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Küstenschutz : Fachplan Ostseeküste – kein Ersatz für Schadenspotenzialanalyse

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mitarbeiter des LKN erarbeiten einen Fachplan Ostseeküste. 40 Vertretern aus der Region und Mitgliedern des Arbeitskreises Küstenschutz zwischen Kappeln und Eckernförde wurde der Entwurf vorgestellt. Sie können weitere Informationen für den Plan einbringen.

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erstellt am 30.Aug.2013 | 06:00 Uhr

Küstenschutz an der Ostsee bleibt in den kommenden Jahren ein wichtiges Thema, davon ist Horst Böttcher als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz der Ostseeanliegergemeinden zwischen Kappeln und Eckernförde überzeugt. Wie wichtig der Küstenschutz auch im Bereich der Ostsee an der Schwansener Küste ist, machte die Infoveranstaltung des Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in dieser Woche in der Amtsaußenstelle in Damp-Vogelsang deutlich.

Rund 40 Vertretern aus der Region, aus Gemeinden und Wasser- und Bodenverbänden und selbst von der Schlei wurde ein vorläufiger, noch lange nicht fertiger Entwurf des Fachplanes Ostseeküste vorgestellt. Das Land hat den Küstenschutz in einem Generalplan Küstenschutz dargestellt, berichtet Jens Riemer vom LKN. In Fachplänen werden einzelne Küstenabschnitte detaillierter beschrieben. Im Fachplan werden die vorhandenen Küstenbauwerke wie beispielsweise Deiche, Buhnen und Molen erfasst. „Es wird der Ist-Zustand beschrieben, wie beispielsweise Alter, Zustand und Material“, erklärt Riemer, der in Damp den Entwurf vorstellte.

Derzeit sei man in der Phase, in der das Wissen und die Erfahrung der Menschen vor Ort, die ihre Küsten und auch deren Schwachstellen kennen, einbeziehen will. Ihre Hinweise und Erfahrungen sollen in dem Fachplan aufgenommen werden, um am Ende insgesamt eine umfangreiche Wissensbasis für künftige Planungen zu haben, so Riemer.

Der Fachplan Ostseeküste werde allerdings definitiv kein Ersatz für Schadenspotenzialanalysen sein, wie sie Gemeinden erstellen müssen, um darin Auswirkungen von Hochwasser, Meeresspiegelanstieg und Stürmen auf Menschen und Sachwerte zu erfassen. „So detailliert ist der Fachplan nicht, der auch keine Zukunftsplanung betreibt“, macht Riemer deutlich. Der Plan zeige eher Tendenzen auf. Fachpläne für die Inseln Sylt, Föhr und Amrum liegen bereits vor. Der Fachplan Ostseeküste soll 2018 fertig sein, so Riemer.

Insgesamt begrüßte Böttcher das vorgestellte Werk, und die Darstellungsformen der einzelnen Küstenbauwerke. Das sei schon sehr beeindruckend gewesen. Zugleich musste er aber auch feststellen, dass kein Weg an einer Schadenspotenzialanalyse vorbeigehe, um damit die Schutzwürdigkeit der Region im Bezug auf Menschenleben und Sachwerte zu belegen. Er werde daher die Diskussion um eine solche Analyse wieder anstoßen. Ob und wie hoch Fördermittel eingeworben werden könnten für tatsächliche Küstenschutzbauwerke, sei völlig offen. Allerdings seien die Fördermittel des Landes für Küsten- und Hochwasserschutz begrenzt. Enger werde der Rahmen vermutlich auch dadurch, dass das jüngste Elbehochwasser in Lauenburg akuten Handlungsbedarf auslöste.

 

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