Fest rund um die Holunderbeeren

Reife Holunderbeeren werden beim Hoffest in verschiedenen Verarbeitungen angeboten. Fotos: Steinmetz
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Reife Holunderbeeren werden beim Hoffest in verschiedenen Verarbeitungen angeboten. Fotos: Steinmetz

Hof-Fest auf dem Erlebnisbauernhof Helle in Thumby / Programm und Führungen für Klein und Groß am Sonntag

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24. September 2019, 11:45 Uhr

Thumby | Früchte und Blüten des Holunders, in vielen Variationen verarbeitet, werden unter anderem beim Herbstfest auf dem Hof Helle präsentiert. Der auch als Holunderhof bezeichnete außerschulische Lernort, Schulbauernhof und Naturerlebnishof erwartet Besucher am Sonntag, 29. September, ab 11 Uhr.

Bei dem Hoffest können Kinder auf dem Trecker mitfahren, es wird gebastelt und geschminkt und überall gibt es etwas zu sehen und zu erleben, das versprechen Angela und Andreas Schaefer. Das Paar aus Solingen hatte im Frühjahr 2018 die Leitung des Schulbauernhofs übernommen. „Bereut habe ich das nicht“, sagt Angela Schaefer. Sie haben ein buntes Programm vorbereitet, um Besuchern bei Hof- und Permakulturführungen die Kreisläufe in der Landwirtschaft zu zeigen. „Besucher erleben, wie Landwirtschaft noch vor rund 100 Jahren betrieben wurde“, ergänzt Andreas Schaefer. Das Hoffest wird durch zahlreiche Anbieter regionaler Produkte, wie auch Wildbratwürsten, sowie von Kunsthandwerkern ergänzt. Ein Imker wird mit Modellen zeigen, wie Bienenvölker leben und für Honig sorgen und eine Spinnerin führt die Verarbeitung von Schafwolle vor. Besucher erwarten darüber hinaus kulinarische Köstlichkeiten aus der Region. Darunter Holunderbeersuppe mit Griesknödeln, Holunderblütensirup, Holunder- und Apfelsaft, verschiedene Fruchtaufstriche sowie Waffeln, Kuchen und Kaffee.

Angedacht sind regelmäßige Hofführungen, bei denen Besuchern die Möglichkeiten für Klassenfahrten und Unterkunft in drei neuen Ferienwohnungen (bis zu zehn feste Betten) gezeigt werden. Außerdem ganz neu das „Bienenhaus“. Ein spartanisches Quartier mit zwei Betten und Terrasse unmittelbar am Rand eines Feldes mit Bienen und Insektenpflanzen.

In einem separaten Haus kann eine Schulklasse oder größere Gruppe unterkommen; bis einschließlich 5. Klasse empfehlen Schaefers. Die Kinder erleben in Gruppen alle Aufgaben auf dem Hof und erleben und begreifen dabei die Kreisläufe. Sie säen, ernten, düngen und misten die Ställe der zig Tiere auf dem Hof. Und in der Küche sind sie eingebunden und verarbeiten ihre geernteten Sachen. Begleitet werden die Gruppen von Hofmitarbeitern, die als FÖJ-ler oder WWOOF-er (Willing-Working-on-Organic-Farms) eine begrenzte Zeit auf dem Hof leben. Zehn bis 20 sind es im Jahr, so Angela Schaefer. Im Vorjahr betreuten sie von April bis Oktober rund 1000 Schüler auf dem Hof, dabei stellte das Paar fest, dass es nicht allen Kindern gerecht wurde. Zu individuell waren die Schüler, zu viele waren auffällig. „Wir haben einen anderen Anspruch“, sagt Angela Schaefer, die Waldorfpädagogin ist. Daher nehmen sie nun nur noch eine Klasse auf und vermieten die Ferienwohnungen an Familien und Kleingruppen. Die Arbeit mit den Kindern erfreut das Paar immer wieder. Und sie haben festgestellt, dass gerade die Kinder, die besonders auffällig sind, mit der Zeit regelrecht aufblühen. „Sie merken, sie werden gebraucht, sie tun etwas Sinnvolles“, berichtet die Waldorfpädagogin. „Man muss mit den Kindern Erlebnisse schaffen, sie lernen über das Erleben und selber tun“, hat Andreas Schaefer beobachtet.

Auf dem Hof leben zur Zeit 14 Schafe, zwei Esel, zwei Ponys, zwei Ziegen, vier Gänse, 20 Hühner, 14 Laufenten, sechs Kaninchen und vier Meerschweinchen. Sie alle werden durch die Schüler unter Anleitung betreut.

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