zur Navigation springen

Hilfe anbieten : Familientelefon: Eltern fragen, Pädagogen antworten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wo ist die nächste Kita? Wo bekomme ich gebrauchte Babyartikel? Information und Beratung für Eltern von Kleinkindern soll das neue Familientelefon bieten. Ein Sorgen- oder Notfalltelefon ist es nicht.

Frank Schröder setzt auf ein bewährtes Kommunikationsmittel: das Telefon. „Wir wollen das direkte Gespräch.“ Dafür sei das Internet ungeeignet. Der Bereichsleiter der Evangelischen Jugendhilfe Rendsburg hat jetzt mit Kollegen aus zehn verschiedenen sozialen Einrichtungen sowie dem Kreis-Jugendamt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Am 1. November nimmt das „Familientelefon“ seinen Betrieb auf.

Unter der Nummer 04331 / 56813 können sich Eltern mit Kleinkindern bis drei Jahren über Hilfsangebote im Kreis informieren. „Ich wohne in Hütten. Wo ist die nächste Krabbelgruppe für mein Kind?“ „Gibt es in Eckernförde eine Möglichkeit, einen Kinderwagen gespendet zu bekommen?“ Das sind nur zwei der möglichen Fragen. Antworten liefern die Mitarbeiter am Familientelefon jeweils von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie am Montag von 17 bis 19 Uhr.

„Das neue Angebot ist kein Sorgentelefon und auch keine Notfallnummer“, stellt Frank Schröder klar. Vielmehr handele es sich um eine Informationsquelle zu Fragen rund um die Geburt und die ersten Lebensjahre des Kindes. Aber auch Wünsche und Anregungen werden angenommen. Ein Anruf sei völlig unverbindlich. Es werde keine anonyme Computerstimme und keine Warteschleifen geben. Besetzt sei das Telefon mit den pädagogischen Mitarbeitern der beteiligten Träger. Ob die Anrufer später die Auskünfte nutzen, bleibe ihre persönliche Entscheidung. „Wir geben den Eltern die Informationen an die Hand – kümmern müssen sie sich selber.“

Das Telefonprojekt ist eingebunden in die „Frühe Hilfen“, die im Kreis nach den Vorgaben des Bundeskinderschutzgesetzes entwickelt worden sind. „Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder optimal aufwachsen können“, sagt Wiebke Schmitz von der Koordinierungsstelle Kinderschutz im Kreis. „Es geht darum, Misshandlungen oder Vernachlässigung von Kindern durch überforderte Eltern zu verhindern.“ Mittlerweile seien drei Netzwerke in den Standorten Eckernförde, Rendsburg und Nortorf aufgebaut worden. Die Fachleute wie Ärzte, Familienhebammen und Therapeuten arbeiten eng zusammen und entwickeln gezielte Hilfen.

Auch Norbert Schmidt, Leiter des Kreis-Jugendamtes, lobt das Engagement. „Hier ist in nur fünf Monaten eine ungewöhnlich breite Initiative entstanden.“ Es seien nicht nur die bekannten Träger an dem Projekt beteiligt, sondern auch kleinere Organisationen. „Die Mitarbeiter der Einrichtungen werden quasi ehrenamtlich tätig.“ Es seien nur Dienstleistungskosten, wie die Telefonanlage, entstanden.

Nach dem Start soll im Frühjahr eine erste Bilanz gezogen werden. „Wir werden dann sehen, ob die Nummer genutzt wird.“ Aber von dem Nutzen des Dienstes ist der Ideengeber Frank Schröder schon jetzt überzeugt: „Gebraucht wird das Familientelefon mit Sicherheit.“

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 18:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen