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Kostenfrage : Felmer Hunnenberg: Protest gegen Rückbau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Entscheidung des Bauausschusses in der Kritik / Anwohner fürchten weitere Verschlechterung der Situation

Die Entscheidung schien gefallen in der Bauausschusssitzung Anfang April. Einstimmig war da beschlossen worden, die seit Jahren marode und immer wieder geflickte Straße Hunnenberg, Verbindung von der K49 nach Felmerholz, aufzufräsen, die Fahrbahn aus Asphaltgranulat wieder aufzubauen und die Straße zur Anliegerstraße für Anwohner, Radfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr abzustufen. Mit rund 70 000 Euro die günstigste der fünf von Diplom-Ingenieur Gerd Schimming vom Büro eds-planung aus Gettorf vorgestellten Sanierungs-Varianten. Ist nun alles wieder offen?

In ihrer Sitzung am Montag beschloss die Gemeindevertretung bei einer Gegenstimme, sich die abschließende Entscheidung über die Art der Sanierung und einen möglichen Entzug des zweiten Teilstückes der Straße ab der Kurve aus dem Gemeingebrauch vorzubehalten. Man wolle sich erst eine auf diese Art zurückgebaute Straße anschauen, bevor weitere Einzelheiten zur Sanierung festgelegt würden. Ausschlaggebend für diese neuen Überlegungen war wohl auch ein Brief an den Bürgermeister, in dem Anwohner ihre Sorgen und Ängste über den geplanten Rückbau der Straße zu einem asphaltgebundenen Schotterweg formuliert hatten und die Gemeindevertretung baten, die Entscheidung zu überdenken. „Wir fühlen uns mit dem Rückbau der Straße zu einem Schotterweg ins 20. Jahrhundert oder noch weiter zurückversetzt“, erklärte Anwohnerin Marina Diekmann. Lieber finanziere sie einen anständigen Ausbau der Straße mit. Sie habe schließlich drei Wohnungen, die sie vermietet. In dem Schreiben machten die Anwohner deutlich, dass sie seit Jahren mit dem schlechten Zustand der Straße leben, immer geduldig auf eine angemessene Lösung gehofft und dabei auch straßenbedingte Schäden an ihren Fahrzeugen in Kauf genommen hätten. Für die sieben Wohneinheiten, davon drei mit älteren Bewohnern, stelle sich die Frage, ob die schnelle ärztliche sowie eine längerfristige pflegerische Versorgung bei einem Rückbau der Straße gewährleistet seien. Und was sei mit der Schulbusanbindung, einem angemessenen Winterdienst, sei die Straße von Radfahrern gut zu nutzen, funktionierten Post- und Paketdienst und Müllabfuhr? Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU) erklärte, wegen des Busses mit der Autokraft im Gespräch zu sein. Fahre der Bus dort nicht mehr, werde oben an der K 49 eine Bedarfshaltestelle eingerichtet. Der Rettungswagen werde weiter Zufahrt haben, Winterdienst, Post- und Paketdienst und Müllabfuhr würden weiter funktionieren. „Ein Vollausbau der Straße sei mit hohen Kosten verbunden, das können wir uns nicht leisten“, sagte er. „Und wir müssten die Anwohner zur Kasse bitten.“

Ein Ausbau der Straße würde rund 540 000 Euro kosten, gab Tomas Bahr vom Amt zu bedenken. Die Gemeinde müsste eine Straßenausbaubeitragssatzung erlassen. Die Quote für die Beteiligung der Anlieger läge zwischen 65 und 90 Prozent. Davon, nur die Tragschicht zu erneuern, habe das Ingenieurbüro wegen des schlechten Unterbaus abgeraten. „Der Rückbau ist technisch und finanziell möglich“, betonte der Finanzausschussvorsitzende Holger Hackauf (CDU). „Deshalb hatten wir uns für diese Alternative entschieden.“ Heino Schadwald (SPD) dagegen konnte sich auch vorstellen, die Straße als Asphaltstraße zu lassen, sie zu erneuern und zur Anliegerstraße zu machen. „Aber die Anwohner müssten bezahlen.“

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erstellt am 07.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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