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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 06:01 Uhr

Fahnen und Flaggen über Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Symbolträchtige Zeichen zeugen von Zugehörigkeitsgefühl und sind öffentliche Bekenntnisse

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 19:52 Uhr

Wer durch Eckernförde wandert, trifft immer wieder auf Fahnen und Flaggen – auf hohen Masten am Strand befestigt, von Geschäften und Wohnhäusern herab wehend, in Gartenkolonien aufgezogen. Beobachtern aus Süddeutschland fällt die Häufigkeit dieser Zeichen in Schleswig-Holstein auf, beeinflusst wohl vom oft vorherrschenden Wind und vielleicht auch von dänischer Tradition, selbstbewusst die eigene Fahne zu zeigen. In den Wochen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 lernten auch die Deutschen, ihr Schwarz-Rot-Gold ohne Bedenken wehen zu lassen. Wobei man von ausländischen Gästen nicht selten hört, dass diese drei Farben besonders attraktiv wirken.

Flaggen sind Gebrauchsgegenstände und damit ersetzbar, Fahnen sollten Unikate bleiben. Historisch gesehen halfen wehende Fahnen auf dem Schlachtfeld, den Standort der eigenen Truppen zu erkennen. Und Flaggen waren im Signalwesen wichtig: Man konnte über größere Entfernung, zum Beispiel von Schiff zu Schiff, Meldungen austauschen. Fahnen / Flaggen als nationale Symbolzeichen setzten sich seit der Französischen Revolution und dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg durch. Heraldik nennt man die Beschäftigung mit ihren Farben und Zeichen.

In Eckernförde finden sich die entsprechenden Fahnen vor Gaststätten mit italienischer, griechischer oder asiatischer Küche. Auffällig ist dabei die von den internationalen Heraldikern noch nicht schlüssig gedeutete Fahne Sardiniens, versehen mit den vier Maurenköpfen, die eine weiße Binde auf der Stirn tragen. Der Sage nach erinnern sie an den Sieg Peter I. von Aragon über die Sarazenen im Jahr 1095, in Zeiten, da Sardinien zu spanischen Königreichen gehörte. Ebenfalls auf eine Insel deutet die Fahne Helgolands hin, mit ihren Farben Grün-Rot-Weiß vor einer traditionsreichen und gut restaurierten Villa in der Rendsburger Straße gehisst.

Ein häufig gewählter Platz für Fahnen sind Eckernfördes Gartenkolonien. Dabei findet sich auch das grün-weiß-gelb gestreifte Tuch, das im internationalen Handel „Garten-Fahne“ heißt. In einem Kleingarten am Windebyer Noor weht auch die weiß-rote polnische Fahne, ergänzt um das Wappen mit königlichem Adler. Dominierend jedoch sind Fahnen aus dem Bereich Sport: In Gärten, aber auch an Hausgiebeln und auf Balkonen toben sich (in dieser Reihenfolge) die Siegeszeichen von HSV, Bayern München und THW Kiel aus. Daneben verblasst das Tuch in schlichtem Blau-Gelb der Eckernförder Stadtflagge.

Nicht jedermanns Geschmack sind die Fahnen, die zu den „Piratentagen“ wehen. Ob ihre Träger wissen, was Totenschädel und gekreuzte Messer wirklich bedeuten?



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