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Schattentheater : Faszinosum mit Licht und Schatten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ralf Rahier eröffnet Sonderausstellung mit Schattenfiguren im Figurentheater-Museum „Phantasie an Fäden“ auf Carlshöhe.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 05:57 Uhr

Eckernförde | Wenn man Ralf Rahier fragt, liegt die Wiege des Puppenspiels in China. Von dort habe sich diese traditionsreiche Kunstform über die Seidenstraße bis in den Orient und die südeuropäischen Länder und schließlich Richtung Norden und Westen verbreitet. Seit knapp vier Jahren widmet Ralf Rahier mit seiner Frau Sabine Freund vier Räume in seinem Atelier auf Carlshöhe dem Puppentheater und stellt in dem Figurentheater-Museum „Phantasie an Fäden“ sein Figuren-Repertoire vor.

Seit Kurzem sind nun alle Vitrinen in den Museumsräumen gefüllt. Vom Seifenblasenclown Pic über die Mainzer Hofsänger bis hin zu den Schattenfiguren aus China im Shaanxi-Stil – über 600 Figuren aus der ganzen Welt können sich Besucher dort anschauen. „Jede Vitrine hat dabei ihre ganz eigene Geschichte“, erklärt Rahier. Bei der Auswahl seiner Exponate sei er nicht auf Masse gegangen. Einige Figuren hat er während seiner Tätigkeit als Lehrer gemeinsam mit Schülern gestaltet, andere haben Freunde mit der gleichen Puppenspiel-Leidenschaft zu ihm gebracht. Kürzlich erst hat ihm eine Dame elf alte, indische Marotten geschenkt, die nun Platz in einer der Vitrinen gefunden haben.

Als zwölfjähriger hat Rahier seine Leidenschaft für das Puppentheater entdeckt. Gemeinsam mit seinem Bruder hat er im Keller des heimischen Mietshauses in Mülheim an der Ruhr Puppentheater für die Nachbarskinder gespielt. Seit über 50 Jahren bleibt er diesem Hobby inzwischen treu. „Das Besondere an dem Puppentheater ist, dass man Figuren bauen und auf der Bühne zum Leben erwecken kann“, sagt Rahier. Dabei gebe einem das Figurenspiel auch die Möglichkeit, sich hinter dem Geschehen zu verstecken und die Figur an seiner Stelle sprechen zu lassen. Das Figurenbauen in seiner Puppenmacher-Werkstatt fasziniere ihn dabei inzwischen genauso wie das Figurenspiel.

Gestern hat Rahier eine Sonderausstellung in dem Figurentheater-Museum eröffnet. Im Fokus steht das Schattenspiel – eine Form des asiatischen Puppentheaters. Gewidmet ist die Ausstellung Margrit Fuglsang, einer Wegbereiterin des modernen Schattentheaters in Deutschland, die wie Rahier auch aus Mülheim an der Ruhr stammt. 1980 hat Fuglsang ihr Wissen über das Schattenspiel in dem Buch „Schatten und Schemen in einer Tischbühne“ zusammengetragen. Dieses Werk ist auch die Grundlage für die Ausstellung Rahiers. Ob Lederfiguren aus China oder „Karagiosis“, eine Sperrholzfigur aus Griechenland – auch hier werden Figuren aus aller Welt gezeigt.

So vielfältig wie die Herkunft der Figuren ist, so vielfältig sind auch die Materialien aus denen sie hergestellt werden: Leder, Holz, Pappe und Papier, Metallstäbe oder Textilien. Wie in dem Buch Fuglsangs werden auch im Rahmen der Ausstellung Tipps und Informationen für die Gestaltung von Schattenfiguren geliefert. „Wir wollen außerdem, dass die Besucher nicht nur schauen, sondern auch selbst etwas machen“, sagt Ralf Rahier.

Das Ende der Ausstellung ist offen. „Das wird erst dann sein, wenn wir eine neue Sonderausstellung eröffnen“, so Rahier. Eine Thema dafür habe er bereits: Handpuppen.

 

 

> Öffnungszeiten von „Phantasie an Fäden“: montags und mittwochs 14 bis 17 Uhr, andere Termine nach telefonischer Absprache unter 0179/72  06  39  1, Kontakt per E-Mail an phantasie-an-faeden@gmx.de, Adresse: Atelierhaus Carlshöhe 60.

 

 

 

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