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Blickfang im Kurpark : Fade Betonwand maritim veredelt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Stadtsilhouette und Fischschwärme aus Stahl: Konzertmuschel im Kurpark soll neuer Anziehungspunkt werden

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Kahl, kalt, abweisend – so wirkte die graue Betonwand mit Bühne und Beton-Glasdach im Kurpark bislang. Die Konzertmuschel verbreitete eher Tristesse denn kultureller Freude, fristete daher auch ein Schattendasein und wurde – auch wegen zwischenzeitlicher nachbarschaftlicher Störfeuer – kaum bespielt. Jetzt haben Grafitti-Künstler aus Potsdam und die beiden Eckernförder Schmiede und Metallgestalter Patrick Schloßer und Nils Winderlich dem Bauwerk neues Leben eingehaucht. Das trübe Grau ist einer bunten Stadtsilhouette gewichen, auf die die Betrachter zusammen mit den von außen kommenden schmiedeeisernen Fischschwärmen förmlich zuschwimmen. Eckernförde, lockendes Ziel mit Sonne, Strand und Meer.

Genau diese maritime Komponente sollte an diesem Ort den Kurpark bereichern. Die Vorstellung von Bürgermeister Jörg Sibbel und des Geschäftsführers der Eckernförde Touristik- und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, gingen genau in diese Richtung. Es verwundert nicht, dass sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind und die Kuranlagen damit als deutlich aufgewertet empfinden.

Ausgangspunkt dafür war ein Prüfantrag der SPD-Fraktion zur Belebung Attraktivitätssteigerung des Kurparks, erinnerte der Bürgermeister gestern vor Ort an die Anfänge des vollendeten Projekts. Die Verwaltung und die ETMG machten sich an die Arbeit und riefen im ersten Halbjahr diesen Jahres einen Kunst- und Kreativwettbewerb zur Umgestaltung der Konzertmuschel mit maritimer Note aus. Die Resonanz war gewaltig: 30 Angebote flatterten der ETMG ins Haus, den Zuschlag bekamen Patrick Schloßer und Nils Winderlich in Kooperation mit der Potsdamer Grafitti-Schmiede „Art-EFX“. Parallel konnten Fördergelder für dieses Projekt eingeworben werden, die aus den Resten nicht abgerufener Fördermittel aus den Aktiv-Regionen im Land schließlich auch bewilligt wurden. Eckernförde konnte aufgrund der zeitigen Ausarbeitung des Projekt umgehend liefern, stach damit mögliche Konkurrenten aus und überzeugte letztlich auch mit dem von Patrick Schloßer entwickeltem Konzept. Lohn der guten Vorarbeit: 55 Prozent der Nettokosten des insgesamt 29 000 Euro teuren Projekts zahlt die EU, die über die Aktiv-Region 13 400 Euro nach Eckernförde überwiesen hat. Danach erfolgte die Auftragsvergabe an die Wettbewerbssieger aus Eckernförde und Potsdam.

Und die machten sich mit Volldampf ans Werk, wie Touristikchef Borgmann berichtete. Aus Potsdam rückten drei Sprayer für zwei Tage an und gestalteten die triste Betonwand mit unzähligen Farbdosen neu. Sie sprayten nach Fotovorlagen und brachten so die Nicolai-Kirche, den Rundspeicher mit Engel, Hafen, Strand und Meer großflächig zur Geltung. Clou des Ganzen sind die von Patrick Schloßer und Nils Winderlich als erstes Gemeinschaftsprojekt geschmiedeten Fischschwärme, die zwischen aufsteigendem Seetang Richtung Eckernförder Küste schwimmen.

Die Künstler, Initiatoren und Stadtverantwortlichen hoffen, dass die Eckernförder Silhouette und das Gesamtkunstwerk bei den Bürgern gut ankommt und von allen – auch der örtlichen Sprayerszene – als schützenswertes Kulturgut respektiert wird.

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