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Gilde feiert Jubiläum : Fahne, Stein und Chronik zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Groß Wittenseer Sturmgilde feiert am 11. Juni ihr 500-jähriges Bestehen / Neue Fahne, neuer Stein, Festschrift und Chronik zum Jubiläum

500 Jahre – so alt ist keine andere Gilde im Kreis Rendsburg-Eckernförde und im Land liegt die Wittenseer Sturmgilde hinter der Toten- und Schützengilde Oldenburg von 1192 und der Kieler Schützengilde (1412) auf Platz drei.

Am 11. Juni wird das Jubiläum der Gilde im Dort gefeiert. Das Programm dafür steht, wie Ältermann Hans Claus Schnack mitteilt. Los geht der Gildetag um 8 Uhr mit der Generalversammlung im Schützenhof. „Es wird eine Fahnenweihe geben“, kündigt Schnack an. Die alte Fahne von 1954 fiel längst aus allen Nähten, sodass sich die Gilde zum Jubiläum eine neue gegönnt hat. Pastor Thies Feldmann wird die neue Fahne weihen. Um 9 Uhr startet der Umzug durchs Dorf mit der Feuerwehrkapelle Owschlag. Auf dem Seegartengelände wird ein Gildestein enthüllt, der derzeit noch bei Steinmetz Ole Jeß bearbeitet und graviert wird. Anschließend wird das Königspaar Dörthe Paasch und Johannes Schmidt zum Königsfrühstück abgeholt. „Erstmals wird es ein Programm für Kinder geben“, sagt Schnack. Vor dem Schützenhof wird ein Gelände abgesperrt und dort verschiedene Spiele für die Kinder im Dorf angeboten. Hinter dem Gildelokal gibt es Kaffee und Kuchen, außerdem findet das Schießen und Knobeln statt. Um 18 Uhr beginnt der Festkommers, für das auch Landtagspräsident Klaus Schlie und Kreispräsident Lutz Clefsen zugesagt haben. „Wir freuen uns auch über den Besuch von Pia Naeve“, betont Schnack. Sie ist die Frau von Klaus Ludwig Naeve, der 2015 im Alter von 77 Jahren verstarb. Den Groß Wittenseer zog es im Alter von 23 Jahren beruflich nach Südafrika. Er wurde später Mitglied der Gilde und war ein großer Förderer auch anderer Vereine im Dorf.

Nicht fehlen bei dem Fest darf auch Heinrich Bielfeldt. Der Klein Wittenseer ist mit seinen 90 Jahren das älteste Gildemitglied. Einen Tag nach dem Jubiläum, am 12. Juni, gehört er 67 Jahre der Gilde an. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Chronisten die alten Schriften und Protokolle aus den Archiven verstehen konnten, denn Ehrenmitglied Bielfeldt beherrscht die Sütterlin-Schrift. Die Festschrift wird lesenswert werden, ist sich Schnack sicher. Viele Geschichten und Fotos von vergangenen Festen und Königspaaren bereichern die Chronik.

Auf dem Gildefest wird die Festschrift mit Grußworten und ausführlicher Chronik über die Geschichte der Groß Wittenseer Sturmgilde von 1516 verkauft. Die Hauptarbeit an dem Werk liegt bei Reinhard Burath, der vor zwei Jahren damit begann. Nach seinem Tod im Februar diesen Jahres übernahmen es Werner Jeß und Günther Thoms, die Chronik zu vollenden.

Gegründet wurde die Sturmgilde noch als Brandgilde – ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Am 8. Februar 1841 wurde sie umbenannt, weil es laut Gesetz neben der staatlichen Feuerversicherung keine Doppelversicherung geben durfte.

„Im Dorf gab es noch um 1821 eine Scheibengilde“, sagt Schnack. Zudem wird 1805 eine Lustgilde erwähnt. Mehr sei darüber aber nicht bekannt. Die Gilden wurden gegründet, um im Notfall in der Gemeinschaft Schutz und Hilfe zu bekommen. Dass bei der Sturmgilde auch geschossen wurde, wird 1908 erstmalig erwähnt. Mit Helma Möckelmann gab es 1962 den ersten „weiblichem Gildekönig“ – so die exakte Formulierung im damaligen Protokoll.

Hans-Claus Schnack selbst gehört seit 1967 der Gilde an, 2004 wurde er König, 2008 zum Nachfolger von Karl Schröder zum Ältermann gewählt. Mittlerweile zählt die Gilde rund 100 Mitglieder. „Auch viele junge Leute, so um die 20, sind dabei“, freut sich Schnack über die aktuelle Entwicklung.  

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erstellt am 26.Apr.2016 | 07:38 Uhr

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