Feige bleibt Bürgermeister in Loose

Die neue Gemeindevertretung von Loose: Erich Leupold (v.l.), Gerd Feige, Daniela Dittmann-Valerio, Bettina Lassen, Hauke Harrs,  Lothar Jöns, Britta Fries, Klaus Gussinat, Michael Engel, Hans-Jürgen Mordhorst und Burkhard Römer.  Foto: Steinmetz
Die neue Gemeindevertretung von Loose: Erich Leupold (v.l.), Gerd Feige, Daniela Dittmann-Valerio, Bettina Lassen, Hauke Harrs, Lothar Jöns, Britta Fries, Klaus Gussinat, Michael Engel, Hans-Jürgen Mordhorst und Burkhard Römer. Foto: Steinmetz

Gerd Feige (CDU) bleibt Bürgermeister in Loose / Im dritten Wahlgang gab es bei Patt eine Enthaltung / Settgast verlässt Sitzung

shz.de von
21. Juni 2013, 03:59 Uhr

Rieseby | Über 50 Prozent der Stimmen entfielen auf die CDU in Loose bei einer Wahlbeteiligung von 71 Prozent. Gegenüber 2008 konnte sie rund sechs Prozent auf 50,62 Prozent zulegen. Ein Grund zur Freude zwar, aber kein echter Wahlsieg, wie CDU-Spitzenkandidat Gerd Feige nach der Wahl feststellt. Den sechs CDU Sitzen stehen vier der Wählervereinigung Loose (WVL), deren Stimmenanteil von 37,80 auf 33 Prozent sank und zwei Sitzen der SPD, die gegenüber der Kommunalwahl 2008 knapp ein Prozent verlor, gegenüber. Erst im dritten Wahlgang stand Gerd Feige als Bürgermeister fest.

Die Wahl des Bürgermeisters war ein Nervenkitzel, den über 30 Bürger und Anhänger der Fraktionen in der BBS verfolgten. Nachdem im ersten Wahlgang sowohl Gerd Feige als auch der für die Wählervereinigung Loose (WVL) vorgeschlagene Klaus Gussinat jeweils sechs Stimmen erhielten und auch ein zweiter Wahlgang ohne Gewinner blieb, der über eine absolute Mehrheit verfügte, läutete Godber Peters vom Amt Schlei-Ostsee den dritten und letzten Wahlgang vor einer Losentscheidung ein. In diesem Wahlgang, der wie die beiden vorherigen geheim und schriftlich ablief, genügte einem der beiden Kandidaten eine einfache Mehrheit. Möglich war nur Ja oder Enthaltung. Erleichtert konnte Erich Leupold als satzungsgemäß berufener Wahlleiter verkünden, dass es eine Enthaltung und sechs Stimmen für Feige gab.

Während Feige glücklich und erleichtert unter dem Applaus vieler Bürger zu seiner Frau Christa im Zuschauerraum ging, sprang Hans-Heinrich Settgast (SPD) auf, rief "das kann nicht wahr sein", rannte dieser raus und knallte die Tür laut zu.

Zurück blieben erschrockene und überraschte Bürger und Gemeindevertreter. "Ich kann nichts dazu sagen", erklärte seine Fraktionskollegin Britta Fries. "Es war mir nichts bekannt", sagte sie. Bei der Verpflichtung der Gemeinderatsmitglieder durch Bürgermeister Feige fehlte Settgast. War zunächst geplant, ihn bei der kommenden Sitzung zu verpflichten, hat sich das inzwischen vermutlich erübrigt. Settgast teilte mit, dass er sein Gemeindevertretermandat niederlegt. (siehe Text unten). Von ihm besetzte Ämter müssen nach der Rücktrittsbestätigung durch das Amt neu besetzt werden, erklärte Peters.

Sehr enttäuscht über das Wahlergebnis war Klaus Gussinat. Es sei geplant gewesen, bis zum Losentscheid für Stimmengleichheit zu sorgen, sagte er auf Nachfrage der EZ. Er habe schon viele enttäuschte Rückmeldungen der Mitglieder bekommen. Er wolle die Zeit bis zum Wochenende nutzen, um sich klar zu werden, ob und wie er persönliche Konsequenzen sieht. Dabei erwäge er auch den kompletten Rückzug aus der Kommunalpolitik, erklärte er. Interne Gespräche der WVL stünden jetzt an.

Als erster stellvertretenden Bürgermeister wurde Hans-Jürgen Mordhorst (WVL) bei neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen gewählt. Zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin wurde Daniela Dittmann-Valerio (CDU) mit neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen gewählt. Die vorgeschlagene Britta Fries verzichtete auf eine Kandidatur. Die Besetzung der Ausschüsse hatten die Fraktionen im Vorfeld einvernehmlich vereinbart (siehe Infokasten).

Als Fraktionsvorsitzende benannte die CDU Erich Leupold (Vertreter Lothar Jöns), die WVL Hans-Jürgen Mordhorst (Michael Engel) und die SPD Britta Fries (Hans-Heinrich Settgast).

Der neuen Gemeindevertretung gehören zwölf Mitglieder an. Es wurde ein Ausgleichsmandat vergeben. Alle sechs Direktkandidaten kommen von der CDU. Verabschiedet wurden Waltraud Ruch (SPD) und Ansgar Herbst (WVL) nach fünf Jahren in der Gemeindevertretung. Feige dankte ihnen für ihren Einsatz . Neu in die Gemeindevertretretung zogen Bettina Lassen (CDU) und Britta Fries (SPD) ein.

Feige dankte den Bürgern für ihr Vertrauen und auch den Gemeindevertretern, die ihn wählten. "Die Vernunft hat gesiegt", sagte er. Eine Bürgermeisterwahl per Losentscheid wäre für Loose nicht gut gewesen, das hätten viele nicht verstanden. Mehr denn je gelte es jetzt, Kompromisse zu suchen, um Mehrheiten zu finden, so Feige.

WVL-Fraktionsvorsitzender Mordhorst hätte gerne einen anderen Bürgermeister gesehen, räumte er ein. Aber auch er befand, dass eine Losentscheidung für Loose nicht gut gewesen wäre. Ihm sei die große Politik der Parteien und im Ort nicht geheuer, es gehe um Sachdinge und um die Menschen, die zum Wohl der Bürger handeln sollen. "Jeder soll nach seinem Gewissen entscheiden können", sagte er. Die WVL werde konstruktiv und auf Augenhöhe in der Vertretung arbeiten.

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