Engholm eröffnet Buß-Ausstellung : „Extrem starkes Entrée in die Kunstwelt“

Künstlerin Margit Buß mit prominenter Unterstützung bei der Ausstellungseröffnung: Björn Engholm (l.) führte in die Ausstellung ein, Georg Fritzsch sorgte für musischen Hochgenuss.  Fotos: Kühl
1 von 3
Künstlerin Margit Buß mit prominenter Unterstützung bei der Ausstellungseröffnung: Björn Engholm (l.) führte in die Ausstellung ein, Georg Fritzsch sorgte für musischen Hochgenuss. Fotos: Kühl

Björn Engholm hat am Sonntag die Ausstellung „Wenn Träume fliegen lernen“ eröffnet. Der frühere Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende lobte die Arbeit der Künstlerin Margit Buß. Neuer Besucherrekord.

von
01. Dezember 2014, 06:46 Uhr

Margit Buß ist angekommen in der illustren Welt der vielbeachteten Künstler. 450 Besucher bei der hochkarätig besetzten Eröffnung der Ausstellung „Wenn Träume fliegen lernen“ gestern Nachmittag in der Galerie Carlshöhe von Marlies Greifenberg, das ist eine deutliche Ansage. Es mag sein, dass der eine oder andere Vernissage-Gast auch besonders auf die Eröffnungsrede von Björn Engholm gespannt war, dem rhetorisch so brillanten und kunstverständigen Redner und Politiker mit besonderer Vergangenheit. Und sie haben tatsächlich einen exzellenten Kunstkenner erlebt, der es wie kaum ein anderer versteht, Kunst in Worte zu fassen und den Zuhörern den Eindruck zu vermitteln, er wäre hautnah dabei gewesen, als Margit Buß ihre Alcydharz- und Acryllacke auf die Leinwände aufgetragen und sie künstlerisch miteinander hat kommunizieren lassen. Das hilft ganz gewiss beim Zugang zu Kunst und Künstlerin. Die 120 ausgestellten Bilder und Objekte von Margit Buß aber wirken schon aus sich selbst heraus. Sie haben Strahlkraft, Struktur und Form. Sie sind das Ergebnis künstlerisch gestalteter und gesteuerter Emotionen der Künstlerin, und sie sprechen ihre Betrachter in gleicher Weise an: emotional wie intellektuell. Eine Kombination, die auch diese außergewöhnliche Ausstellungseröffnung prägte.

Galeristin Marlies Greifenberg beschrieb Margit Buß als warmherzige, hilfsbereite Künstlerin in der Carlshöher Kreativgemeinschaft. Sie habe mit ihrem späten Kunststudium an der Berliner Akademie der Malerei einen „bewundernswerten Weg durchgezogen“. Mit Georg Fritzsch hat Margit Buß einen weiteren Freund der Familie eingeladen. Der Kieler Generalmusikdirektor gab zwei Kostproben seines Könnens auf dem Cello, einmal Bach, zum anderen eine Inspiration auf eines der Bilder von Margit Buß und damit ein echtes musikalisches Unikat.

Das alles passte wunderbar zur folgenden Einführung in die Ausstellung vom früheren Bundesminister, schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und SPD-Bundesvorsitzenden, dessen politische Karriere im Mai 1993 mit einem Rücktritt von allen Ämtern im Zuge der Barschel-Pfeiffer- und Schubladenaffäre endete. Der 75-jährige Engholm ist selbst mit einer Künstlerin, Barbara Engholm, verheiratet – durchaus eine Parallele zu seinem Parteifreund, dem früheren Innenminister Klaus Buß, und seiner Frau Margit. Engholm bemühte die Athener Polis und vor allem den von Kunst, Stil und schöpferischen Ideen geprägten Dionysostempel, um auf die Bedeutung der Kunst zur Öffnung des Sehvermögens und Schärfung des Empfindens zu untermauern. Margit Buß spüre „diesem Metier“ seit 40 Jahren nach und habe „im soliden Erwachsenenalter“ – Margit Buß ist 63 – ein Kunststudium begonnen, es nach fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Dabei habe sie eine „unverwechselbare Handschrift“ entwickelt, lobte Engholm. Keine „geschwätzigen Bilder wie Jeff Koons“, sondern abstrakte Werke voller Inspiration, Kraft und Farbintensität. Die Künstlerin hat die Farben, Lacke und ihre Reaktionen experimentell untersucht und erfasst und ist aufgrund ihrer profunden Kenntnisse in der Lage, deren Verläufe exakt zu kontrollieren und damit auch jederzeit zu wiederholen. Das Ergebnis dieses besonderen Farb- und Prozessverständnisses seien „heftige, explosive und rauschhafte Bilder“, die in verschiedensten Ausprägungen an „Vulkane, den Himmel oder Höllenschlund“ erinnern. Andererseits schaffe es Margit Buß, „feinste Verästelungen“ zu erzeugen, die Assoziation an „psychedelische Zustände“ weckten. Sie bändige das bewusst herbeigeführte „kreative Chaos“ durch quadratischen Bildformate, wobei Engholm sich nicht sicher ist, dass die von Buß momentan genutzten kleinen Quadrate auf Dauer dieser künstlerischen Kraft standhalten werden. Die Bilder gäben zwar die „Innenwelten der Künstlerin“ wieder, es sei aber allein Sache der Betrachter, daraus eigene Anregungen zu schöpfen. Unterm Strich sei die Ausstellung in der Galerie Carlshöhe „ein extrem starkes Entrée von Margit Buß in die Kunstwelt“, so Engholm.

Das fanden wohl auch viele der Besucher. Denn am Ende des Tages waren drei Bilder verkauft und einige reserviert.

>Die Ausstellung ist bis zum 18. Januar 2015 zu sehen. Die Galerie Carlshöhe ist mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 3. Dezember, führt Margit Buß um 18 Uhr in der „Spät-Art-Zeit“ persönlich durch die Ausstellung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen