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Obstbaumschnitt : Expertentipps für den richtigen Schnitt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Obstbaumschnittseminar im UIZ: Damit die Gelbe Schleswiger Renette auch weiterhin Früchte trägt

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2015 | 06:16 Uhr

Im Garten des Umwelt-Informationszentrums am Hans-Christian-Andersen-Weg steht ein 20 Jahre alter Apfelbaum der Sorte Gelbe Schleswiger Renette. Über die Jahre hat das Spiel der Natur die Äste dicht in die Krone wachsen lassen. Das Ende des Winters ist nun die Zeit, sie zurückzuschneiden. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, zeigte Jürgen Dittman von der „Gartenbaumschule Dittmann“ aus Gettorf am Freitag rund 30 Interessierten, die dem Aufruf des Vereins zur Förderung der Umweltbildung folgten und sich von dem Spezialisten den richtigen Obstbaumschnitt erklären ließen.

„Die Kunst liegt nicht im Abschneiden, sondern im Stehenlassen“, erklärte Jürgen Dittmann eingangs. Daher sollte nicht zu viel und zum richtigen Zeitpunkt weggeschnitten werden. „Der Winterschnitt sollte im Februar und März erfolgen“, so Dittmann. „Alle Bäume, die zu dicht gewachsen sind, können dann zurückgeschnitten werden.“ Zu diesem Zeitpunkt können die Schnittwunden im Baum besser verheilen, weil die Äste noch nicht so viel Wasser führen. Zudem sind die Knospen, aus denen sich später das Obst entwickelt, noch nicht ausgetrieben.

Bis der Baum die Schnittwunde selbstständig verschlossen hat, dauert es mehrere Jahre. Für den Wundverschluss empfiehlt Dittmann daher Wund- oder LacBalsam. Dadurch könne ein Ausbluten des Baumes vermieden werden und Bakterien und Pilze werden am Eindringen in den Baum gehindert. „Die Wunde sollte gleich nach dem Schnitt verschlossen werden“, so Dittmann. Bei älteren Wunden mache ein Verschluss keinen Sinn mehr. Den Winterschnitt betreffen nur Kernobst wie Apfel, Birne oder Quitte. Steinobstsorten wie Pflaumen oder Kirschen sollten im Frühjahr unberührt bleiben und erst im Sommer beschnitten werden.

Der Schnitt sollte nicht zu dicht am Stamm angesetzt werden. Dittmann empfiehlt den ersten Schnitt etwa Zwanzig Zentimeter oberhalb der Stelle anzusetzen, die stehen bleiben soll, um Ausreißwunden noch glätten zu können. Sollte es dennoch zu ausgefransten Schnittwunden gekommen sein, können diese mit einem Messer korrigiert werden, sodass der Heilungsprozess bestmöglich verläuft. Damit der Schnitt auch gelingt, empfiehlt Dittmann geeignetes Schneide- und Sägewerkzeug: „Hier sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden.“ Empfehlenswert sei bei dickeren Ästen auch die althergebrachte Baumsäge.

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