zur Navigation springen

Tag des offenen Stützpunkts : Faszination Marine: 6000 Besucher

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Einheiten gaben beim Tag des Offenen Stützpunkts Einblick in ihre Arbeit. Die Plätze auf dem U-Boot U 33 mussten wegen des Andrangs per Losentscheid vergeben werden. Die Marine zählte gestern über 6000 Besucher.

Eckernförde | Marine live, aber vom Land aus und mit mit festem Boden unter den Füßen, dazu passendes Wetter – der Tag des Offenen Stützpunktes in Eckernförde entwickelte sich schon am frühen Nachmittag zu einem Erfolg für Marine und Besucher. Gab es doch reichlich Möglichkeiten, hinter die Kulissen zu schauen und zu entdecken, was „Marine“ außer Schiffen ausmacht. Über 6000 Besucher nutzten die Gelegenheit.

In der Ausbildungswerkstatt für Maritime Technologie und Forschung steigt der Nachwuchs in die Computer- und Steuerungstechnik sowie Datenübertragung ein. Ziel dabei: die Fähigkeiten eines Menschen elektronisch nachzubilden und Aufgaben mit ferngesteuerten Maschinen zu erledigen. Ein Quadrocopter, ein U-Boot-Modell, eine Fledermausanzeige und ein mit Handy-Telefontönen gesteuertes Mini-Fahrzeug sind bei dabei entstanden. Eindrucksvoll auch das elektronische Innenleben des „Seehecht“-Torpedos und das Modell des in Borgstedt gebauten, 120 Meter langen und 46 Meter hohen Erdmagnetfeldsimulators, in den Schiffe direkt hineinfahren können.

„Taucher hassen es, nass zu werden“, stellte Rolf Fleck seine Tauchertrockenanzüge vor. Etwa 7000 Stunden ist sein Kollege Joachim Roßat als ziviler Taucher unter Wasser gewesen und hat Ausrüstung für die Bundeswehr getestet. Anschauungsunterricht gab’s gleich nebenan. Marinetaucher demonstrierten, wie lange es dauert, zwei Seesterne vom Hafengrund aufzusammeln und ans Tageslicht zu befördern.

Auf großes Interesse bei Familien mit ihren Kindern stieß das Innenleben eines Minenjagdbootes, der Korvette „Braunschweig“ und von zwei Landungsbooten aus Eckernförde. Auch wo es unter Wasser ging, die Spezialität des Eckernförder Marinestützpunktes, waren das Interesse und Andrang naturgemäß riesengroß – wann hat man schon einmal Gelegenheit, ein Unterseeboot zu betreten? Und so musste das Los entscheiden, wer zu den glücklichen Besuchern gehörte, die an Bord von U 33, einem Typ der Klasse 212A, die als modernste nicht-nukleare U-Boote der Welt gelten, eingelassen wurden. Auch wer selbst erleben wollte, wie sich „Notauftauchen“ anfühlt, musste vorher fünf Fragen richtig beantwortet haben. Sich unter Wasser zu bewegen, zu überleben, und dabei noch gefahrvolle Arbeiten zu erledigen, bedeutet eine extreme Herausforderung an Mensch und Material. Nicht zu vergessen der Mut der Minentaucher, die sich trotz Schutzanzug bei ihren Einsätzen unter Wasser in Lebensgefahr begeben.

Eindrucksvoll, auch wenn nicht direkt mit der Marine im Zusammenhang, wirkten Beiträge der „Gäste“. Projektoffizier Kapitänleutnant Frank Welpot hatte unter anderem die Stützpunktfeuerwehr und das Technische Hilfswerk mit ihren Spezialfahrzeugen zur Präsentation eingeladen.

Die Bundeswehr hatte aus der Not – zuwenig Parkplätze – eine Tugend gemacht und einen kostenlosen Transport zum Stützpunkt per Bus und Barkasse angeboten. Auch das wurde fleißig von den Besuchern genutzt und kam extrem gut an.

„Ich bin glücklich über das große Interesse. Wir zeigen gerne, wie viel mehr hinter der Bundeswehr und der Marine steckt. Die Kameraden freuen sich, dass sie ihre Spezialausrüstung zeigen können und wahrgenommen werden,“ sagte Kapitänleutnant Welpot. Der Aufwand mit den großen Schiffen, die eigens aus Rostock und Warnemünde nach Eckernförde gekommen waren, erforderte vorab eine intensive Planung und einen Abgleich der Ausbildungspläne. Extramittel, so Welpot, seien im Etat nicht vorgesehen. Umso mehr herauszuheben sind die Anstrengungen der Organisatoren, mehr von der Marine zu zeigen, als als nur einen langen, hohen Zaun, streng bewachte Eingänge und Hinweise auf militärische Sicherheitsbereiche mit Warnungen vor Schusswaffengebrauch. Die große Resonanz bewies erneut, wie hoch die Marine bei der Bevölkerung im Kurs steht und wie sie geschätzt und respektiert wird. Denn schließlich profitieren alle von dem Einsatz der Marine, deren Aufgabe es ist, Stabilität und Frieden zu sichern.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen