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Ortsgestaltungssatzung : Feinschliff für die Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine neue Ortsgestaltungssatzung soll künftig auch für die Kieler Straße und den Rathausmarkt gelten. Diese Bereiche waren bislang auf Wunsch der Kaufleute davon ausgenommen. Die Satzung soll für einen Einklang zwischen Tradition und Moderne sorgen.

Die städtebaulichen Vorzüge der Altstadt mit ihren historischen Häusern und ihrer Kleinteiligkeit sollen durch eine neue Ortsgestaltungssatzung noch besser hervorgehoben werden. Die vorhandene historische Substanz erhalten und sorgsam in geeigneter Form weiterentwickeln, ist dann auch das Ziel dieses Planungsinstruments aus dem Jahr 1978, das die Stadt nun nach 1986 zum zweiten Mal überarbeitet. Zu diesem Zweck wurde das Hamburger Büro Architektur + Stadtplanung engagiert, das auf der Basis der noch laufenden Stadtbildanalyse seiner Kieler Kollegen vom Büro Zastrow & Zastrow die Innenstadtentwicklung neu und präziser fassen möchte. Am Montagabend stellten Matthias Baum und sein Mitarbeiter Luis Gomes Martinho erste Zwischenergebnisse im Bauausschuss vor.

Auslöser für die Überarbeitung der Ortsgestaltungssatzung sind die zahlreichen Neubauten der jüngsten Zeit sowie die nachträgliche Einbeziehung der Kieler Straße, des Rathausmarkts und des gesamten Gänsemarkts – derzeit gilt die Satzung nur für die östliche Hälfte – in den Geltungsbereich. Zum einen soll die neue Satzung helfen, die Neubauten in die gewachsene Struktur der Altstadt und des Ortsbildes einzufügen, zum anderen sollen die bestehenden Regelungen überarbeitet, notfalls entrümpelt und auf die bisher nicht erfassten Gebiete übertragen werden.

Mit der Ortsgestaltungssatzung können Vorgaben für die Fassaden (u. a. Gliederung, Material, Farbe, Vordächer, Markisen), Fenster, Schaufenster und Haustüren (Größe, Unterteilung, Form, Material), Dächer (Form, Neigung, Deckung, Farbe), Werbeanlagen und Warenautomaten, Außentreppen und Einfriedungen sowie Möblierung des öffentlichen Raums (Außengastronomie) aufgestellt werden. Nicht geregelt werden können hingegen die Geschossigkeit oder die Höhe eines Gebäudes. Und: „Eine Ortsgestaltungssatzung ist keine Garantie für eine gute Architektur“, sagte Gomes Martinho.

Der überwiegende Teil der bestehenden Ortsgestaltungssatzung sei rechtlich in Ordnung, einige Bestimmungen könnten jedoch klarer und bestimmter formuliert werden. Als „nicht nachvollziehbar“ stufte der Planer den Zuschnitt des Geltungsbereichs ein, in dem wesentliche Bereiche wie die Kieler Straße nicht erfasst seien bzw. wie die nördliche Seite der Langebrückstraße in die Zuständigkeit von Bebauungsplänen fielen. „Die größte Überraschung war, dass die Kieler Straße nicht drin ist“, sagte Matthias Baum. Bauamtsleiter Roy Köppen stellte klar, dass es einen Bestandsschutz für alle Gebäude gebe und es „viele Jahre“ dauern werde, bis die Kieler Straße ein einheitliches Bild aufweise.

Die Zielvorstellungen der neuen Ortsgestaltungssatzung sollen ab Jahresbeginn 2014 in einer bis zu 30-köpfigen Konzeptwerkstatt erarbeitet werden. Die sieben Ratsparteien sollen binnen 14 Tagen jeweils ein Mitglied benennen, die in der Bauausschusssitzung am 18. November bestätigt werden sollen. Die weiteren Teilnehmer kommen aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaftskreis, Eigentümer, Stadtmarketing, Bürgerinitiative und Beirat für Menschen mit Behinderung. Dieses Vorgehen fand die uneingeschränkte Zustimmung aller Fraktionen.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 06:21 Uhr

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