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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 13:59 Uhr

Seniorenredaktion : Fassadenschmuck mit Stil

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

An einigen Eckernförder Häusern lassen sich kunstvolle Ornamente und Verzierungen beobachten. Während es früher zum guten Ton gehörte, sein Haus zu verzieren, ist es heute ehe die Ausnahme. Dabei werden vor allem moderne Bauten dadurch aufgewertet.

von
erstellt am 25.Sep.2013 | 06:04 Uhr

In früheren Jahrhunderten war es selbstverständlich, dass Häuser wohlhabender Bürger schmückende Elemente zeigten. Architekten und die ausführenden Maurer, Steinmetze, Stuckateure, Zimmerleute und Maler folgten dabei jeweils dem vorherrschenden Bau- und Kunststil - eine Abrechnung nach Stunden spielte noch nicht die Kostenrolle wie heute. So glänzen Amts-, Geschäfts- und Wohnhäuser vor allem aus dem 19. Jahrhundert mit wohl gestalteten Fenster- und Türrahmen, mit Stuck-Verzierungen im Giebel, mit schmiedeeisernen Mauerankern und Windfahnen.

Die Gegenwart ist nüchterner geworden: Häuser der letzten Jahre geben sich minimalistisch, linear, mit „makellosen“ Wänden aus verputztem Backstein und sehr viel Glas. Doch scheint dieser Neo-Bauhaus-Stil nicht unbedingt den Geschmack der Bürger zu treffen – kaum ist ein neues „Hausquadrat“ errichtet, wird es vom Bewohner „geschmückt“: mit Keramik-Namenschildern, mit Hausnummern in Fayence-Technik, mit Willkomm-Zwergen aus Plastik. Wandert man durch die Neubauviertel, so trifft man aber auch stilvollen Zierrat am modernen Haus, individuelle Fundsachen oder gar Kunstwerke.

Eine schöne Arbeit aus leuchtend farbiger Keramik schmückt das Haus Dr. Höhnke im Lorenz-von- Stein-Ring. Die in Breslau geborene Künstlerin Helga Frenzel hat eine Gruppe von Eulen geschaffen, wie sie im Schatten dichten Laubes auf einem Ast sitzen. Die Eule ist traditionelles Symbol der Weisheit, und ihr werden Heilkräfte zugeschrieben.

Motive aus fast dem gleichen Material, aber auf einem Markt in exotischer Ferne erworben, schmücken ein Haus im Brookhörn. Familie Dr. Heine hat von einem Urlaub auf Djerba „Azulejos“ mitgebracht, bunt bemalte und glasifizierte Fließen, die sie in Eckernförde wieder zu strahlenden Tafeln zusammenfügten. Die Urform dieser Ornamente stammt aus dem Iran, mit den Berbern gelangte die Kunstform nach Nordafrika, nach Portugal und Spanien.

Ebenfalls ein Fund auf abenteuerlicher Reise ist das schmiedeeiserne Schild am bekannten Antiquitäten-Geschäft im Schulweg. Die Besitzerin erstand es auf dem größten Flohmarkt in Paris, hier in Eckernförde wurde der stilisierte Dreimaster neu bemalt und mit dem Schriftzug „Antik“ verknüpft.

Keine Rarität sind die Möwen aus Kunststoff an einer Hauswand im Brennofenweg. Hausbesitzer Jacob hat sie als Massenware in einem Geschäft gekauft und so geschickt auf Schiefer angebracht, dass sie sein Haus im besten Sinne schmücken.

Die Liste der individuellen Schmuckmotive am Haus ließe sich verlängern. Hierzu gehören alte Ofenplatten (Fischerstraße) oder Arbeitsgerät vergangener Landwirtschaft (Windebyer Weg), „barockisierende“ Sonnenuhren und schmiedeeiserne Ornament-Kunst der Moderne, aus Backstein geformter Zierrat und Malereien auf Putz.

Mit Blick auf die Lust der Bürger auf schmückende Elemente an ihrem Neubau stellt sich die Frage: Wird auch moderne Architektur einmal zu niveauvollen, unserer Zeit entsprechenden Schmuckmotiven am Haus finden?

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