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Führerschein : Fahren um jeden Preis: Erst den Wagen, dann den Schein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der holprige Weg zur Führerscheinprüfung in den 1960-er Jahren / Mit Hartnäckigkeit zum ersten Wagen

Eckernförde | Es war im Sommer 1968 als ich meinem Mann erklärte, dass ich den Führerschein machen möchte. Meine Begründung war, dass ich zur Dienststelle immer mit dem Fahrrad fahren musste. Bei Wind und Wetter unterwegs zu sein, gefiel mir nicht mehr. Ich wollte mein eigenes Auto haben. Der Widerspruch kam sofort. Es wäre zu gefährlich und allerlei andere Ausreden ließen mich verstummen. Von einem eigenen Auto hatte ich ihm zu diesem Zeitpunkt noch nichts gesagt – noch nicht.

Na warte, dachte ich. Damals arbeitete ich im zivilen Dienst bei der Bundeswehr. Ich wusste, dass einer der Soldaten seinen etwas älteren Volkswagen verkaufen wollte. Dieser war ein Schnäppchen. Schnell waren wir uns einig. Der Preis stimmte, ich bezahlte den Wagen.

Nun hatte ich ein Problem. Wie konnte ich das Auto nach Hause bekommen? Da half mir eine Freundin, die mir den Wagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellte. Mein Mann war zu dieser Zeit für einige Tage auf Dienstreise. An sein unglaubliches Erstaunen, als ich ihm nach seiner Rückkehr von meinen Kauf gebeichtet hatte, kann ich mich nicht mehr erinnern. Er hat alles mit Gelassenheit aufgenommen. Was sollte er auch anderes tun?
Der Wagen wurde zugelassen und ich zur Führerscheinprüfung angemeldet. Jetzt hatte ich also ein Auto vor der Tür und noch keinen Führerschein. Nun war meine Freundin wieder im Einsatz. Sie besaß damals eine Isetta, mit der sie zu mir kam. Dann stiegen wir in mein Auto, und sie fuhr uns zur Dienststelle. Nach Dienstschluss ging es dann umgekehrt zurück. Das ging eine ganze Weile so, bis mir am 24. Oktober 1968 mein Führerschein nach bestandener Prüfung ausgehändigt wurde.

Wie gut mein damaliger Entschluss war, zeigte sich dann immer wieder. Ich konnte meinen Mann bei langen Fahrten ablösen. Er vertraute mir, das merkte ich, wenn er neben mir einschlief.


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