Saatzucht : Familienbetrieb mit Forschergeist

Leguminosen-Demonstration:  Dr. Olaf Sass  zeigt den Gästen die Winter- und Sommerackerbohnen und Wintererbsen.
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Leguminosen-Demonstration: Dr. Olaf Sass zeigt den Gästen die Winter- und Sommerackerbohnen und Wintererbsen.

Rund 130 Gäste informierten sich bei der Vermehrertagung der Norddeutschen Pflanzenzucht in Hohenlieth über das Unternehmen.

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13. Juni 2014, 07:36 Uhr

„Wir sind ein privates Familienunternehmen“, betonte Dietmar Brauer bei der Vermehrertagung in dieser Woche bei der Norddeutschen Pflanzenzucht (NPZ) in Hohenlieth. Dem NPZ-Geschäftsführer war es wichtig, diese fast 120-jährige Tradition in Sachen Forschung, Züchtung, Produktion und Aufbereitung und Vermarktung von Saatgut hervorzuheben. Lässt doch die Struktur des Unternehmens in dieser hochinnovativen Branche mit Niederlassungen in ganz Europa und Übersee, Partnerschaften und Gesellschaften vielmehr auf einen Großkonzern schließen. „Wir haben gelernt, zu kooperieren“, betonte Brauer. So wurde 2008 mit dem Ziel der Ertragssteigerung die German Seed Alliance GmbH gegründet, ein Zusammenschluss von vier deutschen Saatzuchtunternehmen. In diesem Jahr wurde das 40-jährige Bestehen von Rapool gefeiert. Die Züchtergemeinschaft hat in den vergangenen Jahren durch ihrer Forschungskooperation den Rapsanbau in Europa maßgeblich beeinflusst.

Neues „Kind“ des Unternehmens ist die NPZ Innovation GmbH, die im November 2013 gegründet wurde. Die Aufgabenschwerpunkt der jungen Gesellschaft sind die Forschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie sowie Dienstleistungen darin. Geschäftsführer sind Thorsten Pommer und Dr. Gunhild Leckband. 16 Mitarbeiter beschäftigt die Innovation GmbH derzeit, Tendenz steigend. Als Firmensitz soll die Alte Schmiede auf dem Hof Hohenlieth hergerichtet werden. Fast fertig gestellt ist die Halle 10, die als Lagerraum und für die Saatgutanalyse neue Räume schafft. Investiert wird auch am Standort Malchow. Nach Erhalt der Baugenehmigung soll dort eine neue Saatzucht entstehen.

Neben den knapp 140 Hektar Ackerland auf dem Hof in Hohenlieth bewirtschaftet die NPZ in Malchow auf der Insel Poel weitere rund 1300 Hektar. Hier konnte die Fläche zuletzt um etwa 750 Hektar erweitert werden. An beiden Standorten beschäftigt die NPZ rund 235 Mitarbeiter. Hinzu kommen weitere 200 Saisonaushilfen.

In punkto Agrarpolitik berichtete Brauer über das Greening. Demnach müssen Landwirte fünf Prozent ihrer Äcker vom kommenden Jahr an als so genannte ökologische Vorrangflächen ausweisen. Kann er das nicht, bekommt er 30 Prozent weniger Geld aus dem Fördertopf der EU. Wichtig war den Interessenverbänden, dass die von der EU geforderten Fünf-Prozent-Quote ökologische Acker-Vorrangfläche nicht alleine mit Stilllegung, sondern auch mit dem Anbau von Zwischenfrüchten und Stickstoff bindenden Pflanzen erbracht werden dürfen. Hier ist der Faktor auf 0,7 festgelegt worden. Das bedeutet, um sieben Hektar Vorrangfläche zu erreichen, müssten zehn Hektar Klee, Lupinen oder ähnliches angebaut werden. Die EU hatte anfangs noch den Faktor 0,3 angepeilt, sich dann aber auf den Kompromiss verständigt.

Das Land Schleswig-Holstein hat zudem eine Förderung auf eine fünfgliedrige Fruchtfolge, in der Hülsenfrüchte angebaut werden müssen, Anfang Mai festgelegt.

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