Praktische Hilfe für Flüchtlinge : Fahrräder als Willkommensgruß

In Ramsdorf wurden die Fahrräder an die Flüchtlinge übergeben: Chaher, Ammar, Sbarhbil aus Syrien, Gleichstellungsbeauftragte Bibeth von Lüttichau, Michael Wessels (FahrradCenter Kompass 98) und Werkstattleiterin Marita Kahn, Iris Sieh (Werkstattbeirat), Mirsad aus Albanien und Torben Peetz vom Werkstattbeirat (v.l.).
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In Ramsdorf wurden die Fahrräder an die Flüchtlinge übergeben: Chaher, Ammar, Sbarhbil aus Syrien, Gleichstellungsbeauftragte Bibeth von Lüttichau, Michael Wessels (FahrradCenter Kompass 98) und Werkstattleiterin Marita Kahn, Iris Sieh (Werkstattbeirat), Mirsad aus Albanien und Torben Peetz vom Werkstattbeirat (v.l.).

Kompass 98 spendet Fahrräder an Flüchtlinge in den Hüttener Bergen / Mobilität fördert Integration der Neubürger

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20. Januar 2015, 07:30 Uhr

Owschlag | Weg zum Treffen mit Freunden oder zum Sportverein - dafür nehmen die meisten einfach das Auto oder nutzen Bus und Bahn. Asylbewerber können das nicht. Ihre finanziellen Mittel sind sehr begrenzt. Da ist Bus- oder Bahnfahren einfach nicht drin, ein Auto eh nicht. Das eigene Fahrrad bekommt so einen besonderen Stellenwert.

In der Unterkunft in Ramsdorf leben derzeit 23 Asylbewerber und Flüchtlinge. Wer von hier aus zum Einkaufen, zum Arzt, zur Schule oder zum Sportverein möchte, der muss mobil sein, um der Enge der Sammelunterkunft zu entkommen. Entsprechend groß war die Freude, als sie gestern von Mitarbeitern und Beschäftigten vom Kompass 98, einer Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen in Eckernförde, drei Drahtesel geschenkt bekamen. Zu Kompass 98 gehört auch eine Fahrradwerkstatt, in der gebrauchte Fahrräder wieder flott gemacht werden. „Der Werkstattbeirat hat dafür bei Mitarbeitern und Bewohnern Geld gesammelt“, sagt Werkstattleiterin Marita Kahn. Damit seien dann drei Fahrräder für die Asylbewerberunterkunft verkehrstüchtig gemacht worden.

Die Idee dazu hatte aber Bibeth von Lüttichau. Die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge engagiert sich im Flüchtlingsbeirat und weiß daher: „Ein Fahrrad gehört zu den Wünschen vieler Flüchtlinge.“ Gerade in ländlichen Regionen brächten Fahrräder eine enorme Verbesserung der Mobilität und Lebensqualität. Das kann auch Anja Mildner bestätigen. Die Sozialpädagogin betreut die Flüchtlinge im Amtsbereich und ist nahezu täglich vor Ort, um Sorgen und Nöte der Menschen aufzunehmen. „Wir können mit den Fahrrädern wieder ein paar Familien oder auch Einzelpersonen glücklich machen“, sagt Mildner. Auch Amtsdirektor Andreas Betz bedankte sich bei dem Team von Kompass 98 für die Unterstützung. „Vielleicht finden sich ja noch Nachahmer“, so Betz. Bevor Fahrräder jahrelang ungenutzt in Kellern stehen, könnten sie sinnvoller genutzt werden. „Aus drei kaputten Rädern lassen sich so wieder zwei fahrtüchtige herstellen. Wir nehmen gebrauchte Fahrräder gerne entgegen“, sagt auch Michael Wessels vom FahrradCenter bei Kompass 98. Weitere Informationen unter Tel. 01520/9098190.

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