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Nach dem Sturm : Extremer Sturm erfordert Dauereinsatz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach dem Orkantief Christian werden viele Schäden an Gebäuden und Bäumen in Schwansen sichtbar. Der Sturm bewegte Wohnwagen wie Bälle über die Campingplätze. Vor den Helfern liegt noch viel Aufräumarbeit.

Eine Spur der Zerstörung hat Orkantief Christian in Schwansen hinter lassen. Von hohen Schäden an Gebäuden, an Fahrzeugen und Wohnwagen und hunderten von umgestürzten Bäumen spricht Uwe Wichert, Amtswehrführer, in einer ersten Rückschau auf den Sturmtag. Nahezu alle Wehren im Amtsbereich Schlei-Ostsee waren im Dauereinsatz – die Zahl der Einsätze liege ihm noch nicht vor, zu stark seien viele Wehren auch am Tag nach dem Sturm noch eingebunden. Sehr viele Straßen waren unpassierbar, Bäume lagen kreuz und quer und mussten zersägt werden.

Bei den Einsatzkräften gab es keine Verletzten, so Wichert. Einzig die Kameraden in Waabs hatten einen Personeneinsatz gehabt. Durch puren Zufall wurde gegen 14.30 Uhr eine Frau entdeckt, die unter einer Eiche eingeklemmt war, berichtete Wehrführer Nis Juhl. Zwischen L 26 und Langholz über die Zufahrt Lehmberg befreiten sie die Frau, die über taube Beine und Hände klagte. Zum Schutz der Frau und der Helfer, die Kameraden aus Loose waren auch vor Ort, wurde ein Einsatzfahrzeug unter die Alleebäume gestellt, die umzustürzen drohten. Da der Funkverkehr zur Leitstelle ausgefallen war, versuchten die Helfer über Loose Eckernförde zu erreichen, um einen Rettungswagen zu alarmieren. Den Weg des Rettungswagen bis nach Eckernförde über die L 26 sägten die Helfer unter dem Orkan frei. Auf der B 203 waren zwischen den Ausfahrten Karby und Schuby war ein Lkw umgekippt. Der Fahrer war nicht verletzt worden, so Wichert.

Schwer vom Sturm getroffen wurden auch die Nordseite der Eckernförder Bucht. Wie Bälle wurden Wohnwagen auf den Campingplätzen herumgerollt und verschoben. „Wir haben echt noch Glück gehabt“, sagten Sabine und Soeren Waldheim, die mit Tochter Fee aus Hamburg geeilt waren. Ihr Wagen auf dem Campingplatz Ludwigsburg war nur verrutscht und musste wieder gesichert werden. Mehr Pech hatten Ingeborg und Günther Scheel. Der Wohnwagen ihres Nachbarn war auf ihr nagelneues Vorzelt geflogen. „So einen Sturm haben wir hier noch nie erlebt“, berichtete Ingeborg Scheel, die seit 46 Jahren auf dem Platz ist.

Alle Dauercamper wurden informiert, und viele hätten auch schon angerufen, und sich erkundigt, berichteten Paul-Werner Carl und Enkelin Julia. Schätzungsweise zehn Wohnwagen lagen in Ludwigsburg auf dem Dach oder der Seite. Auch auf dem Campingplatz Karlsminde hatte der Sturm für Schäden an Wohnwagen gesorgt, berichtete Philipp Hoff. In Karlsminde war auch ein Ferienhaus im Wald durch eine umgestürzte Eiche stark beschädigt worden. Hoff schätzt, das rund 30 Bäume gefallen sind, weitere 20 müssten vermutlich noch gefällt werden, da sie stark beschädigt oder geneigt seien. Er wie auch Amtswehrführer Wichert machen den hohen Grad der Belaubung mit verantwortlich für die hohe Zahl von umgedrückten Bäumen.

Hohen Schaden richtete der Sturm an Gebäuden aus. So stürzte am Gut Krieseby eine Scheune ein, eine zweite wurde stark beschädigt. Auf Gut Maasleben stürzte auch eine Scheune ein. Von sehr vielen Gebäuden hatte der Sturm Dachpfannen gerissen. Den sicheren Stand verloren hatte auch ein Betonstrommast, in den in Barkelsby ein Baum zu kippen drohte, berichtete Wehrführer Jens Nommels.

Vermutlich noch bis zum Wochenende werden die Freiwilligen Feuerwehren vor allem im Baumeinsatz sein. Begünstigt durch die große Nässe im Boden, würden angeschlagene Bäume in gefährliche Schieflage kommen. Priorität hätten zunächst die öffentlichen Verbindungen. Wichert warnt daher vor dem Betreten der Wälder und der Wanderwege, auch dort könnten Bäume nachbrechen und zur Gefahr werden. „Alle Feuerwehren haben einen guten Job gemacht“, sagte er und dankte für die Arbeit bei diesem „extremen Sturm“.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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