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Campingserie : Fangfrischer Fisch für die Camper

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Teil 5 der Camping-Serie: Ostseecamping Damp am Schuby-Strand / Fischerfamilie Hübert landet seit über 50 Jahren an

Dörphof | Die Ostseeküste entlang der Eckernförder Bucht ist bei Urlaubern beliebt. Besonders der Campingtourismus hat eine lange Tradition auf der Halbinsel Schwansen. Jeder 13 Plätze ist in der Saison ein Dorf für sich, mit besonderen Menschen und Angeboten. In einer Serie stellt die EZ verschiedene Plätze vor. Heute der Platz Ostseecamping Damp in Dörphof.

Flundern, Heringe und Makrelen – wenn Hartmut Hübert (71) mit seinem Fischerboot und frisch gefangenem Fisch an den Schubyer Strand kommt, dann spricht sich das schnell herum auf dem Ostseecampingplatz Damp. Hübert, der zeitweise von seinem Sohn Simon unterstützt wird, ist seit über 50 Jahren im Nebenerwerb Fischer und auf dem Platz selber als Camper zu Hause. Schon sein Vater Gerhard und dessen Vater waren Fischer – drüben in der Nähe von Danzig in Bodenwinkel. „Ich pflege heute noch die Tradition“, sagt Hübert, „davon leben kann man aber nicht, es ist mein Hobby“.

„Die Fischerei ist eine besondere Attraktion auf dem Platz“, sagt Peter Steinort. Der Geschäftsführer des Platzes, der zur Herzoglichen Gutsverwaltung Damp gehört, ist froh über das besondere Angebot auf dem Platz. Etwas Vergleichbares gebe es an der Schwansener Küste nicht mehr. Früher gab es sogar drei Fischer am Platz, aber aus Altersgründen hörten sie auf.

Hüberts Eltern Gerhard und Margarete flohen 1945 über die Ostsee nach Schleswig-Holstein. In Rendsburg wohnten sie. Es zog sie aber immer an die Ostsee. Hüberts Vater war gelernter Fischer aus dem Fischerdorf Bodenwinkel in der Nähe von Danzig, wo die Familie auch eine Fischräucherei betrieb. Anfang der 1960er-Jahre kamen Hüberts nach Schuby. Entlang der Düne standen die ersten Zelte, dahinter grasten noch die Kühe auf der Weide. Am Strand zogen sie ihr Boot hoch. Das war ihr zweites Bodenwinkel. Und sie gehören damit zu den aller ersten Campinggästen auf dem Platz, stellt Steinort fest. 1967 zogen Hüberts in ihren ersten Wohnwagen. Der Standplatz heute ist derselbe wie damals. Ihr Nachbar war der Künstler Gerhard Bettermann (Winnemark). Dieser war mit dem ersten Platzpächter, Hubert Braukmann, bekannt. „Es war eine schöne Zeit“, erinnert sich Hübert an die besonderen Nachbarn. Hübert ging zur Bundesmarine und übernahm in den 1990er-Jahren die Nebenerwerbsfischerei von seinem Vater.

Hüberts Boot misst sechs Meter und ist über 30 Jahre alt. Lässt das Wetter es zu, fährt er raus und positioniert seine rund 800 Meter Stellnetze in Wassertiefen zwischen 4,5 und 14 Metern. Über Nacht bleiben sie stehen, um morgens früh wieder eingesammelt zu werden. „Wir fahren dann immer mit etwas Euphorie raus“, sagt der 71-Jährige „aber die Realität ist anders“. Dennoch, über Überraschungen freut er sich immer. Gab es früher Dorsch ohne Ende, so verirrt sich in neuer Zeit nur noch selten einer in den Netzen. Flundern, Heringe, Hornhechte, hin und wieder mal stattliche Meerforellen und zuletzt öfter auch Makrelen landen sie an. Groß Werbung muss Hübert für den fangfrischen Fisch nicht machen. Er habe genug Interessenten, berichtet er. Wenn die Urlauber sehen, das Boot ist weg, dann wissen sie Bescheid. Manche geben auch Vorbestellungen auf, ergänzt Hüberts Frau Brigitte. „Ich notiere das, aber mit den Fischen habe ich nichts zu tun, das ist sein Hobby“, sagt sie.

Juni und Juli sind schlechte Fangmonate, „da sind die Fische satt und bewegen sich nicht“, sagt Fischer Hübert. Wenn dann noch das Wetter schlecht ist, vor allem Ostwind mit ordentlich Wellen, dann bleibt er schon mal länger an Land. „Ich habe keine Angst vor der See, aber höllischen Respekt“, sagt der Fischer. Wie lange er die Fischerei noch macht, weiß er nicht. Vor gut drei Jahren hängte sein Kollege Herbert Radke die Netze an den Haken, viele Jahre früher schon Harry Bahr. Sie alle kamen wie Hübert aus Bodenwinkel. „Es wäre sehr schade, wenn die Tradition endet“, meint Steinort, sieht aber das Problem, einen Nachfolger zu finden.

2009 übernahm die herzogliche Verwaltung die Bewirtschaftung des Platzes wieder selbst. Seit 2011 wird die Anlage umfangreich modernisiert und die Stellplätze vergrößert, berichtet Steinort. Heinz-Uwe Meyer aus Rendsburg fühlt sich auf dem Platz sehr wohl. Der Dauercamper ist Rentner und seit rund 30 Jahren in Schuby-Strand zu Hause. „Ich mag einfach die gute Atmosphäre“, sagt er.

 

Steckbrief

Ostseecamping Damp
Der Platz mit einer Gesamtfläche von rund 24 Hektar liegt in der Gemeinde Dörphof.

Er hat 820 Stellplätze, davon sind 600 Parzellen für Dauercamper und 220 für Touristen.

Angebote (u.a.):

> Hundewiese und Bademöglichkeit für Hunde am Platz

> Ver- und Entsorgung für Wohnmobile > Mobilheime / Ferienhäuser am Platz > Surf- und Segelschule auf dem Platz > Slipanlage für kleine Boote > Restaurant und Imbiss am Platz

> Schäferwagen für Radreisende

Infos: www.damp-ostseecamping.de

Telefon: 04644/96  01  0

 

 

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erstellt am 15.Jul.2017 | 06:32 Uhr

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