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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 15:11 Uhr

Faire Preise für die Ärmsten der Armen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

4. Fachtagung „Faire Kommunen in Schleswig-Holstein“ in Eckernförde. Eckernförde war 2012 die zweite Fairtrade-Stadt, jetzt sind es bereits 17 Städte und Gemeinden.

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 06:15 Uhr

Eckernförde | Lübeck war 2011 die erste, Eckernförde und der Nachbarort Neudorf-Bornstein 2012 die Fairtrade-Gemeinden zwei und drei in Schleswig-Holstein. In den folgenden fünf Jahren hat sich der faire Handel zugunsten der Arbeiter und Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika in diesen Orten etabliert, und es sind weitere Fairtrade-Orte im Norden hinzugekommen. Aktuell unterstützen 17 Städte und Gemeinden den nachhaltig wirkenden Fairtrade-Gedanken, der den Ärmsten der Armen eine Lebensgrundlage in deren Heimat ermöglichen soll, unterlegen ihn mit konkreten Aktivitäten, Veranstaltungen und Aktionen und dürfen sich mit der Bezeichnung „Fairtrade-Stadt“ oder „Fairtrade-Gemeinde“ schmücken. Zuletzt haben die Stadt Niebüll – die Eckernförde damit als nördlichste Fairtrade-Stadt Deutschlands abgelöst hat – und Elmshorn den Zuschlag erhalten, und demnächst dürfte es mit Hallig Hooge auch die erste Fairtrade-Hallig geben. Auch die Insel Fehmarn ist auf dem Weg, der Stadtrat hat bereits den entsprechenden Beschluss gefasst. Insgesamt befinden sich zehn weitere Gemeinden in der Bewerbungsphase und stehen kurz vor dem Zuschlag.

Erste Stadträtin Katharina Heldt beleuchtete in ihrem Grußwort die Fairtrade-Historie Eckernfördes. Sie erinnerte daran, dass der damalige Waldorfschüler Joschka Knuth seine Abschlussarbeit zum Thema Fairtrade geschrieben und damit den Anstoß gegeben habe, Eckernförde zur Fairtrade-Stadt zu machen.

35 Vertreter aus den Fairtrade-Orten und solchen, die es werden wollen wie beispielsweise Neustadt in Holstein, haben gestern in Eckernförde an der ganztägigen Fachtagung „Faire Kommunen in Schleswig-Holstein“ teilgenommen, die in dieser Form zum 4. Mal stattgefunden hat.

Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens standen Informationen über die aktuelle Fairtrade-Entwicklung, Vorträge, Workshops und der Erfahrungsaustausch der Aktivisten aus dem ganzen Land. Im Blickpunkt dabei auch die örtlichen Akteure der Fairtrade-Bewegung wie Pastor Klaus Kaiser vom Weltladen im Grünen Haus, der Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH, Stefan Borgmann, oder der politische Fairtrade-Impulsgeber Joschka Knuth, der gestern allerdings in offizieller Funktion als Vertreter der Staatskanzlei des Ministerpräsidenten einen Vortrag über die Landesentwicklungsstrategie bis 2013 hielt, die Mitte 2018 öffentlich vorgestellt werden soll. Ein Thema ist dabei auch der nachhaltige Fairtrade-Prozess in Schleswig-Holstein, der immer mehr Anhänger und Konsumenten findet. Das bestätigte auch unter anderem der langjährige Eckernförder Gastronom Matthias Huber, der in seiner Gaststätte „Utgard“ Fairtrade-Produkte angeboten und damit durchaus gute Erfahrungen gemacht hat.

An der Spitze der Fairtrade-Bewegung steht Markus Schwarz aus Heide, Sprecher von „Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI SH)“. Der Organisator der Fachtagung wies vor allem auf die Notwendigkeit von Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung und im Einzelhandel und der Gastronomie hin, die faire Produkte in ihr Sortiment aufnehmen und auf die Getränkekarte setzen sollen. Da geht es um Argumente, Informationen und Haltung. Prominente wie Fußballtrainer Jürgen Klopp und die Schauspieler Cosima Shiva Hagen oder Daniel Brühl helfen bei der Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Da die Fairtrade-Entwicklung auf Engagement und Freiwilligkeit beruhe, könne man nur mit Überzeugungsarbeit und Einsicht zum Ziel kommen, sagt Schwarz. Je mehr Städte und Gemeinden sich zum Fairtrade bekennen würden, je breiter die öffentliche Präsenz werde und je mehr Menschen Fairtrade-Produkte mit den akzeptierten Siegeln kaufen würden, desto höher werde auch die gesellschaftliche Akzeptanz.

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