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Auszeichnung : Fairtrade: Jungmannschule ist jetzt Vorbild für andere

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verein TransFair belohnt das Engagements für gerechten Welthandel mit einer Auszeichnung. Das Gymnasium ist der erste Schule dieser Art kreisweit.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 06:03 Uhr

Eckernförde | Was 2012 in der Jungmannschule als eine Initiative begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: das Fairtrade-Projekt. Aus der Idee, Schülern ein Bewusstsein für eine gerechte Weltwirtschaft und einen gerechten Handel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu vermitteln, ist eine in der Schullandschaft fest verankerte Kampagne geworden. Ihr Symbol ist der bewegliche Eine-Welt-Kiosk, von dem engagierte Schüler in jeder großen Pause Fairtrade-Produkte verkaufen.

Diese Aktion sowie das Bestreben der Schule, den Fairtrade-Gedanken auch im Unterricht, so im Fach Erdkunde und in den Naturwissenschaften, aufzugreifen, und die Bildung eines Schulteams wurden jetzt belohnt: Gestern wurde das Gymnasium als erste Schule im Kreis Rendsburg-Eckernförde als Fairtrade-Schule(Fairtrade-School) ausgezeichnet. In einer Feierstunde, an der auch die Ratsfrau Katharina Heldt, der Leiter des Grünen Hauses, Klaus Kaiser, und die ehemalige Schulleiterin, Jutta Johannsen, teilnahmen, übergab Albrecht Röhl vom Verein TransFair die Auszeichnungsurkunde. Die Jungmannschule ist die sechste Schule in Schleswig-Holstein, die diesen Titel offiziell führen darf. Bundesweit gibt es seit gestern 217 Fairtrade-Schulen.

Die Fairtrade-Idee geht auf den ehemaligen Jungmannschüler Joschka Knuth zurück. Unterstützung fand er bei der Koordinatorin Elisabeth Bonsen und dem Schulsozialarbeiter Daniel Frank, die ein Steuerungsteam aufbauten. Pastor Dirk Homrighausen von der Kirchengemeinde St. Nicolai, die auch das Grüne Haus betreibt, spendete eine Kollekte, von der sowohl der Kioskwagen als auch die ersten Fairtrade-Produkte gekauft werden konnten. In jeder Pause werden kleine Snacks wie getrocknete Früchte, Nussprodukte, Kaffee oder Tee verkauft. „Verkaufsschlager ist Schokolade“, sagte Elisabeth Bonsen. Bei allem Spaß lenkte sie den Fokus auf die Grundgedanken. „Das Fairtrade-Projekt ist keine kleine Spielwiese, sondern der Versuch, Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzenten in den betroffenen Ländern ins Bewusstsein zu rücken.“

Mindestlohn, Einsetzen gegen Kinderarbeit, nachhaltige Produkte, Umweltschutzschutz – für die Jungmannschüler sind das keine leeren Worthülsen. „Wir haben gemerkt, dass wir als kleine Gruppe auch etwas erreichen können“, sagte Katinka. Die 17-Jährige ist eines von über zehn Teammitgliedern. Ihren Wunsch nach einem eigenen Raum für die Fairtrade-Gruppe wolle die Schulleitung erfüllen, sagte der neue Schulleiter Sebastian Klingenberg. „Ihr schärft unseren Blick für Gerechtigkeit.“

Laudator Albrecht Röhl wies darauf hin, dass die Jungmannschule mit der Unterzeichnung des Fairtrade-Kompass jetzt offiziell die Verpflichtung habe, den Fairtrade-Gedanken im Schulalltag zu verankern. „Ihr seid nun Vorbild für andere Schulen“, so Röhl.

> Der Fairtrade-Gedanke wird in Eckernförde groß geschrieben. Seit Oktober 2012 ist das Ostseebad bundesweit die nördlichste Fairtrade-Stadt. Im Weltladen im Grünen Haus, in der Gastronomie und im Einzelhandel werden Fairtrade-Produkte angeboten.

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