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Jahresempfang : Fest verankert: „Die Kirche im Dorf“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kirchengemeinde Rieseby hat erstmals zum Jahresempfang zu Beginn des neuen Kirchenjahres in die St.-Petri-Kirche eingeladen. Vertreter von Vereinen, Verbänden und aus der Kommunalpolitik waren der Einladung von Pastor Jörg-Michael Schmidt gefolgt.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Wenn am ersten Advent das neue Kirchenjahr beginnt, feiern Christen nicht nur die Vorweihnachtszeit, sondern sie blicken auch auf das zurückliegende Kirchenjahr. Nach einer feierlichen Adventsandacht, die von dem Flötenkreis unter der Leitung von Marie-Luise Werner stimmungsvoll musikalisch umrahmt wurde, lud Pastor Jörg-Michael Schmidt zur Gemeindeversammlung in St. Petri ein. Vor der gut besuchten Versammlung ergriff Schmidt das Wort.

Dankbar zeigte sich Pastor Schmidt sehr persönlich, denn nach schwerer Krankheit konnte er am Sonntag auf einen guten Genesungsprozess zurückblicken, der es ihm nach einer Phase der Wiedereingliederung wieder ermögliche, seinen Dienst für alle Gemeindeglieder wahrzunehmen. Er erinnerte an Pastor Thomas Tharun, der in der Zwischenzeit Vertretungspastor war und nun eine Pfarrstelle in Rendsburg übernommen habe.

Herzstück aller evangelisch-lutherischen Veranstaltungen seien die St.Petri Kirche, die Kapelle in Loose und die  Kindertagesstätte, wo 36 Kinder von fünf qualifizierten Mitarbeiterinnen betreut werden. Die Gottesdienste seien gut besucht gewesen, wobei sich neben den Konfirmanden besonders die Altersgruppe 50 plus angesprochen fühlen würden. Die besonderen Gottesdienste in der Mühle Anna zu Pfingsten oder im Saxtorfer Wald zum Himmelfahrtsfest allerdings zogen Menschen jeden Alters an. Auch der einmal im Monat stattfindende Kindergottesdienst für die Kleinsten von fünf  bis elf Jahren, sei erfolgreich. Zehn Taufen habe er im letzten Kirchenjahr vornehmen können. „Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2005 noch 49 Taufen“, so Schmidt und wies auf Konsequenzen, vor allem für den Friedhof, hin. Eine veränderte Begräbniskultur habe zu einem Rückgang der Beerdigungen geführt. Diese negative Entwicklung habe zu einem defizitären Haushaltsabschluss in diesem Bereich geführt. Daher sei ein Friedhofskuratorium gegründet worden, um Zukunftskonzepte für die gepflegte Anlage zu erarbeiten.

 Genauso wichtig bleibe aber der Dienst am Menschen. „Die traditionellen Amtshandlungen sind die entscheidende Möglichkeit, Gemeindeglieder persönlich zu begleiten“, stellte Schmidt fest. Die Kranken-, Trauer- und Sterbebegleitung nehme einen großen Teil  seiner Zeit in Anspruch. Nach wie vor gäbe es hier großen Bedarf, den er nur mit der Unterstützung der Bezirkshelfer befriedigen könne. Diese fleißigen Helfer unterstützen ihn auch bei der Verteilung des Gemeindebriefs, den er vor über zwanzig Jahren ins Leben gerufen habe und der sich noch großer Beliebtheit erfreue. „Der Gemeindebrief ist eine wesentliche Beziehungsbrücke in die Gemeinde“, so Schmidt. Die persönliche Begegnung finde aber auch in den Veranstaltungen für Senioren, im Flötenkreis oder durch die Arbeit in der Kindertagesstätte statt.

Habe man im letzten Jahr Sanierungsarbeiten im Eingangsbereich der Looser Kapelle und an den Fenstern der St.Petri Kirche durchführen können, stehe jetzt die Sanierung der vom Schimmel befallenen Orgel in Rieseby auf der Tagesordnung. Die Ausschreibung sei erfolgt, die Auftragsvergabe für Ende Januar 2014 geplant.

Der Bericht des Pastors machte deutlich, wie vielseitig Kirchenarbeit in Rieseby und Loose ist und wie stabil sie in den Dörfern verankert ist. Worte herzlicher Dankbarkeit richtete Schmidt an alle, die haupt-, neben-oder ehrenamtlich im Dienst der Kirche stünden und ihm immer verlässliche Helfer seien.

In seinem Bericht malte Schmidt kein naives Bild von Kirche im Dorf. Er zeigte auf, wo sich gesellschaftliche Veränderungen bemerkbar machen, wie in der Begräbniskultur oder im persönlichen Umgang mit Konfirmanden. Im Unterricht mit den jungen Menschen begegne man sich voller „Wertschätzung, Respekt und Entdeckerfreude“, was eine Wandlung zur Auseinandersetzung auf Augenhöhe erahnen ließ. „Die Kirche im Dorf“ sei ein stabiles Moment für das Gemeindeleben und jeden einzelnen. In Rieseby und Loose, das war aus dem Bericht herauszuhören, ist Kirche stark; eingebunden in eine stabile Struktur in der Landschaft Schwansen. Schmidt ließ keinen Zweifel daran, dass dies hauptsächlich an den handelnden Personen liegt.

Dass er dabei im Mittelpunkt steht, war nicht seinen Worten, sondern dem Zuspruch beim nachfolgenden Empfang zu entnehmen, denn viele Menschen blieben zum persönlichen Gespräch, darunter auch Vertreter der Gemeindepolitik und der Vereine und Verbände.

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