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Tag der offenen Tür : Facharbeiter gesucht: Der Kampf um gute Auszubildende

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Tag der offenen Tür am Berufs- und Bildungszentrum konnten sich 1000 Schüler über alle möglichen Berufe erkundigen. Gesucht wird besonders in den Berufszweigen der MINT-Fächer.

Eckernförde | Wenn Bernt Wellhausen an den Technologiestandort Deutschland denkt, legen sich Sorgenfalten auf seine Stirn. „Wir brauchen dringend Fachkräfte“, sagt der stellvertretende Leiter des Kreis-Berufs- und Bildungszentrums (BBZ) in Eckernförde. „Besonders in den MINT-Fächern.“ MINT, das ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Fachkräfte in diesen Bereichen sind rar, und sie werden noch rarer. Wer sich also für eine solche Ausbildung entscheidet, hat die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Darüber konnten sich gestern rund 1000 Schüler von fast allen Schulen Eckernfördes beim Tag der offenen Tür am BBZ informieren, gleichzeitig aber auch über viele andere Berufe. 42 Aussteller vom Steuerberater über den Gastronomen bis zum Einzelhändler hatten Stände im Schulgebäude aufgebaut und ließen sich von den Schülern Löcher in den Bauch fragen: Welche Voraussetzungen muss man für den Beruf mitbringen? Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es? Und: Was verdient man dabei überhaupt?

„Im vergangenen Jahr hatten wir 24 Aussteller“, erklären die BBZ-Lehrer und Organisatoren Per Hansen und Sven Vondracek. Doch dann fiel die Berufsbörse am Schulzentrum weg, und die Firmen nahmen die Alternative am BBZ gern an, denn der Kampf um die Auszubildenden wird härter.

So informierten sich zum Beispiel Jan Meiser (17), Brian Kirstein (17) und Lennard Voigt (22) am Stand der Bundeswehr über eine Ausbildung oder Arbeitsstelle als Techniker. Das wäre verbunden mit einer militärischen Ausbildung und einer Weiterbildung zum Fachtechniker zum Beispiel für Schiffsbetriebs- oder Panzermechaniker. Für die drei jungen Männer auf jeden Fall eine Überlegung wert. „Solche Berufsbörsen wie hier machen sich bemerkbar“, sagt Stabsbootsmann Patrick Kolkmann. „Wir verzeichnen danach immer einen Anstieg an Terminanfragen für ein Beratungsgespräch.“

Technikorientiert sind auch Schüler wie Moritz Retzlaff (18) und Annika Pust (20). Sie haben sich nach ihrem Realschulabschluss für das „Berufliche Gymnasium Technik“ am BBZ entschieden, an dem sie ihr allgemeines Abitur machen können. Neben Fächern wie Religion und Sport haben sie hier allerdings auch Unterrichtsinhalte wie Informatik oder Mechatronik – eine gute Voraussetzung, um ihre Wunschberufe als Ingenieure zu erreichen.

Dennoch sind noch immer technische Berufe nicht so nachgefragt wie zum Beispiel kaufmännische. Das zumindest musste Peter Frahm von den Stadtwerken an seinem Stand erfahren. Dabei sucht auch das Handwerk nach Auszubildenden. „Wir haben zwar ein Überangebot an Bewerbern, aber viele erfüllen einfach nicht die Bedingungen“, sagt Bauunternehmer Gero von Gersdorff. Er zeigte sich besonders angetan von den jungen Flüchtlingen, die echtes Interesse an den Ausbildungen zum Maurer, Zimmerer oder Tischler gezeigt haben. Bei vielen anderen Schülern sei es dagegen das Gegenteil gewesen. „Trotzdem kommen wir nächstes Jahr wieder.“ Das sagt auch Friseurmeister Florian Schattat. „Wir hatten viele Nachfragen und sind mit der Veranstaltung zufrieden.“

 

 

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erstellt am 03.Okt.2015 | 06:10 Uhr

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