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Faszinierende Eindrücke in Kappadokiens Unterwelt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beeindruckende Reiseeindrücke in Anatolien / Türkei lockt Touristen mit erstaunlichem Preis-Leistungsverhältnis

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 12:39 Uhr

Der Herbst und das Frühjahr eignen sich besonders dafür, eine sogenannte Bildungsreise zu machen, sich in der Heimat etwas näher umzusehen oder auch fremde Kulturen, besondere Landschaften, historische Stätten zu besuchen. Die Tage sind zwar kürzer, die Temperaturen im allgemeinen angenehm und nicht zuletzt reist man erheblich kostengünstiger als in der Saison.

Unser Reiseziel war diesmal Anatolien, die asiatische Halbinsel zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer, genauer gesagt, das flächenmäßig kleine Kappadokien. Reisen in die Türkei werden zu einem erstaunlich vorteilhaften Preis-Leistungsverhältnis angeboten. Staatliche Förderungs des Tourismus, die niedrigen Löhne und der relativ günstige Wechselkurs des Euro zur türkischen Lira tragen wohl wesentlich dazu bei. Die Türkei ist zurzeit nicht zuletzt deshalb nach Spanien und praktisch gleichauf mit Italien zu einem der beliebtesten Ziele der Deutschen im Ausland geworden. Was macht das besondere Kappadokiens aus? In dieser Region haben vulkanische Tätigkeit und Erosion über Jahrtausende ein einzigartiges Landschaftsbild, ein Weltwunder der Natur geschaffen, eine einzigartige Tuffsteinlandschaft mit bizarren Felsgebilden. Man fühlt sich beinahe wie auf einem anderen Planeten.

Daneben hat diese Gegend viele Zeugnisse einer bedeutenden christlichen Vergangenheit. Bekehrt durch den Apostel Paulus entwickelten sich schon früh christliche Gemeinden. Bereits im 2. Jahrhundert war Kappadokien überwiegend christlich. Nach dem Siegeszug des Islam suchten viele Christen aus Syrien, Palästina und Ägypten Zuflucht in Kappadokien. Um nicht entdeckt zu werden, wurden Wohnungen und Kirchen, ganze Städte unterirdisch angelegt, die bei Gefahr aufgesucht wurden. Diese Anlagen unter der Erde waren möglich, da der Grund aus weichem Tuffstein bestand, der sich relativ leicht aushöhlen ließ. 36 unterirdische Städte wurden bisher entdeckt. Sie gingen bis zu acht Stockwerke in die Tiefe. Bei Gefahr konnten die Christen bis zu sechs Monate unsichtbar bleiben.

Die Besichtigung einer derartigen Stadt ist beeindruckend. Man begibt sich in ein Labyrinth unzähliger Gänge und Räume. Man bewundert den gut getarnten Eingang und das ausgeklügelte Belüftungssystem. Aus byzantinischer Zeit gibt es mehr als 1000 Höhlenkirchen und Kapellen, zum Teil mit sehr schönen Fresken. Sie entstanden zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert. Einige der schönsten kann man in Görem besichtigen. Sie gehören zum Welterbe er Unesco.

In Konya, der flächenmäßig größten Stadt der Türkei, lohnt es das Mevlana Kloster zu besichtigen. Der Mystiker Mevlana, der von 1207 bis 1273 lebte, war Erfinder des Tanzrituals der Derwische. Solche Tänze wurden uns vorgeführt. Wie ein Kreisel drehen sich die Derwische um ihre Achse bis zur Ekstase.

Auch bei dieser Reise in die Türkei waren wir wieder beeindruckt von der guten Organisation, den guten Hotels und von den freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Man wünscht sich, dass das Land doch noch irgendwann die notwendigen Reformen (Rechtsstaat, Menschenrechte) durchführt, die auch für eine Aufnahme in die EU Voraussetzung wären.

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