Familiensprache Plattdeutsch: Der Zukunft zuliebe

Nutzten Pfingsten für einen Kurzurlaub in Eckernförde: Yvonne und Karsten Knudsen von der Nordseeinsel Pellworm mit ihren Kindern Jannis, Niklas und Finja. Alltagssprache ist Plattdeutsch, auch im Urlaub.
Nutzten Pfingsten für einen Kurzurlaub in Eckernförde: Yvonne und Karsten Knudsen von der Nordseeinsel Pellworm mit ihren Kindern Jannis, Niklas und Finja. Alltagssprache ist Plattdeutsch, auch im Urlaub.

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27. Mai 2015, 11:57 Uhr

Niklas, Finja und Jannis sind Kinder von der Insel Pellworm und sprechen Plattdeutsch in Reinkultur, und zwar täglich und überall. Ungewohnt für hochdeutsche Ohren zwar, aber auch gelebte Bodenständigkeit und echte schleswig-holsteinische Art. Die drei Insel-Kinder im Alter von sieben, vier und eineinhalb Jahren haben ihre Zweisprachigkeit – denn sie können natürlich auch Hochdeutsch – ihren Eltern Yvonne und Karsten Knudsen zu verdanken. „Wir sprechen zuhause nur Plattdeutsch, auch mit unseren Kindern“, sagt Karsten Knudsen. Für die junge Pellwormer Familie also nichts Besonderes, wenn es „gau“ statt „schnell“, „School“ statt „Schule“, „Peer“ statt „Pferd“, „Arvensupp“ statt „Erbsensuppe“ oder „Wöörbook“ statt „Wörterbuch“ heißt – da können Niklas, Finja und der kleine Jannis „gut mit um“.

Familie Knudsen, die auf Pellworm einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchviehhaltung führt, hat Pfingsten zu einem spontanen Kurzurlaub in Eckernförde genutzt und konnte dabei feststellen, dass auch die wattfreie Ostsee mit ihrem feinen Sandstrand und der ständigen Präsenz des Wassers ihre speziellen Reize hat. Gefallen hat den Gästen von der nordfriesischen Insel vor allem die schöne Landschaft und Lage der Ostseestadt und vor allem „der tolle Sandstrand“, wie Yvonne Knudsen sagt.

Karsten Knudsen ist gebürtiger Pellwormer und Landwirtssohn, seine Frau Yvonne kommt aus Berlin. „Man kann sich da gut reinhören“, sagt sie über das Plattdeutsche. Am Anfang kommt das Verstehen, dann das Sprechen – inzwischen ist sie sprachlich kaum noch von den Insulanern zu unterscheiden. Das kann man nicht von allen rund 1000 Pellwormer behaupten, unter denen es auch zahlreiche „Zugereiste“ gibt. „Wir pflegen die plattdeutsche Sprache, damit später jedenfalls ein paar junge Leute plattdeutsch sprechen“, sagt Yvonne Knudsen und trägt damit zum Fortbestand der Sprache bei.



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