zur Navigation springen

leitsysteme : Falschparker sind Hindernis für viele Sehbehinderte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Beirat für Menschen mit Behinderung fordert, dass die Blindenleitstreifen in Eckernförde offizielles Verkehrszeichen werden. Der Grund dafür ist, dass die Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen von Autos zugeparkt werden.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 06:29 Uhr

Der Behindertenleitstreifen in der Langebrückstraße und in der Gerichtstraße soll sehbehinderten Menschen das Überqueren der Fahrbahn erleichtern – vor allem dort, wo es keinen Bürgersteig gibt. Doch dort, wo diese Menschen ungehindert über die Straße gehen sollen, versperren oft ordnungswidrig abgestellte Autos den Weg.

Dass parkende Autos den Behindertenleitstreifen in der Gerichtstraße und in der Langebrückstraße blockieren, ist laut Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke ein häufiges Problem. Viele Menschen wüssten nicht, dass sie ihre Fahrzeuge an diesen Stellen nicht abstellen dürfen, weil sie es beispielsweise nicht in der Fahrschule gelernt haben. Dies bestätigen einige Autofahrer. Aber auch, wenn die Reifen nicht komplett auf den Rillen stehen, stellt das Fahrzeug eine Behinderung dar – wenn die Menschen darauf laufen.

Der Beirat für Menschen mit Behinderung hat deshalb einen Brief an das Verkehrsministerium in Schleswig-Holstein geschrieben mit der Bitte, den Behindertenleitstreifen zu kennzeichnen. Dann würde der weiße gerillte Streifen besser wahrgenommen und die Stadt könne Autofahrer, die ihr Fahrzeuge dort ordnungswidrig abstellen, ahnden, erklärt Kaschke. „Nur Pkws mit einem blauen oder gelben Ausweis dürfen in verkehrsberuhigten Zonen auch auf nicht-markierten Flächen parken“, fügt Anke Braun, Vorsitzende des Beirats für Behinderung, hinzu.

Die Stadt Eckernförde ist bei täglichen Kontrollen Verkehrssündern auf der Spur. Drei Verkehrsüberwacher gehen dann durch die verkehrsberuhigten Zonen und andere Straßen, in denen ein Parkverbot besteht. Aber auch wenn Beschwerden bei der Stadt eingehen, weil etwa zu viele Autos in einer Straße stehen, gehen die Verkehrsüberwacher los, sagt Kaschke. 20 000 Verkehrssünder verwarnen sie pro Jahr, die zum Beispiel im Halteverbot stehen, deren Parkzeit überschritten ist oder die eben im verkehrsberuhigten Bereich parken.

Der Beirat für Menschen mit Behinderung stellt im Rahmen des Tages für Menschen mit Behinderung am 5. Mai einen Informationsstand in der Kieler Straße auf, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Falsch geparkte Fahrzeuge sind gefährliche Hindernisse für sehbehinderte Menschen“, erklärt Braun. Oft würden die Betroffenen gegen die Autos laufen oder wüssten nicht, wie und wohin sie ausweichen sollen. Für diese Menschen sei der Leitstreifen eine Orientierungshilfe, weil die Bordsteinkante fehlt.Deshalb hofft nicht nur Braun, dass der Streifen bald zu einem offiziellen Verkehrszeichen wird und die Fahrschulen ihn im Unterricht mit aufnehmen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert