125 Jahre : Felms Brandbekämpfer feiern Jubiläum

Hoffen auf viele Gäste zur Jubiläumsfeier am Sonnabend zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Felm: Wehrführer Georg Gillert (l.) und sein Stellvertreter Max Hackauf.
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Hoffen auf viele Gäste zur Jubiläumsfeier am Sonnabend zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Felm: Wehrführer Georg Gillert (l.) und sein Stellvertreter Max Hackauf.

Freiwillige Feuerwehr im Ort wurde vor 125 Jahren gegründet / Festprogramm mit Vorführungen am Sonnabend

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03. Juli 2014, 06:00 Uhr

Früher hat sie hauptsächlich Brände bekämpft. Heute setzt sie sich zudem mit technischer Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, Einsätzen wie zuletzt im Sturm oder mit Brandschutzerziehung in Kita und Schule für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger in der Gemeinde ein und trägt, unterstützt von ihrem Musikzug, einen großen Anteil am gesellschaftlichen Leben im Dorf. In diesem Jahr besteht die Freiwillige Feuerwehr Felm mit derzeit 30 aktiven Kameraden, 43 fördernden Mitglieder, zwölf Ehrenmitgliedern und 23 Musikern, seit 125 Jahren. Dieses Jubiläum soll am Sonnabend, 5. Juli, ab 12 Uhr mit Aktionen und Vorführungen, Spiel und Spaß für die Kleinen, Festkommers und Festball mit Live-Musik und Tanz am Abend gefeiert werden.

„Alle Bürger auch aus den Nachbargemeinden sind herzlich eingeladen“, betonen Ortswehrführer Georg Gillert und sein Stellvertreter Max Hackauf. Die Geschichte der Wehr ist in der zum Fest herausgegebenen Chronik nachzulesen: Gegründet wurde die Felmer Wehr im Jahr 1889 zusammen mit der Kaltenhofer Wehr. Die Tagelöhner, die auf dem Gut Kaltenhof beschäftigt waren, wohnten in Felm. In den strohgedeckten Fachwerkhäusern, in denen Stroh, Holz und Getreide lagerten, herrschte große Brandgefahr. Brände mussten die über 40 aktiven Feuerwehrmänner, angeführt von Hauptmann und Gutsförster Paul Siegmund, mit einer von vier Pferden gezogenen Saug- und Druckspritze, 110 Metern Schlauch, Schlauchwagen, Gerätewagen und drei Feuerpatschen bekämpfen. Auch damals schon gab es eine Musikkappelle. Ansonsten ging es streng zu.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Gutsbezirke als Verwaltungseinheiten aufgelöst wurden, wird Felm selbstständige Gemeinde mit eigenständiger Feuerwehr. Sie bekommt ihre erste Handdruckspritze, später nach dem Zweiten Weltkrieg eine 800 Liter-Tragkraftspritze, die es bis heute gibt. 1971 wurde von Feuerwehrkamerad Günter Hackauf angeregt, der Musikzug gegründet. Als 1974 die Mehrzweckhalle gebaut wurde, zog die Feuerwehr um in ihr heutiges Gerätehaus mit Schulungsraum. Das 100-jährige Bestehen 1989 wurde im Festzelt auf der Wiese gegenüber dem Felmer Krog vier Tage lang groß gefeiert.

Mit Blick auf die Einsätze erinnern sich noch viele an den Brand der großen Scheune von Max Köpke 1978, als durch schnellen Einsatz die Ausbreitung auf Nachbargebäude verhindert und das Leben von Mensch und Tier geschützt wurden konnte, aber auch an die Schneekatastrophe im folgenden Winter. 1994 brannte ein Resthof in Felm Voßberg, im Jahrhundertregen 2002 pumpten die Kameraden Tag und Nacht, um die überfüllte Kanalisation in Felm, Osdorf und Altenholz zu entlasten. Immer wieder denkt die Gemeinde über die Zusammenlegung der beiden Ortswehren Felm und Rathmannsdorf‐ Felmerholz nach. In der Festzeitschrift betont Gemeindewehrführer Rolf Jobst erneut, dass das für die Kameradinnen und Kameraden nicht in Frage kommt. Aus Sicht der Feuerwehr stellen die bestehenden Strukturen feuerwehrtechnisch und kulturell in den beiden Ortsteilen das Beste für die Gemeinde dar. Gerade bei Sturmeinsätzen oder Verkehrsunfällen, wo es besonders wichtig war, dass die Feuerwehr zur Lebensrettung schnell am Einsatzort ist, habe sich gezeigt, wie wichtig die Feuer-wehren in den Ortsteilen sind. Felms Wehrführer Georg Gillert ist stolz auf seine Wehr. Sie sei engagiert, gut ausgebildet und jederzeit einsatzbereit, wenn auch tagsüber nur mit einer kleinen Truppe. Er betont: „Das ist heute, wo Feuerwehrleute beruflich stark eingespannt sind, nicht selbstverständlich.“




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