoren zusammengestellte regionale Buffet für die rund 450 Gäste freigegeben wurde, durften sie eintauchen in die Tiefen des Mittelmeeres und Florian Gutknecht auf der spannenden Suche nach Pottwalen, Schildkröten und den seltenen Mönchsrobben vor den griechischen Inseln folgen. Im Anschluss interviewte Wolfgang Herda aus dem Koordinatorenteam des Festivals Projektleiter Udo Zimmermann und Redakteur Bernd Strobel vom Bayerischen Rundfunk zu den besonderen Herausforderungen des Drehs. Udo Zimmermann, der seitens des BR die Filme für die Winter-Filmreihe zur Verfügung gestellt hatte, versprach unter dem Beifall des Publikums, Green Screen auch künftig weiter zu unterstützen.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 05:22 Uhr

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